Irgendwann ist der Moment gekommen: Das alte Laminat hat ausgedient. Vielleicht ist es verkratzt, abgenutzt oder passt einfach nicht mehr zum aktuellen Einrichtungsstil. Nach dem Ausbau stellt sich für viele Bauinteressierte und Heimwerker die Frage: Wie und wo entsorge ich Laminat fachgerecht?
Gehört der alte Bodenbelag zum Sperrmüll oder fällt er sogar unter Sondermüll? Und welche Kosten entstehen dabei? Wir klären diese wichtigen Fragen und zeigen Ihnen, wie Sie Ihren alten Bodenbelag schnell und – in vielen Fällen – sogar kostenfrei loswerden.

Das Wichtigste in Kürze
- Laminat besteht zu über 80 % aus Holz und gilt nicht als Sondermüll, sondern als Rest- oder Sperrmüll.
- Die Entsorgung ist oft kostenlos, insbesondere für kleinere Mengen beim Wertstoffhof oder über den Restmüll.
- Große Mengen entsorgen Sie am besten über den Wertstoffhof, den Sperrmülldienst oder einen gemieteten Container für Baumischabfälle.
- Laminat muss von anderen Stoffen wie Kleberesten oder Bauschutt getrennt werden, um als Restmüll zu gelten und hohe Entsorgungskosten zu vermeiden.
- Das Verbrennen im heimischen Ofen ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich, aber nicht im Freien erlaubt.
Das erwartet Sie in diesem Beitrag
- Die Zusammensetzung: Was macht Laminat zu dem, was es ist?
- Kein Fall für den Sondermüll
- Kostenfrage geklärt: So entsorgen Sie günstig
- Die vier Hauptwege zur Laminat-Entsorgung
- Professionelle Hilfe bei Großprojekten
- Laminat: Nicht immer nur Abfall
- FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Laminatentsorgung
Die Zusammensetzung: Was macht Laminat zu dem, was es ist?
Bevor wir uns den Entsorgungswegen widmen, hilft ein Blick auf die Materialstruktur des Bodenbelags. Laminat ist hierzulande einer der beliebtesten Bodenbeläge. Das liegt unter anderem an seiner Strapazierfähigkeit und dem vorteilhaften Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der Name des Bodens ergibt sich aus seinem schichtweisen Aufbau. Laminat besteht aus mehreren verleimten Schichten:
- Die Trägerplatte bildet den Hauptbestandteil. Dabei handelt es sich meist um hochverdichtete Holzfaserplatten, sogenannte HDF- oder MDF-Platten, die unter hohem Druck verpresst sind. Das bedeutet: Laminat besteht zu über 80 % aus Holz.
- Darüber liegt eine Dekorschicht aus bedrucktem Papier. Sie bestimmt die Optik und imitiert oft andere Hölzer wie Eiche oder Ahorn, ermöglicht aber auch fantasievolle Designs.
- Die oberste Schicht bildet eine Verklebung mit Melaminharz. Diese Versiegelung macht den Bodenbelag widerstandsfähig, robust und leicht zu pflegen.
Kein Fall für den Sondermüll
Obwohl die Annahme weit verbreitet ist, lautet die klare Antwort: Nein, Laminat ist kein Sondermüll.
Da die Platten überwiegend aus Holz gefertigt sind und keine gefährlichen oder bedenklichen Inhaltsstoffe enthalten, ist die Entsorgung gesundheitlich unbedenklich. Laminat zählt daher nicht zu den kritischen Abfallarten wie etwa Asbest. Stattdessen können Sie den alten Boden auf verschiedenen Wegen entsorgen oder sogar recyceln. Kleine Mengen gelten als Restmüll, größere Mengen als Sperrmüll oder Bauabfall.
Kostenfrage geklärt: So entsorgen Sie günstig
Für alle, die selbst Hand anlegen, gibt es gute Nachrichten: Wenn Sie Ihre Laminatreste oder den alten Bodenbelag selbst beseitigen, entstehen Ihnen in der Regel keine oder nur geringe Kosten. Die Kosten variieren stark je nach Menge und gewähltem Entsorgungsweg sowie der regionalen Gebührenordnung.
