Wer eine Gartentreppe selbst bauen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Eine Variante besteht darin, Fertigteile zu setzen. Diese lassen sich relativ schnell verlegen. Die andere Möglichkeit ist eine vor Ort betonierte Gartentreppe.
Diese Bauweise ist deutlich aufwendiger. Fundament, Schalung und Bewehrung müssen sorgfältig geplant und ausgeführt werden. Dafür lässt sich die Treppe exakt an das Gelände anpassen. Mit etwas handwerklichem Geschick können auch Selbermacher*innen eine solche Treppe bauen. Im Folgenden erfahren Sie, worauf Sie beim Planen, Einschalen und Betonieren einer Gartentreppe achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Gartentreppe aus Beton braucht einen tragfähigen und frostsicheren Untergrund.
- Für bequeme Stufen gilt als Faustregel: 2 × Steigung + Auftritt ≈ 63 cm.
- Die Schalung muss stabil ausgesteift werden, damit sie dem Betondruck standhält.
- Eine Bewehrung aus Betonstahl erhöht die Stabilität und verringert das Risiko von Rissen.
- Für Gartentreppen eignet sich Fertigbeton der Klasse C25/30.
- Die Stufen sollten ein leichtes Gefälle nach vorne haben, damit Wasser ablaufen kann.
- Wichtig ist auch die Nachbehandlung: Beton vor Sonne schützen und in den ersten Tagen feucht halten.
Das erwartet Sie in diesem Beitrag
- Planung der Gartentreppe
- Beispielrechnung
- Fundament und Unterbau
- Schalung der Gartentreppe
- Tipps für eine stabile Schalung
- Bewehrung der Gartentreppe
- Die Treppe betonieren
- Beton richtig nachbehandeln
- Treppe belegen oder beschichten
- Wann Sie besser eine Fachfirma beauftragen sollten
Planung der Gartentreppe
Keine Gartentreppe gleicht der anderen. Manche werden an eine Wand angeschlossen, andere stehen frei im Gelände. Auch die Höhe, die überwunden werden muss, ist von Grundstück zu Grundstück unterschiedlich.
Deshalb lassen sich nur allgemeine Regeln formulieren. Diese müssen Sie auf Ihr eigenes Bauprojekt übertragen.
Damit eine Treppe bequem zu begehen ist, sollten die Stufen bestimmte Proportionen einhalten. In der Treppenplanung gilt die sogenannte Schrittmaßregel:
2 × Steigung + Auftritt ≈ 63 cm
Diese Formel orientiert sich an der durchschnittlichen Schrittlänge eines Menschen.
Typische Werte für Gartentreppen sind:
| Maß | Empfehlung |
| Steigung der Stufen | 16–19 cm |
| Auftrittsbreite | 26–32 cm |
Eine größere Auftrittsfläche ist im Außenbereich oft angenehmer, weil Gartentreppen meist mit größeren Schritten begangen werden.

Beispielrechnung
Angenommen, Ihre Treppe soll einen Höhenunterschied von 1,50 m überwinden und 8 Stufen besitzen.
Steigung:
150 cm / 8 = 18,75 cm
Auftritt nach Schrittmassregel:
63 – (2 × 18,75) = 25,5 cm
Das liegt im üblichen Bereich.
Wichtiger als der exakte Wert ist jedoch, dass alle Stufen exakt gleich hoch und gleich tief sind. Schon kleine Unterschiede können später zu Stolperstellen führen.
Fundament und Unterbau
Damit sich die Treppe später nicht absenkt oder durch Frost beschädigt wird, braucht sie einen stabilen Untergrund.
Bei gewachsenem, tragfähigem Boden reicht meist ein Frostschutzunterbau:
- etwa 20–30 cm Schotter oder Frostschutzkies
- lagenweise verdichtet
Bei lockerem oder aufgeschüttetem Boden empfiehlt sich dagegen eine frostfreie Gründung. Dafür wird der Boden etwa 80 cm tief ausgeschachtet und ein Betonfundament eingebracht.
