Beton gilt als moderner Dauerbrenner im Bauwesen. Er ist stabil, vielseitig und findet sich fast überall: von der Garage bis zur Brücke, von der Kellertreppe bis zur Stützmauer im Garten. Aber auch Beton altert. Frost, Feuchtigkeit, Salz oder Abgase setzen ihm zu. Irgendwann zeigen sich Risse, Abplatzungen oder dunkle Rostfahnen. Spätestens dann stellt sich die Frage: Muss saniert werden – und wenn ja, wie?
Ein typisches Beispiel: Im Winter friert Wasser in den feinen Rissen einer Außentreppe. Es dehnt sich aus, sprengt kleine Stücke ab. Nach ein paar Jahren ist die Kante der obersten Stufe abgesplittert, später bricht ein ganzer Teil heraus. Wer jetzt nichts unternimmt, riskiert, dass der Schaden immer weiterwächst.

Das erwartet Sie in diesem Beitrag
- Warum Beton überhaupt kaputtgeht
- Vorschriften geben den Rahmen vor
- Kleine Schäden – große Wirkung
- Schadensanalyse: Ohne Diagnose geht nichts
- Vorbereitung ist alles
- Korrosionsschutz für die Bewehrung
- Betonersatz: Wenn große Stücke fehlen
- Risse schließen – elastisch oder kraftschlüssig
- Heimwerker oder Fachmann?
- Fazit: Geduld, System und das richtige Material
- FAQ zur Betonsanierung
Warum Beton überhaupt kaputtgeht
Beton besteht aus Zement, Wasser, Sand oder Kies. Oft ist zusätzlich Stahl eingegossen – die sogenannte Bewehrung. Das macht den Baustoff besonders tragfähig: Der Beton nimmt Druckkräfte auf, der Stahl die Zugkräfte. Dieses Zusammenspiel funktioniert nur, wenn der Stahl im Inneren geschützt bleibt. Gelangt Feuchtigkeit oder Kohlendioxid hinein, beginnt er zu rosten. Rost dehnt sich aus und sprengt den Beton.
Ein Bauingenieur bringt es so auf den Punkt: „Stahlbeton kann seinen Aufgaben nur dann nachkommen, wenn Beton und Stahl im Verbund arbeiten.“ Ist dieser Verbund gestört, drohen ernste Schäden.
Typische Ursachen sind:
- Fehler beim Betonieren, etwa Hohlräume durch falsches Verdichten.
- Umweltfaktoren wie Frost, Tausalze oder hohe Luftfeuchtigkeit.
- Chemische Prozesse wie die sogenannte Karbonatisierung, bei der Kohlendioxid den Zement verändert.
Das Ergebnis: Risse, Abplatzungen, sichtbare Stahlteile.
Vorschriften geben den Rahmen vor
Betonsanierung ist kein reines Bauchgefühl. Sie ist in der DIN EN 1504 geregelt. Diese Norm teilt die Instandsetzung in drei Grundprinzipien ein:
- Wiederherstellung der Betonoberfläche.
- Schutz der Bewehrung vor Korrosion.
- Schutz der Betonoberfläche vor eindringenden Schadstoffen.
Klingt theoretisch, hat aber ganz praktische Konsequenzen. Je nachdem, wo der Schaden liegt und wie schwer er ist, kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Das kann vom simplen Verfüllen eines Haarrisses bis zum aufwendigen Betonersatz bei tragenden Bauteilen reichen.
Kleine Schäden – große Wirkung
Viele Hausbesitzer erleben es so: Erst ein kleiner Riss, dann bröckelt eine Ecke ab. Wird früh reagiert, bleibt die Sanierung überschaubar. „Dann sind die Sanierungsmaßnahmen noch nicht so aufwendig, als wenn bereits die Bewehrung freiliegt und der Rost die Fassade runterläuft“, heißt es in einem Fachtext.
Ein Beispiel: An einer Garagenwand zeigen sich feine Risse. Ein Heimwerker kann diese mit Harz oder Zementleim füllen, bevor Wasser eindringt. Wartet man zu lange, rostet der Stahl, die Wand platzt auf – und dann muss ein Fachbetrieb ran.
Schadensanalyse: Ohne Diagnose geht nichts
Bevor Mörtel, Harz oder Beschichtung zum Einsatz kommen, steht die Untersuchung. Fachleute prüfen, wie tief ein Riss geht, wie dick die Betonüberdeckung ist, ob die Bewehrung schon korrodiert. Manche Tests sind zerstörungsfrei, etwa mit Messgeräten oder Ultraschall. Andere erfordern das Aufstemmen von kleinen Bereichen.
