Kaninchenstall selber bauen: Stabile 2-Etagen-Konstruktion im Eigenbau

Von Dominik Hochwarth

Dieser Beitrag führt Sie durch den Bau eines professionellen Kaninchenstalls auf zwei Ebenen. Wir setzen auf eine robuste Rahmenbauweise aus Konstruktionsvollholz, die Schutz vor Witterung und Fressfeinden garantiert. Die Anleitung umfasst detaillierte Schritte vom Grundgerüst über die integrierte Lauframpe bis hin zur wetterfesten Dachkonstruktion.

Der Kaninchenstall ermöglicht ein Wohnen auf zwei Ebenen
Der Kaninchenstall ermöglicht ein Wohnen auf zwei Ebenen

Das erwartet Sie in diesem Beitrag

Die Wahl des optimalen Standorts im Garten

Bevor Sie das erste Holz zersägen, müssen Sie den Platz im Garten genau prüfen. Kaninchen sind empfindlich gegenüber Hitze und Zugluft. Ein Fehler bei der Platzierung mindert die Lebensqualität der Tiere erheblich. Wählen Sie einen Ort, der hell ist, aber keine direkte Mittagssonne abbekommt.

Suchen Sie einen Platz im Halbschatten. Die Vorderseite des Stalls sollte idealerweise nach Osten oder Südosten zeigen. So weichen Sie der Wetterseite aus, die in Deutschland meist im Westen liegt. Regen peitscht dann nicht direkt in den offenen Auslauf. Achten Sie auf einen ebenen und festen Untergrund. Wenn der Stall auf dem Rasen steht, müssen Sie den Boden zusätzlich gegen Untergraben sichern. Füchse und Marder graben sich sonst unter dem Rahmen hindurch. Eine Basis aus Gehwegplatten ist hier eine saubere und sichere Lösung.

Außenmaße des fertigen Stalls

  • Breite: 1410 mm
  • Tiefe: 635 mm
  • Höhe: 914 mm

Aufbau

Dach: Pultdach mit Gefälle nach hinten 1 content.

Untere Ebene: offener Auslauf mit Drahtgitter

Obere Ebene: geschlossener Schlaf- und Rückzugsbereich

Verbindung: schräge Rampe

Holz

  • Konstruktionsholz 60 × 120 mm (≈ 2×4)
    • 2 × 1410 mm
    • 2 × 864 mm (vordere Beine)
    • 2 × 762 mm (hintere Beine)
    • 4 × 457 mm
  • Latten 45 × 45 mm (≈ 2×2), insgesamt 12 Stück à 2400 mm, Zuschnitte siehe unten

Platten

  • 1 Verbundplatte / Siebdruckplatte / wetterfeste Holzwerkstoffplatte
    • Stärke: ca. 9–10 mm
    • Rohformat: 1220 × 2440 mm

Draht & Beschläge

  • Volierendraht (Maschenweite max. 12–19 mm), ca. 2 m²
  • 3–4 wetterfeste Scharniere
  • 2 Riegel (oben und unten)
  • Dachplatte (Wellkunststoff, Bitumen oder Metall)

Schrauben & Verbindungsmittel

Tackerklammern oder Leisten zur Drahtbefestigung

Holzschrauben 4 × 40 mm

Holzschrauben 5 × 60 mm

Holzleim (D3 oder D4)

Latten 45 x 45 mm (alle Maße in Millimeter)

4 × 165 (Rampen-Sprossen)

4 × 1181

2 × 864

2 × 806 (Rampe, Gehrung 27°)

4 × 521

1 × 511

2 × 489

2 × 473

4 × 454

4 × 444

1 × 425

2 × 387

2 × 378

3 × 324

2 × 318

2 × 241

Rückwand links: 730 × 362 mm

Rückwand rechts: 527 × 362 mm

Seitenwand links (trapezförmig):

Höhe 508 mm, oben 378 mm, unten 476 mm

Seitenwand rechts: 508 × 476 mm

Mittelwand (mit Durchgang): 511 × 403 mm

Öffnung: 203 mm breit

Unterkante Öffnung: 152 mm über Plattenunterkante

Türfüllung: 438 × 352 mm

Kapp- oder Gehrungssäge

Handkreissäge oder Tischkreissäge

Stichsäge (für Durchgangsbogen)

Akkuschrauber

Maßband, Winkel, Bleistift

Tacker

Schutzbrille und Gehörschutz

Planung und Materialauswahl

Bevor Sie die Säge ansetzen, schauen wir uns die Dimensionen an. Der Stall hat eine Gesamtbreite von 1410 mm. Die Tiefe beträgt 635 mm. Mit einer Höhe von 914 mm bleibt die Konstruktion kompakt und trotzdem geräumig. Das Pultdach weist ein Gefälle nach hinten auf. So fließt Regenwasser zuverlässig ab.

