Ein heißes Bad nach einem langen Arbeitstag dient vielen als Inbegriff der Entspannung. Doch angesichts schwankender Energiepreise und steigender Wassergebühren rückt der finanzielle Aspekt dieses Luxus in den Fokus. Viele Eigenheimbesitzer fragen sich beim Einlassen des Wassers: Wie viel Geld fließt hier gerade buchstäblich durch den Abfluss? Wir haben die Kosten für Sie präzise aufgeschlüsselt. Mit unserem Rechner können Sie diese auch bequem selbst berechnen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Standard-Vollbad (150 Liter) kostet je nach Heizsystem zwischen 1,30 € und 2,60 €.
- Große XXL-Eckwannen verdoppeln den Preis auf bis zu 5,00 € pro Badegang.
- Der größte Preistreiber ist nicht das Wasser selbst, sondern dessen Erwärmung.
- Besitzer einer Solarthermie-Anlage baden im Sommer fast kostenlos.
- Dämmen Sie Ihre Badewanne mit einem Hartschaumträger, um die Wärme länger zu speichern.
Das erwartet Sie in diesem Beitrag
- Die drei Säulen der Kostenberechnung
- Der Volumen-Vergleich: Standardwanne gegen XXL-Modell
- Warum die Art der Heizung den Preis bestimmt
- Die Physik hinter dem warmen Badewasser
- Rechnen Sie selbst: Der Vollbad-Kostenrechner
- Solarthermie: Im Sommer fast umsonst baden
- Smart Home als Sparhelfer
- Vollbad gegen Duschen: Der direkte Vergleich
- Praktische Tipps für Sanierer
- Die Kosten regional im Blick
Die drei Säulen der Kostenberechnung
Um den Preis für ein Vollbad zu ermitteln, betrachten wir drei Faktoren. Zuerst ist da die reine Wassermenge. Diese hängt massiv von der Größe Ihrer Badewanne ab. Zweitens fallen Wassergebühren an. Hierbei zahlen Sie in Deutschland meist doppelt: für das Frischwasser und für das Abwasser.
Diese Gebühren schwanken regional stark. Der dritte und wichtigste Punkt sind die Energiekosten. Das Wasser muss von einer Leitungstemperatur von etwa 10 °C auf eine angenehme Badetemperatur von 38 °C bis 40 °C erwärmt werden.
Kurz und knapp:
- Wassermenge: Abhängig von der Wannengröße.
- Wassergebühren: Frisch- und Abwasser (regional unterschiedlich).
- Energiekosten: Die Erwärmung von ca. 10 °C auf 38–40 °C.
Der Volumen-Vergleich: Standardwanne gegen XXL-Modell
Nicht jede Wanne ist gleich. Während eine Standardwanne effizient arbeitet, verbraucht eine Design-Eckwanne oft die doppelte Menge an Ressourcen. In der folgenden Übersicht sehen Sie die Unterschiede bei einem angenommenen Wasserpreis von 5,00 € pro Kubikmeter (m³).
| Wannen-Typ | Füllmenge (abzgl. Körper) | Kosten Wasser | Energiebedarf (ca.) |
| Standard (170 cm) | ca. 150 Liter | 0,75 € | 5,2 kWh |
| XXL- / Eckwanne | ca. 300 Liter | 1,50 € | 10,4 kWh |
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Wer eine große Eckbadewanne füllt, zahlt allein für das Wasser und dessen Erwärmung bei einer Gasheizung oder Wärmepumpe zwischen 2,50 € und 3,00 € pro Bad. Nutzen Sie einen elektrischen Durchlauferhitzer, steigen die Kosten pro Bad sogar auf über 5,00 €.
Warum die Art der Heizung den Preis bestimmt
Das Aufheizen des Wassers stellt den größten Kostenfaktor dar. Hier macht die Wahl Ihres Heizsystems den entscheidenden Unterschied. Wir vergleichen die Kosten für ein Standard-Bad mit 150 Litern:
- Wärmepumpe: Mit etwa 1,27 € ist dieses System sehr effizient. Es nutzt die Umweltwärme und benötigt vergleichsweise wenig Strom.
- Gasheizung: Hier liegen die Kosten bei circa 1,37 €. Trotz gestiegener Gaspreise bleibt die zentrale Erwärmung günstiger als reiner Strom.
- Durchlauferhitzer (Strom): Mit ca. 2,57 € ist dies der Spitzenreiter bei den Kosten. Strom ist die teuerste Energieform für die Wärmeerzeugung.
Dominik Hochwarth ordnet dies wie folgt ein: „In der Praxis werden allerdings mehr Menschen ihr Badewasser mit einer Öl- oder Gasheizung als mit einem Durchlauferhitzer erzeugen.“ Dennoch zeigt der Vergleich, dass ein Umstieg auf moderne Technik das Budget spürbar entlastet.