Im Labor können zusätzlich Proben untersucht werden: Dichte, Druckfestigkeit, chemische Zusammensetzung. Das ist wichtig, weil Beton nicht gleich Beton ist. Jede Rezeptur verhält sich etwas anders.
Nur mit dieser Vorarbeit lässt sich entscheiden, ob ein Riss einfach abgedichtet werden kann – oder ob die Statik gefährdet ist.
Vorbereitung ist alles
Bevor es ans Flicken geht, muss der Untergrund vorbereitet werden. Loser Beton wird entfernt, notfalls mit Hammer oder Bohrmaschine. Auch Rost am Stahl muss komplett weg. Das geschieht per Drahtbürste, Schleifscheibe oder Sandstrahlgerät.
Ein typischer Heimwerkerfehler: nur oberflächlich putzen. Doch wenn noch Rostreste bleiben, frisst er sich weiter. Deshalb gilt: lieber gründlich reinigen, auch wenn es mühsam ist.
Korrosionsschutz für die Bewehrung
Ist der Stahl freigelegt, folgt ein Rostschutz. Im Baumarkt gibt es spezielle Mittel, die wie ein dünnflüssiger Mörtel angerührt und mit dem Pinsel aufgetragen werden. Manche Produkte kombinieren sogar Korrosionsschutz und Haftbrücke in einem.
Bei Bauteilen, die stark belastet werden, ist diese Schutzschicht unverzichtbar. Denn wenn der Stahl weiter rostet, nützt auch der schönste Reparaturmörtel nichts.

Betonersatz: Wenn große Stücke fehlen
Bei größeren Abplatzungen oder Löchern reicht Spachteln nicht. Hier kommen Betonersatzsysteme ins Spiel. Das sind spezielle Mörtel, oft kunststoffmodifiziert, die entweder von Hand oder maschinell aufgetragen werden.
Eine Haftbrücke sorgt dafür, dass der neue Mörtel sich mit dem alten Beton verbindet. Danach wird Schicht für Schicht aufgebaut. Wichtig: Jede Lage muss anziehen, bevor die nächste folgt.
Ein Beispiel: An einer Außentreppe ist eine ganze Stufenkante weggebrochen. Mit Reparaturmörtel lässt sich die Kante wieder aufbauen. Wer dabei sorgfältig arbeitet, hat am Ende eine fast unsichtbare Reparatur.
Risse schließen – elastisch oder kraftschlüssig
Nicht jeder Riss ist gleich. Manche stören nur optisch oder lassen Feuchtigkeit eindringen. Andere gefährden die Tragfähigkeit.
- Elastische Abdichtungen eignen sich, wenn sich das Bauteil noch leicht bewegt, etwa bei Temperaturwechseln. Eingepresste Harze bleiben flexibel.
- Kraftschlüssige Injektionen kommen zum Einsatz, wenn Risse statisch relevant sind. Hier werden besonders feste Harze verwendet, die den Beton wieder „zusammenkleben“.
Die Abdichtungsinjektionen besitzen eine gewisse Flexibilität, so dass sie leichte Bewegungen des Bauwerks problemlos mitmachen. Das darf bei kraftschlüssigen Injektionen natürlich nicht der Fall sein.
Heimwerker oder Fachmann?
Nicht jede Betonsanierung ist Heimarbeit. Grundregel: Geht es um tragende Bauteile, gehört die Sanierung in Profihand.
Heimwerker können dagegen kleinere Schäden an nicht tragenden Teilen selbst reparieren – etwa eine Mauer im Garten oder eine Kellertreppe. Wichtig ist, das richtige Material zu verwenden. Normale Spachtelmasse taugt nicht. Es muss ein Reparaturmörtel für Beton sein.
Bei Unsicherheit sollte immer ein Statiker oder Bauingenieur gefragt werden. Denn Schäden können tiefer gehen, als man auf den ersten Blick sieht.
Vorbeugung: Schäden gar nicht erst entstehen lassen
Am besten ist es, wenn es gar nicht zur Sanierung kommt. Dafür gibt es einfache Maßnahmen:
- Betonflächen mit einem Schutzanstrich versehen.
- Feine Risse sofort füllen, bevor Wasser eindringt.
- Beton vor starker Witterung schützen, etwa durch Abdeckungen oder Entwässerung.
