Holzfaserdämmstoffe bieten eine ökologische Alternative zu herkömmlichen Dämmmaterialien. Sie dämmen zuverlässig gegen Hitze, Kälte und Schall, regulieren Feuchtigkeit und schaffen ein angenehmes Raumklima. Der Beitrag beleuchtet die wichtigsten Eigenschaften, Einsatzbereiche sowie Vor- und Nachteile – und erklärt, worauf Sie beim Einbau achten sollten.

Das erwartet Sie in diesem Beitrag
- Wärmeschutz trifft Nachhaltigkeit
- Herstellung: Nass oder trocken – zwei Wege zur Dämmplatte
- Gute Dämmwerte – vor allem im Sommer
- Auch im Winter gut gedämmt
- Schallschutz durch Masse
- Feuchtigkeitsregulierend und diffusionsoffen
- Wo Holzfaser überall dämmt
- Brandschutz – ein relativer Schwachpunkt
- Holzfasserdämmung und Mineralwolle im Vergleich
- Was kostet die Dämmung mit Holzfaser?
- Verarbeitung: Staubschutz und Werkzeug
- Wie nachhaltig ist die Holzfaserdämmung?
Wärmeschutz trifft Nachhaltigkeit
Wenn Sie nach einer natürlichen Lösung zum Dämmen Ihres Hauses suchen, führt kaum ein Weg an Holzfaserdämmstoffen vorbei. Die Platten oder Matten aus zerfasertem Restholz bieten nicht nur Schutz gegen Kälte, Hitze und Lärm – sie verbessern auch das Raumklima und passen zu einem ökologischen Baustil.
Holzfaserprodukte bestehen zu mindestens 85 % aus Holz – meist aus heimischen Nadelbäumen wie Fichte, Kiefer oder Tanne. Die übrigen Anteile bestehen aus Zuschlägen, die für bestimmte Eigenschaften wie Feuchteschutz oder Brandsicherheit sorgen. Damit gehören Holzfaserdämmstoffe zu den ökologisch verträglichen Alternativen im modernen Bauwesen.
Herstellung: Nass oder trocken – zwei Wege zur Dämmplatte
Zur Herstellung der Dämmplatten gibt es zwei Verfahren. Beim Nassverfahren werden die Holzfasern mit Wasser vermischt, gepresst, erhitzt und in Form geschnitten. Der Vorteil: Harz und Lignin im Holz wirken als natürlicher Kleber – Fremdstoffe sind meist nicht nötig.
Beim Trockenverfahren kommen hingegen oft synthetische Bindemittel wie PUR-Harze zum Einsatz. Dafür entstehen sehr druckstabile Platten, die sich sogar als Trittschalldämmung eignen. Beide Verfahren ermöglichen ein breites Spektrum an Produkten – von flexiblen Matten bis zu massiven Fassadenplatten.
- Herstellung: Aus Restholz von Nadelbäumen, im Nass- oder Trockenverfahren
- Formen: Platten (flexibel oder druckfest), Matten, loses Material für Einblasdämmung
- Wärmeleitfähigkeit: 0,04–0,055 W/(m·K)
- Besonderheiten: Gute Wärmespeicherung, feuchtigkeitsregulierend, schallschluckend
- Verwendung: Dachdämmung (zwischen/auf Sparren), Fassadendämmung (WDVS), Innendämmung, Trittschalldämmung, Decken, Wände, Einblasdämmung
- Brandschutzklasse: B2 (normal entflammbar), mit Zusätzen verbesserbar
- Nachhaltigkeit: Recyclingfähig, CO₂-speichernd, aus nachwachsenden Rohstoffen
- Kosten: ca. 20–45 €/m² je nach Produkt und Einsatzbereich
Gute Dämmwerte – vor allem im Sommer
Holz besitzt eine eher geringe Wärmeleitfähigkeit. Das heißt: Wärme wandert nur langsam hindurch. In Plattenform sorgt das für spürbare Dämmwirkung. Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei etwa 0,04 bis 0,055 W/(m·K). Damit gehört Holzfaser nicht zur Spitzengruppe, erfüllt aber alle Anforderungen der Energieeinsparverordnung.
Der eigentliche Vorteil liegt in der Wärmespeicherfähigkeit. Holzfasern können Hitze aufnehmen und zeitverzögert wieder abgeben. An heißen Sommertagen gelangt so weniger Wärme in den Wohnraum. Erst am Abend – wenn es draußen wieder kühler wird – geben die Platten die gespeicherte Energie langsam ab. Das sorgt gerade im Dachgeschoss für angenehme Temperaturen.
Auch im Winter gut gedämmt
Im Winter halten Holzfaserdämmstoffe die Wärme im Haus. Besonders in Altbauten, die oft unzureichend gedämmt sind, kann das den Energieverbrauch deutlich senken. Die poröse Struktur mit vielen eingeschlossenen Luftbläschen wirkt hier wie ein natürlicher Isolator.