Wählen Sie das Holz sorgfältig aus. Für das Skelett nutzen wir 60 × 120 mm starkes Konstruktionsholz. Dies sorgt für die nötige Standfestigkeit. Für die inneren Rahmen und Türen kommen Latten im Format 45 × 45 mm zum Einsatz. Bei den Platten für die Wände greifen Sie am besten zu Siebdruckplatten oder wasserfest verleimten Sperrholzplatten. Diese halten der Feuchtigkeit im Außenbereich gut stand.

Die benötigten Materialien in der Übersicht:

KomponenteMaterial / MaßeMenge / Details
HauptrahmenKonstruktionsholz 60 × 120 mm2 × 1410 mm, 2 × 864 mm, 2 × 762 mm, 4 × 457 mm
InnenausbauLatten 45 × 45 mm12 Stück à 2400 mm (für Zuschnitte)
WandplattenSiebdruck-/Verbundplatte (10 mm)1 Platte (1220 × 2440 mm)
SchutzVolierendraht (12–19 mm Masche)ca. 2 m²
BeschlägeScharniere & RiegelWetterfeste Ausführung
DachWellkunststoff oder BitumenPassend für 1410 × 635 mm + Überstand

Schritt 1: Untergestell und Pfosten

Der Bau beginnt mit dem massiven Grundrahmen. Dieser trägt später das gesamte Gewicht und bildet den Rahmen für den unteren Auslauf. Nehmen Sie die vier Beine aus dem 60 × 120 mm Holz zur Hand. Zwei Beine schneiden Sie auf 864 mm zu. Diese bilden die Vorderseite. Die hinteren Beine messen 762 mm. Durch diesen Längenunterschied entsteht später die Neigung des Daches.

Legen Sie jeweils ein vorderes und ein hinteres Bein flach auf den Boden. Verbinden Sie diese unten mit einem 1410 mm langen Längsholz. Setzen Sie zwei Querhölzer von 457 mm Länge dazwischen. Verwenden Sie für diese massiven Verbindungen 5 × 60 mm Schrauben. Bohren Sie jedes Loch vor. So verhindern Sie, dass das Holz reißt. Achten Sie strikt auf die Rechtwinkligkeit. Nutzen Sie einen großen Schreinerwinkel zur Kontrolle. Wenn der untere Rahmen steht, ist die Basis für den Auslauf geschaffen.

Untergestell und Beine

Kurz und kompakt:

Schneiden Sie vier Beine aus 60×120-mm-Holz:

  • vorne 864 mm
  • hinten 762 mm

Der Höhenunterschied erzeugt später das Dachgefälle. Richten Sie die Beine paarweise aus und verschrauben Sie sie unten mit den 1410 mm langen Längshölzern. Dazwischen kommen zwei Querhölzer 457 mm. Alles rechtwinklig ausrichten, vorbohren, verschrauben.

Ergebnis: stabiler Sockelrahmen für den Auslauf.

Schritt 2: Die zweite Ebene montieren

Auf der Höhe des späteren Zwischenbodens montieren Sie den zweiten Rahmen. Dieser besteht erneut aus zwei Längshölzern (1410 mm) und den passenden Querhölzern. Dieser Rahmen markiert die Grenze zwischen dem unteren Freigehege und dem oberen Wohnbereich. Er stabilisiert zudem die gesamte Pfostenkonstruktion.

Prüfen Sie mit der Wasserwaage, ob der Rahmen waagerecht sitzt. Da die hinteren Pfosten kürzer sind als die vorderen, dient die Oberkante der Pfosten später direkt als Auflage für das Dach. Der Zwischenrahmen hingegen muss absolut im Lot sein, damit die Tiere eine ebene Fläche zum Laufen haben.

zweite Ebene montieren

Kurz und kompakt:

In gleicher Weise montieren Sie auf Höhe der oberen Ebene einen zweiten Rahmen:

  • wieder Längshölzer 1410 mm
  • Querhölzer 457 mm

Jetzt steht das Grundgerüst mit zwei Ebenen.

Schritt 3: Innenrahmen aus Latten

Nun folgt die Detailarbeit. Die 45 × 45 mm Latten bilden das Gerüst für die Wände und die Türen. Sie unterteilen die großen Flächen in handliche Felder. Beginnen Sie mit den oberen Zargen in einer Länge von 1181 mm. Diese verbinden die Pfosten im oberen Bereich.