Eine gute Verdichtung des Untergrunds ist entscheidend. Setzungen führen sonst später zu Rissen in der Treppe.
Aufbau einer Gartentreppe aus Beton
Eine dauerhaft haltbare Gartentreppe braucht mehr als nur Beton. Entscheidend ist der richtige Aufbau von unten nach oben:
• tragfähiger, gewachsener Untergrund oder frostsichere Gründung
• 20 bis 30 cm Frostschutzschicht aus Schotter oder Kies
• sorgfältige Verdichtung des Unterbaus
• stabile Schalung in der späteren Treppenform
• Bewehrung aus Betonstahl mit ausreichender Betonüberdeckung
• Beton, zum Beispiel in der Festigkeitsklasse C25/30
• leichtes Gefälle von 1 bis 2 % nach vorne, damit Regenwasser ablaufen kann
Wird die Treppe auf lockerem oder frisch aufgeschüttetem Boden gebaut, ist meist ein tiefer gegründetes Fundament nötig.
Schalung der Gartentreppe
Die Schalung bestimmt die spätere Form der Treppe. Sie besteht meist aus stabilen Brettern oder Schalplatten.
Je nach Situation gibt es zwei typische Varianten:
Treppe an eine Wand angeschlossen
Ist die Treppe seitlich an eine Wand angebunden, kann diese als Teil der Schalung dienen. Auf der Rückseite der Treppe empfiehlt sich zusätzlich ein stabiler Balken oder eine Strebe, damit sich die Schalung beim Betonieren nicht verformt.

Freistehende Gartentreppe
Steht die Treppe frei im Gelände, muss die Schalung rundum stabilisiert werden. Dabei werden die Schalbretter mit Streben und Pfosten abgestützt.

Tipps für eine stabile Schalung
Beim Einschalen sollten Sie einige Punkte beachten:
- Bretter verschrauben oder vernageln
- Holz vorher vorbohren, damit es nicht reißt
- Nägel nicht ins Hirnholz, sondern ins Längsholz setzen
- Schalung gut abstützen, Beton erzeugt hohen Druck
Lieber eine Strebe zu viel einbauen als zu wenig. Die Schalung lässt sich nach dem Ausschalen meist wiederverwenden.
Wenn der Beton später sichtbar bleiben soll, lohnt es sich, die Schalbretter vorher glatt zu schleifen. Alternativ können Sie ein Trennmittel oder Schalöl verwenden, damit sich die Bretter leichter lösen.
Bewehrung der Gartentreppe
Auch bei einer Gartentreppe sollte man auf eine Bewehrung aus Betonstahl nicht verzichten. Beton kann zwar hohe Druckkräfte aufnehmen, ist jedoch empfindlich gegenüber Zugspannungen. Die Stahlbewehrung verhindert Rissbildung und erhöht die Stabilität.
Geeignet sind Betonstähle mit Durchmessern von 8 mm oder 10 mm.
Die Stäbe werden in Treppenlaufrichtung eingebaut und mit querliegenden Stäben verbunden.
Typischer Abstand:
- etwa 15–20 cm
Die Bewehrung wird mit Bindedraht fixiert, damit sie beim Betonieren nicht verrutscht.
Wichtig ist außerdem die Betonüberdeckung. Der Stahl muss rundum von Beton umschlossen sein.
Empfehlung:
mindestens 3 cm Betonüberdeckung
Das lässt sich am einfachsten mit kleinen Abstandshaltern erreichen.
Die Treppe betonieren
Für eine Gartentreppe eignet sich am besten ein Fertigbeton der Festigkeitsklasse C25/30.
Der Beton wird möglichst in einem Arbeitsgang in die Schalung eingebracht. Dabei sollte er gut verdichtet werden, damit keine Hohlräume entstehen.
Das gelingt beispielsweise durch:
- Stampfen mit einem Holzstampfer
- leichtes Klopfen gegen die Schalung
- vorsichtiges Rütteln
Sind alle Stufen gefüllt, werden die Oberflächen mit Glättkelle und Reibebrett sauber abgezogen.