In vielen Städten und Gemeinden können private Haushalte jedes Jahr eine bestimmte Menge sogenannter Bauabfälle kostenfrei abgeben. Erst bei Überschreiten dieser Grenze verlangen manche Landkreise eine geringe Gebühr.
Wichtig: Die Kosten fallen deutlich höher aus, wenn das Laminat mit anderen Materialien vermischt ist. Wird der Bodenbelag nicht von Bauschutt oder Kleberesten getrennt, deklarieren Entsorgungsbetriebe ihn eventuell als Bauschutt. Das führt unweigerlich zu teureren Entsorgungskosten.
Die vier Hauptwege zur Laminat-Entsorgung
Sie haben im Wesentlichen vier gängige Möglichkeiten, Ihren alten Laminatboden loszuwerden. Welche sich am besten eignet, hängt von der Menge und Ihren persönlichen Präferenzen ab.
1. Der Gang zum Wertstoff- oder Recyclinghof
Der örtliche Wertstoffhof ist die beste Möglichkeit, um schnell und günstig große Mengen an Laminat loszuwerden.
Sie müssen das Material allerdings selbst dorthin transportieren. In den meisten Fällen können Sie eine bestimmte Menge Laminatböden kostenfrei abgeben. Überschreitet die Menge diese Grenze, fällt eine geringe Gebühr an.
Tipp vom Fachmann: Ein Anruf beim zuständigen Recyclinghof lohnt sich immer. Die angenommene Menge, die Kosten und die Öffnungszeiten regeln die Kommunen selbst und unterscheiden sich daher je nach Wertstoffhof. So können Sie entscheiden, ob Sie lieber mehrmals zum Recyclinghof fahren oder die entstehenden Kosten für eine Komplettabgabe in Kauf nehmen möchten.
2. Laminat auf den Sperrmüll
Oft geht der Austausch eines alten Bodenbelags mit einer größeren Renovierung einher. Wenn Sie neben dem Laminat noch weitere Möbel, Hausrat oder Einrichtungsgegenstände entsorgen möchten, bietet sich die Sperrmüllabholung an.
In vielen Städten können Sie den Sperrmüll einmal im Jahr kostenfrei abholen lassen. Auf diese Weise werden Sie nicht nur das Laminat, sondern auch andere „Altlasten“ auf einen Schlag los.
Wichtiger Hinweis: Klären Sie unbedingt vor der Buchung des Abholdienstes, ob und in welcher Menge Laminatplatten mitgenommen werden. Dies hängt von der Sperrmüll-Verordnung Ihrer Stadt oder Gemeinde ab. Entsorgungsbetriebe vieler Gemeinden handhaben die Sperrmüllabholung unterschiedlich: In kleineren Orten gibt es oft jährliche Termine, in anderen Verfahren müssen Sie persönlich eine Abholung vereinbaren.
3. Ab in den Restmüll
Für Laminatreste, Einzelteile oder kleinere Mengen eignet sich die Entsorgung über den normalen Hausmüll. Sie können diese einfach in die schwarze Restmülltonne geben.
Allerdings haben haushaltsübliche Mülltonnen nur ein begrenztes Volumen. Sie müssen pro Quadratmeter Bodenbelag mit etwa 20 bis 40 Litern Müll rechnen. Bei größeren Mengen Laminat würde die Entsorgung über den Hausmüll daher Wochen dauern.
Achtung bei Verunreinigungen: Laminat, das verfault oder verschimmelt ist, könnte unter Umständen nicht mehr als normaler Restmüll akzeptiert werden und stattdessen als Sondermüll eingestuft werden. Daher ist bei solchen Paneelen besondere Vorsicht geboten.
4. Laminat im Ofen verbrennen
Laminatplatten sind brennbar, wie auch der Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller bestätigt. Das Verheizen im Ofen wirkt auf den ersten Blick wie eine clevere und kostenlose Art, Laminat zu entsorgen und gleichzeitig die Wohnräume zu beheizen.
Allerdings müssen Sie hierbei wichtige Punkte beachten, um gesundheitliche Risiken und Umweltschäden zu vermeiden:
- Nur im geschlossenen System: Nutzen Sie ausschließlich einen geschlossenen Kamin oder Ofen. Das Verbrennen unter freiem Himmel, etwa auf einem Lagerfeuer, ist grundsätzlich verboten.