Arbeiten Sie sich nun durch die Zuschnittliste. Die Latten dienen nicht nur der Stabilität. Sie sind gleichzeitig die Auflagefläche für die Plattenelemente und den Draht. Jede Verbindung sollte zusätzlich zum Verschrauben geleimt werden. Dies erhöht die Verwindungssteifigkeit des Stalls massiv. Besonders wichtig ist dies bei den Türöffnungen. Verziehen sich diese Rahmen, klemmen später die Türen. Achten Sie darauf, dass die Mittelwand genau an der vorgesehenen Stelle platziert werden kann.

Innenrahmen aus Latten aufbauen

Kurz und kompakt:

Die 45×45-mm-Latten bilden:

  • Wandfelder
  • Türöffnungen
  • Rahmen für Drahtgitter
  • Auflageflächen für Platten

Beginnen Sie mit den langen Latten (1181 mm) als obere Zargen.
Ergänzen Sie senkrechte und waagerechte Streben gemäß Zuschnittliste.
Alle Verbindungen leimen und verschrauben.

Achten Sie darauf, dass:

  • Türöffnungen exakt rechtwinklig sind
  • die Mittelwand später exakt passt

Schritt 4: Bau der Lauframpe

Kaninchen müssen sicher von unten nach oben gelangen. Dafür bauen Sie eine Rampe. Die Seitenteile haben eine Länge von 806 mm. Schneiden Sie die Enden in einem Winkel von 27° auf Gehrung zu. So liegt die Rampe oben bündig auf und schließt unten sauber am Boden ab.

Für die nötige Griffigkeit sorgen kleine Holzsprossen. Nutzen Sie dafür die 165 mm langen Holzstücke. Schrauben Sie diese in regelmäßigen Abständen auf die Rampe. Die Abstände sollten so gewählt sein, dass die Tiere weder rutschen noch stolpern. Brechen Sie alle Kanten mit Schleifpapier. So vermeiden Sie Verletzungen an den Pfoten.

Lauframpe Kaninchenstall

Kurz und kompakt:

Die Rampe verbindet unteren Auslauf und obere Etage.

  • Seitenteile: 806 mm, Gehrung 27°
  • Sprossen: 165 mm, gleichmäßig verteilt

Sprossen verschrauben, Kanten brechen.
Die Rampe sollte trittsicher sein – ggf. zusätzliche Querleisten montieren.

Schritt 5: Montage der Platten

Jetzt bekommt der Stall sein Gesicht. Montieren Sie die vorbereiteten Platten an den Rahmen. Die Seitenwände werden von außen auf das Holzskelett geschraubt. Die linke Seitenwand ist trapezförmig zugeschnitten, um dem Dachgefälle zu folgen. Sie hat eine vordere Höhe von 508 mm.

Setzen Sie die Rückwände ein. Beachten Sie dabei die Aussparungen für die Rahmenhölzer. Ein zentrales Element ist die Mittelwand. Sie trennt den oberen Bereich in einen offenen und einen geschlossenen Teil. Sägen Sie mit der Stichsäge einen Durchgangsbogen aus. Die Öffnung sollte etwa 203 mm breit sein. Platzieren Sie die Unterkante des Durchgangs 152 mm über der Plattenunterkante. So bleibt die Einstreu im geschlossenen Bereich liegen, wenn das Tier nach draußen hoppelt.

Platten montieren

Kurz und kompakt:

Jetzt wird der Stall geschlossen:

  • Seitenwände außen auf den Rahmen schrauben
  • Rückwände einsetzen, Aussparungen berücksichtigen
  • Mittelwand montieren, Durchgang sauber aussägen
  • Türfüllung vorbereiten

Platten immer vorbohren, um Ausrisse zu vermeiden.

Schritt 6: Drahtgitter einsetzen

Ein Kaninchenstall muss ein Tresor gegen Marder und Füchse sein. Verwenden Sie daher ausschließlich stabilen Volierendraht. Herkömmlicher „Hasendraht“ mit sechseckigen Maschen ist oft zu dünn. Raubtiere können diesen durchbeißen. Der hier verwendete Draht sollte eine Maschenweite von maximal 19 mm haben.

Bespannen Sie alle offenen Felder des unteren Auslaufs und die Frontbereiche der oberen Etage. Tackern Sie den Draht alle 5 cm fest. Um zu verhindern, dass die Tiere an scharfen Drahtkanten hängen bleiben, decken Sie die Ränder mit schmalen Holzleisten ab. Dies sieht zudem deutlich sauberer aus.