Die Physik hinter dem warmen Badewasser
Um zu verstehen, warum das Erwärmen so teuer ist, hilft ein Blick auf die Technik. Wasser besitzt eine hohe Wärmekapazität. Das bedeutet, man muss viel Energie aufwenden, um ein Kilogramm Wasser um ein Grad zu erwärmen. Bei einer 150-Liter-Wanne müssen Sie 150 Kilogramm Wasser um etwa 30 Grad erhitzen.
Ein wichtiger Faktor ist hierbei der Wirkungsgrad. Während ein elektrischer Durchlauferhitzer fast 98 % der Energie direkt ins Wasser überträgt, verlieren Heizkessel Energie durch Abgase oder Wärmeabstrahlung. Moderne Gasheizungen liegen bei etwa 85 % bis 90 % Wirkungsgrad. Trotz des schlechteren Wirkungsgrades ist Gas oft günstiger, da die Kilowattstunde Gas deutlich weniger kostet als die Kilowattstunde Strom.
Rechnen Sie selbst: Der Vollbad-Kostenrechner
Theoretische Durchschnittswerte sind gut, aber Ihre persönliche Situation zählt. Nutzen Sie unser Tool, um Ihre exakten Kosten zu ermitteln.
So gehen Sie vor:
- Volumen: Geben Sie an, wie viel Liter Wasser Sie einlassen. Ein Standardwert sind 150 Liter.
- Temperatur: Wählen Sie Ihre Wohlfühltemperatur.
- Heizsystem: Wählen Sie Ihre Technik. Der Rechner passt die Wirkungsgrade und Energiepreise automatisch an.
- Preise: Wenn Sie Ihre genauen Vertragskonditionen kennen, passen Sie die Felder für Energie und Wasser manuell an.
Vollbad-Kostenrechner
Ermitteln Sie Ihre individuellen Kosten pro Wanne
Solarthermie: Im Sommer fast umsonst baden
Besitzer einer Solarthermie-Anlage sind hier im Vorteil. Sobald die Sonne scheint, übernimmt die Anlage die Warmwasserbereitung komplett. In den Monaten Mai bis September sinken die Kosten für ein Vollbad somit auf die reinen Wassergebühren – also lediglich circa 0,75 €.
Auf das Jahr gerechnet kann eine Solarthermie-Anlage die Warmwasserkosten um bis zu 60 % senken. Dies macht die Anlage zu einem echten Sparfaktor für Badefreunde.
Smart Home als Sparhelfer
Moderne Haustechnik hilft Ihnen dabei, versteckte Kosten beim Baden zu senken. Oft läuft die Warmwasser-Zirkulation im Haus rund um die Uhr, damit sofort warmes Wasser aus dem Hahn kommt. Das verursacht hohe Verluste. Smart-Home-Systeme steuern die Zirkulationspumpe intelligent. Sie schalten die Pumpe nur ein, wenn Sie tatsächlich baden möchten, beispielsweise per Zeitplan oder Präsenzmelder.
Ein weiterer Aspekt ist das Monitoring. Smarte Wasserzähler zeigen in Echtzeit in einer App an, wie viel Energie gerade durch den Abfluss fließt. Dieses Bewusstsein führt laut Studien zu einem bis zu 15 % sparsameren Umgang mit Ressourcen. Zudem lassen sich moderne Durchlauferhitzer gradgenau einstellen. Sie mischen dann kein kaltes Wasser mehr bei, was die Energieeffizienz am Entstehungspunkt direkt verbessert.
Vollbad gegen Duschen: Der direkte Vergleich
Es ist kein Geheimnis, dass Duschen meist günstiger ist. Ein kurzes Duschbad von fünf Minuten verbraucht mit einem Standard-Duschkopf etwa 60 Liter Wasser. Hier die Kosten im Überblick:
- Duschen (5 Min.): ca. 0,50 € bis 1,00 €
- Vollbad (Standard): ca. 1,30 € bis 2,60 €
- Vollbad (XXL): ca. 2,50 € bis 5,00 €
Ein Vollbad verbraucht also das Zweieinhalbfache an Wasser und Energie im Vergleich zu einer kurzen Dusche. Wer täglich badet statt zu duschen, merkt dies am Ende des Jahres massiv auf der Abrechnung.
Praktische Tipps für Sanierer
Wenn Sie Ihr Badezimmer renovieren, können Sie schon beim Einbau der Wanne sparen. Wer saniert, sollte die Badewanne in einem Wannenträger aus Hartschaum (Styropor) einbetten. Dieser Wannenträger wirkt wie eine Thermoskanne. Er isoliert die Wanne nach außen. Das Wasser hält die Temperatur deutlich länger. Sie müssen also nicht ständig heißes Wasser nachfüllen, was wiederum Energie spart.