Achten Sie darauf, dass jede Stufe ein leichtes Gefälle von etwa 1–2 % nach vorne erhält. Dadurch kann Regenwasser ablaufen und bleibt nicht auf der Stufe stehen.
Beton richtig nachbehandeln
Nach dem Betonieren beginnt der Beton zu erhärten. In dieser Phase ist eine Nachbehandlung wichtig, damit keine Risse entstehen.
Der Beton sollte daher:
- vor direkter Sonne geschützt werden
- mehrere Tage leicht feucht gehalten werden
- gegebenenfalls mit Folie abgedeckt werden
Nach etwa 2 bis 3 Tagen kann die Schalung in der Regel entfernt werden.
Begehbar ist die Treppe meist nach einigen Tagen. Die volle Festigkeit erreicht Beton jedoch erst nach etwa 28 Tagen.
Treppe belegen oder beschichten
Wer die Treppe später mit Natursteinplatten oder Fliesen belegen möchte, sollte damit noch einige Wochen warten. Der Beton muss ausreichend erhärtet sein, sonst kann es zu Schäden kommen.
Besonders im Winter kann eingeschlossene Feuchtigkeit problematisch werden. Gefriert Wasser im Beton, kann es zu Abplatzungen oder gelösten Fliesen kommen.
Alternativ lässt sich die Oberfläche auch direkt beim Betonieren strukturieren, zum Beispiel mit einem Besenstrich. Das sorgt gleichzeitig für eine rutschhemmende Oberfläche.
Wann Sie besser eine Fachfirma beauftragen sollten
Auch wenn sich kleinere Gartentreppen durchaus selbst bauen lassen, gibt es Situationen, in denen das Projekt schnell über ein typisches Selbermacher-Vorhaben hinausgeht. Treppen sind bauliche Anlagen, die dauerhaft Lasten aufnehmen müssen. Fehler bei Planung oder Ausführung können später zu Schäden oder sogar zu Sicherheitsrisiken führen.
Besonders vorsichtig sollten Sie in folgenden Fällen sein:
- Große Höhenunterschiede: Wird ein Höhenunterschied von deutlich mehr als etwa einem Meter überwunden, steigen die Anforderungen an Fundament, Bewehrung und Konstruktion deutlich.
- Seitliche Erdlasten: Liegt die Treppe im Hang oder wird sie seitlich von Erdreich belastet, können zusätzliche Kräfte auftreten. In solchen Fällen sind häufig Stützmauern oder spezielle Gründungen erforderlich.
- Anschluss an Gebäude: Wird die Treppe direkt an ein Haus oder eine Terrasse angebaut, muss der Anschluss sorgfältig geplant werden. Andernfalls können Feuchtigkeitsschäden oder Risse entstehen.
- Geländerpflicht: Ab einer bestimmten Absturzhöhe kann ein Geländer vorgeschrieben sein. Dieses muss sicher verankert werden.
Auch baurechtliche Vorgaben können eine Rolle spielen, etwa bei größeren Anlagen im Vorgarten oder bei öffentlichen Zugängen.
Wenn Sie unsicher sind, lohnt es sich, zumindest Planung und Fundament von einer Fachfirma prüfen zu lassen. So vermeiden Sie spätere Schäden und sorgen dafür, dass Ihre Gartentreppe dauerhaft sicher genutzt werden kann.















Wow eine wirklich gut geschriebene Anleitung! Ich will mir dieses Jahr eigentlich auch eine Treppe in meinen Garten bauen, bin mir aber noch nicht ganz sicher, wie diese dann aussehen soll. Also welche Materialien, Formen usw.
Es gibt ja wirklich massenhaft Inspirationen, welche Treppen man im Garten anlegen kann.
Wegen der genauen Anordnung der Trittflächen habe ich eine Formel gefunden, nach der man die Stufenhöhe und die Stufentiefe anordnen soll. Würden Sie diese Formel bestätigen?