Drahtgitter einsetzen

Kurz und kompakt:

Alle offenen Felder erhalten Volierendraht:

  • unten: kompletter Auslauf
  • oben: Frontbereiche

Draht straff spannen, mit Tacker fixieren und mit Holzleisten sichern.
Keine scharfen Drahtenden stehen lassen – Verletzungsgefahr.

Schritt 7: Türen bauen und einhängen

Der Stall benötigt mehrere Zugänge. Bauen Sie die Türrahmen aus den 45 × 45 mm Latten. Je nach Position erhalten die Türen eine Füllung aus Draht oder aus einer Holzplatte. Die Passgenauigkeit ist hier entscheidend. Türen müssen leichtgängig sein, sicher schließen und auch von Kindern nicht versehentlich geöffnet werden.

Verwenden Sie robuste, wetterfeste Scharniere. Für die Verriegelung eignen sich Bolzenriegel oder Überfallen. Montieren Sie pro Tür mindestens einen Riegel. Bei großen Türen sind zwei Verschlüsse (oben und unten) sicherer, damit sich das Holz bei Feuchtigkeit nicht verzieht und Spalten entstehen.

Türen bauen und einhängen

Kurz und kompakt:

Türrahmen aus 45×45 mm bauen, Draht oder Platte einsetzen.
Mit Scharnieren befestigen, Riegel montieren.

Türen müssen:

  • leichtgängig sein
  • sicher schließen
  • auch von Kindern nicht versehentlich geöffnet werden

Schritt 8: Dach montieren

Legen Sie Dachlatten auf den oberen Rahmen. Darauf montieren Sie die Dachplatte. Ob Sie sich für Wellkunststoff, Bitumenschindeln oder ein Metallblech entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Wichtig ist ein großzügiger Überstand an allen Seiten. Vor allem an der Rückseite sollte das Dach etwa 10 cm überstehen. So läuft das Wasser kontrolliert ab, ohne die Rückwand dauerhaft zu durchfeuchten.

Wir bauen ein Pultdach mit einem Gefälle nach hinten. Hier sind die spezifischen Maße für eine optimale Überdachung:

BauteilMaterialMaße in mm
DachplatteSiebdruck oder Wellkunststoff1550 × 800
Trägerleisten (3x)Holzlatte 45 × 45750
Überstand vorne80
Überstand hinten110
Überstand seitlichje 70

Verschrauben Sie das Dachmaterial mit speziellen Spenglerschrauben inklusive Dichtungsscheibe. So bleibt die Konstruktion an den Bohrlöchern wasserdicht.

Dach montieren

Kurz und kompakt:

  • Auf den oberen Rahmen Dachlatten setzen.
  • Dachplatte mit Gefälle nach hinten montieren.
  • Überstand einplanen, damit Regen abtropfen kann.

Schritt 9: Oberflächen schützen

Damit Sie lange Freude an dem Bauwerk haben, ist ein Oberflächenschutz notwendig. Schleifen Sie alle Außenflächen sorgfältig ab. Behandeln Sie das Holz mit einer wetterfesten Lasur oder einer schützenden Farbe. Achten Sie darauf, dass diese für Tiere unbedenklich ist.

Im Innenbereich ist Vorsicht geboten. Kaninchen knabbern gerne am Holz. Lassen Sie die Innenseiten entweder komplett unbehandelt oder verwenden Sie ausschließlich Produkte, die als „speichelecht“ oder für Kinderspielzeug geeignet zertifiziert sind. Ein Anstrich der Bodenplatte mit einer lebensmittelechten Epoxidharz-Beschichtung kann die Reinigung erleichtern und das Holz vor Urin schützen. Noch besser ist es, eine passgenaue Kunststoffwanne in den Schlafbereich einzulegen. Das erleichtert das Ausmisten und schützt das Holz zu 100%.

Oberflächen schützen

Kurz und kompakt:

  • Alle Außenflächen schleifen. 
  • Mit wetterfester Lasur oder Farbe behandeln.
  • Innen unbehandelt lassen oder nur speichelechte Produkte verwenden.

Schritt 10: Letzte Handgriffe

Hängen Sie die Rampe ein. Eine klappbare Befestigung an der oberen Etage ist hierbei sehr praktisch. So können Sie die Rampe zur Reinigung des unteren Bereichs einfach hochklappen oder herausnehmen. Kontrollieren Sie abschließend das gesamte Bauwerk auf herausstehende Schraubenköpfe oder Splitter. Nach der Trocknung der Farbe ist der zweistöckige Stall bereit für seine Bewohner.

Rampe einsetzen

Kurz und kompakt:

  • Rampe unten auflegen, oben anschrauben oder einhängen.
  • Eine klappbare Befestigung erleichtert die Reinigung.

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