Zudem sollten Sie über die Form der Wanne nachdenken. Ergonomisch geformte Wannen benötigen bei gleichem Liegekomfort oft weniger Wasser als rechteckige Standardmodelle. Achten Sie beim Kauf auf die Angabe des Nutzinhaltes.
Die Kosten regional im Blick
Vergessen Sie nicht, dass die Wasserpreise in Deutschland extrem variieren. Während Sie in manchen Regionen für den Kubikmeter Wasser inklusive Abwasser nur 3,00 € zahlen, können es in anderen Gebieten über 6,00 € sein.
Es lohnt sich, einen Blick auf die letzte Abrechnung Ihres lokalen Versorgers zu werfen. Multiplizieren Sie diesen Wert mit 0,15 (für 150 Liter), um Ihre individuellen Wasserkosten pro Bad zu kennen.
FAQ
Wie viel Wasser verbraucht eine normale Badewanne? Eine Standardwanne fasst meist zwischen 150 und 180 Liter. Davon muss man das Volumen des eigenen Körpers abziehen. Effektiv werden meist etwa 150 Liter Wasser eingelassen.
Ist ein elektrischer Durchlauferhitzer immer teurer? Ja, in Bezug auf die Betriebskosten ist Strom deutlich teurer als Gas oder Umweltwärme. Allerdings entfallen bei dezentralen Durchlauferhitzern die Leitungsverluste einer Zentralheizung.
Wie kann ich die Wärme in der Wanne länger halten? Nutzen Sie einen Wannenträger aus Styropor oder Hartschaum. Dieser isoliert die Wanne. Zudem hilft es, das Badezimmer vorher gut zu heizen, damit die Wannenoberfläche nicht so stark auskühlt.
Was kostet ein Liter Badewasser? Grob überschlagen kostet ein Liter fertig temperiertes Badewasser inklusive Abwassergebühren und Energie etwa ein bis zwei Cent.
Lohnt sich Solarthermie für Badefreunde? Absolut. In den sonnigen Monaten wird das Wasser nahezu kostenlos erwärmt. Wer gerne und oft badet, amortisiert die Anlage schneller.
















Sehr aufschlussreich. Vielen Dank!
Gasheizung versus elektrischer Durchlauferhitzer
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Mir ist die Systemwahl nicht klar – als Durchschnittsmensch kenne ich
– Gasdurchlauferhitzer
– Boiler mit Gasthermenheizung
– Boiler mit Elektropatronen
Einen Stromdurchlauferhitzer im Haushalt – wer hängt schon 18-27 kW an den Wohnungsanschluss?
Sonst danke für die Formeln – die scheinen klar und nachvollziehbar.
Klar – im Normalfall nimmt man sicher etwas, das mit Gas betrieben wird. Das ist günstiger im Betrieb. Einfacher zu realisieren ist jedoch ein strombetriebener Warmwasserbereiter. Nicht immer ist Gas verfügbar. Für ein Stromgerät müssen nicht großartig neue Leitungen verlegt werden.
Hallo Dominik Hochwarth.
natürlich müssen bei einen Durchlauferhitzer auch oft extra Stromleitungen gelegt werden. Durchlauferhitzer können oft nicht einfach in eine 220V Steckdose insbesondere bei einer 1,5 mm2 Leitung gesteckt werden. Des weiteren sind viele alte Verteilerschränke daür nicht ausgelegt. D.h. bei einer Sanierung müssen viele Dingen beachtet werden….
Des weiteren muss bei dieser Rechnung beachtet werden, dass z.B. bei einem Boiler mit Gasthermenheizung stetig einen Grundverbauch für die Vorhaltung des Warmwassers mit eingerechnet werden.
Daher stimmen solche vereinfachten Rechnungen mit der Realität oft nicht überein…
Hallo Leser 1,
es ging mir in diesem Beitrag darum, rein die Kosten für ein Vollbad zu vergleichen. Die Kosten für die Installation spielen da erst einmal keine Rolle. Die sind ja auch da, wenn ich einen zentralen Warmwasserspeicher wähle. Hier sind die Montagekosten wahrscheinlich sogar ungleich höher, da das warme Wasser über eine separate Leitung durch das ganze Haus geführt werden muss. Und dass bei einem Warmwasserspeicher noch zusätzliche Kosten für die Bereitstellung von Warmwasser obendrauf kommen, ist natürlich klar. Aber die sind immer vorhanden – egal, ob das warme Wasser zum Baden, Duschen, Händewaschen oder Geschirrspülen verwendet wird. Es ist daher schwierig bis gar nicht möglich, nur die Kosten für die Bereitstellung von Warmwasser für die Badewanne zu berücksichtigen. Trotudem vielen Dank für die Hinweise.