- Ausschließlich sauberes Material: Sie dürfen laut Gesetz nur Laminat verbrennen, das frei von zusätzlichen Stoffen und Verunreinigungen ist. Es besteht in der Regel aus Holzfasern und Harz.
- Im Zweifel verzichten: Sind Sie sich unsicher über die im alten Bodenbelag verarbeiteten Stoffe, fragen Sie entweder beim Hersteller nach oder entsorgen Sie den Bodenbelag anderweitig. Andernfalls könnten mögliche Schadstoffe in die Atemluft gelangen und gesundheitliche Schäden verursachen. Giftstoffe schaden außerdem Ihrem Kamin.
Bei der Verfeuerung in einer Müllverbrennungsanlage filtern moderne Technologien die Schadstoffe heraus.
Professionelle Hilfe bei Großprojekten
Bei sehr großen Renovierungsarbeiten, beispielsweise bei einem umfassenden Bodentausch in mehreren Zimmern, bieten sich zusätzliche, professionelle Lösungen an:
Entsorgung durch den Verlegebetrieb
Beauftragen Sie einen Handwerksbetrieb mit dem Austausch des Bodenbelags, können Sie die Entsorgung des alten Laminats gleich mit vereinbaren. Gegen geringe Zusatzkosten sparen Sie sich dadurch den Transport und die Entsorgungslogistik.
Mischcontainer für Bodenbeläge
Bei umfassenden Bau- und Renovierungsarbeiten kann es sinnvoll sein, einen Container für Baumischabfall zu bestellen. Die Anlieferung und Abholung übernimmt das Container-Unternehmen. Die Entsorgungskosten variieren stark je nach Anbieter, Region und Größe des Containers.
Spartipp: Holen Sie sich mehrere Angebote von verschiedenen Containerdiensten ein. Bestellen Sie immer einen Mischcontainer für Baumischabfall, da Laminat nicht als mineralischer Bauschutt gilt. Denken Sie daran: Steht der Container auf öffentlichem Grund, benötigen Sie eine behördliche Genehmigung. Auf Ihrem Privatgrundstück entfällt diese.
Laminat: Nicht immer nur Abfall
Ein alter Laminatboden muss nicht zwangsläufig im Müll landen. Wenn die Paneele noch gut in Schuss sind, können Sie diese für verschiedene Upcycling-Projekte nutzen.
Laminatbretter eignen sich hervorragend:
- Zur Herstellung von Kisten für Werkzeug oder Krimskrams.
- Als Rutschhilfe, um schwere Gegenstände zu bewegen.
- Zum Verklotzen oder als schützende Oberfläche in der Werkstatt oder bei Malerarbeiten.
- Für einfache Möbelbauprojekte.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Laminatentsorgung
Ist Laminat Sperrmüll oder Holz? Laminat besteht zu über 80 % aus Holz, dazu kommen Kleber, Melaminharz und Dekorschichten. Es ist daher möglich, es im Holzcontainer auf dem Wertstoffhof oder als Sperrmüll zu entsorgen. Bei der Sperrmüllabholung müssen Sie allerdings immer die örtliche Verordnung beachten.
Ist Laminat Bauschutt? Nein, Laminat zählt nicht als Bauschutt. Bauschutt ist ein mineralischer Abfall (wie Beton oder Ziegel). Laminat darf aufgrund seiner Zusammensetzung nicht als Bauschutt entsorgt werden und gehört stattdessen in den Container für Baumischabfälle oder zum Sperrmüll.
Wer entsorgt Laminat? Als Heimwerker entsorgen Sie kleine Mengen selbst über den Hausmüll. Größere Mengen entsorgen Sie über den Wertstoffhof Ihrer Gemeinde, den kommunalen Sperrmülldienst oder durch die Bestellung eines Containers für Baustellenabfälle bei einem Fachbetrieb.
Wie entsorgt man Laminat richtig? Trennen Sie das Laminat von anderen Abfällen (Klebereste, Bauschutt). Danach können Sie es zum Wertstoffhof bringen (oft kostenlos bis zu einer bestimmten Menge), zur Sperrmüllabholung anmelden oder in kleinen Mengen im Restmüll entsorgen. Nur sauberes, unverseuchtes Laminat dürfen Sie in einem geschlossenen Ofen verbrennen.