Beispiel: Eine frei stehende Gartenmauer bekommt regelmäßig Schlagregen ab. Ein transparenter Schutzanstrich reduziert die Wasseraufnahme – und verlängert die Lebensdauer erheblich.
Fazit: Geduld, System und das richtige Material
Betonsanierung klingt komplizierter, als sie im Alltag oft ist. Wer kleine Schäden früh erkennt und beseitigt, spart viel Aufwand. Bei größeren Problemen gilt: erst die Ursache klären, dann systematisch vorgehen.
Was bringt es zum Beispiel, die Risse im Beton zu schließen, wenn die ursächlichen Setzungsvorgänge noch gar nicht zur Ruhe gekommen sind.
Sanierung bedeutet nicht einfach Flickwerk, sondern ein planvolles Vorgehen nach Vorschrift. Dann bleibt Beton so, wie er sein soll: dauerhaft und tragfähig.

FAQ zur Betonsanierung
1. Wie viel kostet eine Betonsanierung (pro m² oder am Balkon)?
Die Kosten hängen stark vom Schadensausmaß, der Zugänglichkeit und der gewählten Methode ab. Für einfache Flächen liegen sie meist zwischen 80 und 150 Euro pro m². Bei Balkonen oder schwer zugänglichen Stellen können die Kosten höher sein. Ein Kostenvoranschlag durch eine Fachfirma ist immer empfehlenswert.
2. Wer darf eine Betonsanierung ausführen?
Grundsätzlich dürfen nur Fachfirmen mit entsprechend geschultem Personal eine Betonsanierung übernehmen. Sie müssen die Vorgaben der Instandsetzungsrichtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb) kennen und anwenden. Heimwerker sollten nur kleine kosmetische Reparaturen vornehmen, nicht aber sicherheitsrelevante Sanierungen.
3. Welches Material bzw. welcher Mörtel eignet sich für eine Betonsanierung?
Zum Einsatz kommen spezielle Reparaturmörtel und Betonersatzsysteme, die auf die Schadensart abgestimmt sind. Häufig handelt es sich um zementgebundene, kunststoffvergütete Mörtel, die eine hohe Haftung und Beständigkeit bieten. Normale Baumarkt-Mörtel sind für tragende Bauteile ungeeignet.
4. Wie läuft eine Betonsanierung ab und welche Verfahren gibt es (z. B. Wasserstrahltechnik)?
Eine Sanierung umfasst mehrere Schritte:
- Freilegen und Reinigen des schadhaften Betons.
- Entfernen der losen Betonteile, häufig durch Stemmen oder Wasserstrahlen.
- Reinigen und Korrosionsschutz der Bewehrung.
- Auftragen von Haftbrücken und Reparaturmörtel.
- Oberflächenschutz (z. B. Beschichtung gegen Feuchtigkeit und Schadstoffe).
Bei der Wasserstrahltechnik wird der Beton mit Hochdruckwasser abgetragen, ohne die Bewehrung zu beschädigen.
5. Was versteht man unter Betonsanierung, was bedeutet Karbonatisierung und lohnt sich die Sanierung überhaupt?
- Betonsanierung bezeichnet Maßnahmen zur Wiederherstellung der Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit von Betonbauteilen.
- Karbonatisierung ist ein chemischer Prozess: Kohlendioxid aus der Luft reagiert mit dem Beton, der pH-Wert sinkt und die Stahlbewehrung beginnt zu rosten.
- Lohnenswert ist eine Sanierung fast immer, wenn das Bauteil statisch wichtig ist – zum Beispiel bei Balkonen, Brücken oder Stützen. Sie verlängert die Lebensdauer erheblich und ist günstiger als ein Abriss mit Neubau.
6. Warum rostet Eisen im Beton nicht?
Normalerweise ist die Bewehrung im Beton durch das alkalische Milieu (hoher pH-Wert) geschützt. Es bildet sich eine Passivschicht auf dem Stahl, die Korrosion verhindert. Dieser Schutz geht jedoch durch Karbonatisierung oder das Eindringen von Chloriden (z. B. Streusalz) verloren – dann beginnt der Stahl zu rosten.
















Der Bericht ist so ganz gut, jedoch mit der Drahtbürste ist es bei oberflächigen Rostablagerungen und Carbonarisierung freien Beton azuwenden und viele Hersteller bestehen auf Sandstrahlen in Sa2,5