- ✔ Geeigneten Dämmstoff für den Anwendungsbereich wählen (z. B. flexibel für Zwischensparren, druckfest für Aufdach)
- ✔ Platten mit Übermaß zuschneiden (bei Klemmdämmung ca. 1–2 cm breiter als Gefach)
- ✔ Nur geeignetes Werkzeug verwenden (z. B. Dämmstoffmesser, Säge mit Absaugung)
- ✔ Bei der Verarbeitung Staubschutzmaske und Staubabsaugung einsetzen
- ✔ Platten passgenau einfügen – keine Hohlräume oder Fugen lassen
- ✔ Bei Innendämmung auf passende Oberflächenbeschichtung achten (z. B. Funktionsschicht als Dampfsperre)
- ✔ Für WDVS nur zugelassene Holzfaserplatten mit Putzträgereigenschaften verwenden
- ✔ Übergänge und Anschlüsse sorgfältig dämmen (z. B. an Fenstern oder Balken)
- ✔ Witterungsschutz bei Außendämmung sicherstellen (z. B. rechtzeitig verputzen)
- ✔ Nacharbeiten (z. B. Verschnittentsorgung, Dichtheitsprüfung) nicht vergessen
Schallschutz durch Masse
Die vergleichsweise hohe Dichte macht Holzfaser zu einem effektiven Schallschutz. Die Struktur der Platten absorbiert Schallwellen – vor allem tiefe Frequenzen. Das kann etwa bei Trittschall in Holzbalkendecken oder bei Zwischenwänden einen deutlichen Unterschied machen.
Feuchtigkeitsregulierend und diffusionsoffen
Holzfaserdämmstoffe sind in der Regel diffusionsoffen. Das bedeutet, sie lassen Wasserdampf durch, ohne feucht zu werden. Gleichzeitig nehmen sie Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und geben sie langsam wieder ab. Dieser Feuchteausgleich hilft, Schimmelbildung an den Innenwänden zu vermeiden – ganz ohne zusätzliche Dampfsperre.
Wo Holzfaser überall dämmt
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig:
- Zwischen- oder Aufsparrendämmung am Dach
- Fassadendämmung als Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
- Innendämmung von Außenwänden oder Decken
- Trittschalldämmung unter Laminat, Parkett oder Estrich
- Einblasdämmung bei Hohlräumen in Altbauten
Für jede Anwendung gibt es passende Varianten – von flexiblen Matten für Holzständerwände bis hin zu druckfesten Platten mit Nut-und-Feder-System für massive Außenwände.
Brandschutz – ein relativer Schwachpunkt
Auch wenn Holz langsam brennt und dabei keine giftigen Gase freisetzt, zählt es laut DIN 4102-1 zur Baustoffklasse B2 – also „normal entflammbar“. Durch Zusätze wie Borsalze oder Ammoniumsulfat lassen sich Holzfaserdämmstoffe in ihrer Feuerbeständigkeit verbessern. Für Anforderungen an die Feuerwiderstandsklasse F 90-B oder sogar F 180-AB sind spezielle Produktvarianten verfügbar.
Holzfasserdämmung und Mineralwolle im Vergleich
| Kriterium | Holzfaserdämmung | Mineralwolle |
|---|---|---|
| Wärmeleitfähigkeit | 0,04–0,055 W/(m·K) | 0,032–0,045 W/(m·K) |
| Hitzeschutz im Sommer | Sehr gut (hohe Wärmespeicherkapazität) | Mittel (niedrigere Wärmespeicherung) |
| Schallschutz | Gut (dank hoher Dichte) | Sehr gut |
| Brandschutz | B2 (normal entflammbar), brennt langsam | A1 (nicht brennbar) |
| Feuchteregulierung | Sehr gut (diffusionsoffen) | Gering |
| Ökobilanz | Sehr gut (nachwachsender Rohstoff) | Energieintensiv, schwer recyclebar |
| Verarbeitung | Staubreich, mit speziellem Werkzeug | Einfach, aber kratzend auf der Haut |
| Kosten (ca.) | 20–45 €/m² | 5–20 €/m² |
Was kostet die Dämmung mit Holzfaser?
Die Preise liegen je nach Produkt, Stärke und Einsatzzweck zwischen 20 und 45 €/m². Flexible Matten sind günstiger, druckfeste Platten für Dach oder Fassade teurer. Bei der Einblasdämmung sind die Kosten pro Quadratmeter oft geringer. Insgesamt ist Holzfaserdämmung teurer als Mineralwolle – dafür ökologischer und vielseitiger einsetzbar.