VG Thomas
Hallo Herr Rebner,
die Trittstufen können Sie nach der Treppenformel berechnen, siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Treppensteigung
Den Link zu Ihrem Text habe ich entfernt, wir wollen doch hier nicht unerlaubten Linkaufbau betreiben.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth
Hallo, kann man das Drainbeton-Fundament der untersten Stufe erst aushärten lassen und erst nach Aushärtung die Blockstufe mit dem Klebemörtel auf das trockene Fundament setzen? Oder muß alles „Nass in Nass“ gesetzt werden?
Vielen Dank für die Anleitung
Sorry, dass ich mich wegen Ostern erst so spät melde. Ich denke, dass Sie die Stufen problemlos auf den bereits ausgehärteten Beton setzen können.
Guten Abend, ich möchte bei mir Zuhause eine Stufe betonieren. Wirklich nur eine. Es ist ein Absatz von 35cm zu überwinden. Ich habe das alles laut der DIN Norm durchgerechnet und komme auf die Maße:
Lauflänge 62,58cm
Anzahl Auftritte 2,1; daraus errechnete exakte Steigungshöhe 16,6cm
Auftrittbreite 29,8cm
und einen Steigungswert von 0,56
Laut der DIN bin ich überall im Rahmen der Vorschriften, wenn ich mich nicht vertan habe.
Die Stufe soll an die Mauer herangesetzt werden. Nun habe ich mir Ihren sehr gut geschriebenen Beitrag durchgelesen und mir stellte sich die Frage, ob ich auch meine einzelne Stufe Bewehren muss? Wenn ja, wie ? Ich habe leider nichts spezielles für eine einzelne Treppenstufe gefunden.
theoretisch: Ja, weil der Beton seine Eigenschaften nicht ändert, auch wenn es nur eine Stufe ist. Aber ist das auch in der Praxis so gängig?
Die Betonstufe soll nur als Fundament dienen, ich möchte dieses im Anschluss noch mit Granit o.ä. verkleiden. Das heißt für mich im Umkehrschluss, wenn die Treppenstufe eine Höhe von 16,6cm, also 17cm besitzt, müsste ich das Fundament um die Stärke/Dicke der Granitplatte verringern, sodass ich am Ende bei 17cm lande, richtig?
Mit freundlichen Grüßen
Hallo Herr Hoppadietz,
DIN-Normen sind lediglich Empfehlungen, an denen man sich orientieren kann. Sie bauen ja nur für sich, und nicht für jemand anderes. Im Falle der Treppenstufen geht es ja um bequemes Begehen der Treppe. Das ist bei einer Stufe sicher zu vernachlässigen.
Viele Grüße
Hallo Herr Hochwarth,
vielen Dank für Ihren Artikel. Ich möchte bei mir im Garten bald auch eine Treppe betonieren. Diese soll zwischen zwei Wände. Eine Seite ist der Hauswand. Die andere Seite sind Granitpalisaden. Gibt es eine Möglichkeit die Treppe an den Wänden zu entkoppelt? Möchte schäden aufgrund der Dehnung vermeiden.
Wie würden die Schalung an den Granitpalisaden befestigen? Granit ist nicht optimal zum bohren.
Die Treppe soll zudem mehrere „Podeste“ beinhalten, da der Hang nicht sehr Steil ist. Müssen die Podeste und eventuell auch die Stufen ein Gefälle aufweisen, damit das Wasser abfließt?
Vielen Dank und viele Grüße.
Samuel
Sie helfen mir auch schon weiter, wenn Sie mir nur ein Teil der Fragen beantworten können :D
Hallo Samuel,
zur Entkopplung würde ich eine dünne XPS-Platte zwischen Treppe und Wand einbauen, da sollten wenige cm bereits ausreichen. Eine Gefälle kann bei der Treppe sicher nicht schaden, damit kein Wasser drauf stehen bleibt. Soll die Treppe gefliest werden, würde das Frostschäden hervorrufen, außerdem besteht sonst die Gefahr der Glatteisbildung. Das Gefälle kann minimal sein, so dass man davon auch nichts sieht.
Zur Befestigung der Schalung kann ich nicht viel sagen.
Viele Grüße
Dominik Hochwarth