Wie benutzt man ein Bidet? Der praktische Ratgeber

Von Dominik Hochwarth

Die Benutzung eines Bidets wirkt auf viele Menschen zunächst ungewohnt. In Deutschland ist es nur wenig verbreitet. Wer jedoch häufig in südlichen Ländern unterwegs ist, kennt es. Vielleicht wissen sie aber nicht, wie es korrekt verwendet wird. Dabei gibt es durchaus Gründe, ein Bidet zu nutzen. Wasser reinigt gründlicher als Papier. Das gilt für Hände, Geschirr und auch für den Intimbereich. Wer das Prinzip verstanden hat, kommt schnell zurecht. Entscheidend ist nur, welches System im Bad installiert ist. Denn je nach Bauart unterscheidet sich die Anwendung. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie ein Bidet richtig nutzen.

Bidet nutzen
Das Bidet zu nutzen ist gar nicht so kompliziert, wie es sich im ersten Moment vielleicht anfühlt

Das erwartet Sie in diesem Beitrag

Warum überhaupt ein Bidet?

Toilettenpapier entfernt Schmutz, aber es reinigt nicht wirklich. Es verteilt eher. Wasser spült Rückstände weg. Das ist hygienischer und oft auch angenehmer für die Haut. Gerade bei empfindlicher Haut, nach Operationen oder bei eingeschränkter Beweglichkeit ist ein Bidet eine sinnvolle Lösung.

Hinzu kommt der Verbrauch. Wer Wasser nutzt, braucht deutlich weniger Papier. Das schont Abflussrohre und spart langfristig Kosten. In vielen Ländern gehört das Bidet längst zur Standardausstattung. In deutschen Bädern setzt es sich langsam durch – oft in moderner Form als Dusch-WC oder Hygienedusche.

Drei Systeme, drei Anwendungen

Die Reinigung mit Wasser statt Toilettenpapier ist auf unterschiedliche Weise möglich. Neben dem klassischen Bidet gibt es mittlerweile immer häufiger Dusch-WCs, bei denen das Bidet bereits integriert ist. In südlichen Ländern hängt häufig auch eine Handbrause neben der Toilette.

Das klassische Bidet: separates Becken

Das klassische Bidet ähnelt einem niedrigen Waschbecken. Es steht meist direkt neben der Toilette. Technisch ist es simpel, in der Anwendung ebenfalls.

Nach dem Toilettengang wechseln Sie zum Bidet. Viele Menschen wischen zuvor einmal kurz mit Papier vor. Das ist kein Muss, erleichtert aber die Reinigung. Danach setzen Sie sich auf das Becken. Ob mit dem Gesicht zu den Armaturen oder mit dem Rücken zur Wand, bleibt Ihnen überlassen. Mit Blick auf den Wasserhahn lässt sich Temperatur und Wassermenge meist besser regeln.

Öffnen Sie den Hahn langsam. Prüfen Sie die Temperatur mit der Hand, bevor Wasser den Körper berührt. Lauwarm reicht völlig. Dann reinigen Sie den Intimbereich mit der Hand oder lassen den Wasserstrahl gezielt wirken. Eine milde, pH-neutrale Waschlotion ist möglich, aber nicht nötig.

Zum Schluss trocknen Sie sich ab. Dafür eignen sich Toilettenpapier oder ein kleines Handtuch. Wichtig ist, dass dieses Handtuch nur für diesen Zweck genutzt wird und regelmäßig in die Wäsche kommt.

Das Dusch-WC: Bidet und Toilette in einem

Das Dusch-WC kombiniert Toilette und Wasserreinigung in einem Gerät. Die Technik steckt im Keramikkörper. Bedient wird sie über seitliche Tasten oder eine Fernbedienung.

Nach dem Toilettengang bleiben Sie sitzen. Mit einem Knopfdruck startet die Reinigung. Eine Düse fährt aus und sprüht Wasser von unten. Moderne Geräte erlauben es, Wasserdruck, Temperatur und Position anzupassen. Das klingt technisch, ist aber selbsterklärend.

Viele Modelle besitzen zusätzlich eine Warmluftfunktion. Sie trocknet die Haut nach der Reinigung. Falls diese Funktion fehlt oder nicht genutzt wird, reicht ein wenig Toilettenpapier. Ein Dusch-WC braucht keinen Platzwechsel und gilt daher als besonders komfortabel.

Die Hygienedusche: flexibel und platzsparend

Die Hygienedusche ist eine kleine Handbrause neben der Toilette. Sie findet sich häufig in asiatischen oder arabischen Ländern, wird aber auch hierzulande beliebter. Vor allem in kleinen Bädern ist sie eine praktikable Lösung.

Sie bleiben auf der Toilette sitzen und nehmen die Brause in die Hand. Führen Sie sie von hinten oder vorne unter den Körper. Bevor Sie gezielt reinigen, testen Sie den Wasserdruck kurz im Becken. Viele Anlagen liefern mehr Druck, als erwartet.

Dann reinigen Sie den Intimbereich mit einem kurzen Wasserstrahl. Auch hier gilt: wenig Druck, lauwarmes Wasser. Anschließend trocknen Sie sich mit Papier ab. Die Handbrause sollte nach der Nutzung wieder sauber in der Halterung hängen.

Häufige Unsicherheiten und klare Antworten

Viele Menschen fragen sich, ob Wasser allein wirklich reicht. Die Antwort ist einfach: Ja. Im Alltag genügt klares Wasser vollkommen. Seifen können die Haut austrocknen und sind nur bei Bedarf sinnvoll.

Ein weiterer Punkt ist die Richtung beim Reinigen. Für Frauen gilt: immer von vorne nach hinten. Das senkt das Risiko, Keime zu verschleppen. Dieser Grundsatz gilt unabhängig vom System.

Auch die Frage nach der Wassertemperatur taucht oft auf. Extremes ist unnötig. Lauwarm ist angenehm und sicher. Prüfen Sie bei Stand-Bidets immer vorab mit der Hand.

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