Verarbeitung: Staubschutz und Werkzeug
Beim Schneiden der Platten entstehen feine Holzstäube. Deshalb empfiehlt sich das Arbeiten mit Staubabsaugung und Atemschutz. Flexible Platten lassen sich mit einem langen Messer oder Cutter zuschneiden. Für harte Varianten benötigen Sie eine Säge mit speziellem Sägeblatt.
Beim Einbau als Klemmdämmung sollten Sie die Platten 1–2 cm breiter zuschneiden, damit sie sich selbstständig zwischen Sparren oder Ständer einklemmen. Für Innenwände gibt es auch Platten mit mineralischer Funktionsschicht, die eine separate Dampfbremse überflüssig machen.
Wie nachhaltig ist die Holzfaserdämmung?
Die Ökobilanz fällt meist positiv aus. Die Fasern stammen aus Restholz, also Sägewerksabfällen, und sind vollständig recycelbar – solange keine synthetischen Zusätze beigemischt wurden. In diesem Fall können die Materialien kompostiert oder thermisch verwertet werden.
Hinzu kommt: Holz bindet CO₂. Dieses bleibt auch nach der Verarbeitung im Material gespeichert. Damit leistet Holzfaser einen Beitrag zum Klimaschutz – nicht nur während der Nutzung, sondern bereits bei der Herstellung.
Wie umweltfreundlich ist eine Holzfaserdämmung?
Holzfaserdämmstoffe bestehen überwiegend aus Restholz und sind recyclingfähig. Bei naturbelassenen Varianten ist sogar eine Kompostierung möglich.
Welche Lebensdauer haben Holzfaserplatten?
Bei fachgerechtem Einbau halten Holzfaserdämmstoffe mehrere Jahrzehnte – vergleichbar mit anderen Dämmstoffen.
Ist eine Dampfbremse bei Innendämmung notwendig?
Nicht immer. Viele Innendämmplatten verfügen über eine integrierte Funktionsschicht, die den Einsatz einer zusätzlichen Dampfbremse überflüssig macht.
Kann ich Holzfaser selbst verbauen?
Ja, vor allem flexible Platten lassen sich gut verarbeiten. Wichtig sind geeignetes Werkzeug, saubere Schnittkanten und gute Schutzmaßnahmen gegen Staub.
Wie brennbar ist Holzfaser im Vergleich zu anderen Dämmstoffen?
Holzfaser gehört zur Baustoffklasse B2 (normal entflammbar), brennt aber langsam und tropft nicht. Zusätze wie Borsalz verbessern den Brandschutz.
Ist Holzfaser für Feuchträume geeignet?
Ja, mit speziellen Zusätzen wie Paraffin imprägnierte Platten eignen sich auch für feuchtere Innenbereiche – allerdings nicht für direkte Spritzwasserzonen.
Was kostet eine Holzfaserdämmung?
Je nach Produkt und Anwendung zwischen 20 und 45 €/m². Einblasdämmungen sind meist günstiger, druckfeste Dachplatten teurer.















Warum sind die Holzfaserdämmstoffe in Brandklasse B2 und nicht in B3 eingeordnet?
Weil Holzfaserdämmstoffe normal und nicht rasant abbrennen
Ich habe eigentlich erst Holzfaserdämmplatten einbauen wollen, allein wegen der guten Schallschutzeigenschaften und weil natürliches Material und dann aber keine Holzfaserdämmplatten nehmen wollen weil ich Angst hatte vor Ausdünstungen wie bei Preßspan.
Aber habe gelesen, daß es Holzfaserplatten gibt, die ohne Chemieklebstoffe nur durch die Harze des (Tannen)-Baumes zusammengeklebt werden unter Hitze.
Was ich mich dennoch frage, ist, ob bei Holzfaserdämmplatten, wenn man sie im Dachbereich einsetzt, sowas hier passieren kann wie mit Steinwolle und Glaswolle oder Styropordämmungen:
http://heimwerk.ch/konrad-fischer-zum-daemmwahn-sehenswertes-video/
Hallo, wie verhalten die Platten sich bei Mäusen ect. sind die Nagerressident?
Normalerweise werden den Holzfaserplatten Borate und Salze zugesetzt, so dass sie für Nager ungenießbar und auch unbewohnbar werden
Sind es nicht eher die losen Zellulose Flocken, denen Borsäure etc zugesetzt werden? Bei Holzfaserplatten habe ich dies noch nicht gesehen. Ich frage mich nämlich auch, ob sich Nager durch druckfeste Platten durchbeißen können und Holzfaser eine Alternative zur Mineralwolle in der Zwischendecke wäre.
Es gibt solche und solche Holzfaserplatten, bei manchen wird Borsalz zugesetzt, bei anderen Aluminiumsulfat, um den Brandschutz zu verbessern oder den Dämmstoff nagersicher zu machen. Es gibt aber auch welche ganz ohne Zusätze.