Ob auf der Pizza oder im Salat – Oliven kommen in vielen Rezepten zum Einsatz. Der dazugehörige Baum liefert nicht nur leckere Früchte, die erst eingelegt oder zu Öl gepresst zu dem werden, was wir lieben. Der Olivenbaum besitzt eine Geschichte, die weit ins Altertum zurückreicht. Kaum ein Baum wurde so verehrt und stiftete derart viel Nutzen wie der Ölbaum – so der Gattungsbegriff und so auch die Namensverwendung in der Bibel.

Olivenbaum

Das fing bei Noah und seiner Arche an. Nachdem Noah lange genug nur Wasser um sich rum gesehen hatte, schickte er eine Taube los, damit die ihm ein Zeichen dafür bracht, dass es wieder etwas Leben auf der Erde gibt – und dass Gott sein Krieg gegen die Menschen beendet hat. Und siehe da – sie kam mit einem Ölzweig als Zeichen der Hoffnung im Schnabel zurück. Diese Kombination aus Taube und Ölzweig gilt bis heute als Zeichen des Friedens.

Mythen und Geschichten rund um den Olivenbaum

In der griechischen Mythologie spielt der Olivenbaum ebenfalls eine wichtige Rolle. So erhielt zum Beispiel Athene von Zeus die Schutzherrschaft über Attika, weil sie einen Ölbaum auf dem Akropolisfelsen hat wachsen lassen. Poseidon schaute damals in die Röhre – aber er war auch der Gott des Meeres und hatte nicht so viel am Hut mit Pflanzen. Dass Zeus sein Bruder war, konnte ihm da auch nicht weiterhelfen. Aber Athene war immerhin die Tochter des Göttervaters.

Heute bekommen die Sieger bei den olympischen Spielen eine Goldmedaille und einen lukrativen Werbevertrag. Das war bei den antiken Spielen noch anders, da war ein Kranz aus Olivenzweigen der verdiente Lohn des Siegers. Und nicht etwa der Lorbeerkranz, wie es häufig auch heißt. Den bekamen jedoch die Gewinner bei den Pythischen Spielen, die in Delphi stattfanden. Sie waren wie Olympia Teil der Panhellenischen Spiele, zu denen noch Wettkämpfe in Korinth und Nemea zählten.

Zurück zum Olivenbaum, dessen Faszination sich auch Jesus nicht hat entziehen können. Kurz vor seiner Verhaftung hielt Jesus im Garten Gethsemane unter Olivenbäumen Fürsprache mit seinem Vater und Herrn. Das gab ihm wohl so viel Kraft, dass er seiner Hinrichtung ohne Furcht entgegentreten konnte. Schon die Bezeichnung Christus dokumentiert seine besondere Beziehung zum Ölbaum, bedeutet sie doch „der von Gott mit Öl gesalbte“. Der Ölberg war nicht von ungefähr der bevorzugt Ort von Jesus zum Beten.

Olivenbaum

Fakten und Zahlen rund um den Olivenbaum

Weg von den Geschichten und Mythen rund um den Olivenbaum und hin zu den harten Fakten. Der Baum wächst bevorzugt in Gegenden, in denen es oft monatelang nicht regnet und die Sonne unbarmherzig vom Himmel knallt, er muss daher entsprechend robust sein und genügsam sein, was die Wasserversorgung angeht. Es dauert deshalb aber entsprechend lange, ehe die ersten Oliven geerntet werden können. Nach rund acht Jahren kann auf die erste Ernte gehofft werden.

Mit acht ist ein Olivenbaum vergleichsweise jung, kann er doch mehrere hundert Jahre alt werden. Es sind sogar welche bekannt, die über 2000 Jahre alt sein sollen und damit eventuell Jesus persönlich kannten. Die Wurzeln reichen auf der Suche nach etwas Wasser, bis zu sechs Meter in die Erde hinein. So reicht es dann bei einem Baum zu rund 20 Kilogramm Oliven im Jahr, woraus zum Beispiel drei bis vier Liter Olivenöl gepresst werden können. Die höchsten Olivenbäume werden etwa 20 Meter groß, die meisten sind jedoch wesentlich kleiner.

Urlauber in Italien oder Spanien kennen die riesigen Olivenhaine, doch die beiden Länder sind keineswegs die Heimat der Olivenbäume. Die stammen ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum – Palästina, Israel, Syrien oder Kreta sind hier zu nennen. Später kamen dann Türkei, Zypern und Ägypten dazu. Nach Italien, Spanien oder Nordafrika gelangten die Olivenbäume durch die Römer, die dort riesige Haine anlegten und den Handel mit Oliven oder Olivenöl zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor machten.

alte Olivenbäume

Verwendung und wirtschaftlicher Faktor des Olivenbaums

Wie eben geschrieben, handelten die Römer ausgiebig mit den Produkten des Olivenbaums. Als das römische Imperium zerbrach, war es mit dem Olivenanbau auch nicht mehr weit her. Das änderte sich erst wieder im 18. Jahrhundert und heute ernährt sich die ganze Welt von Olivenöl und kennt die Bedeutung für die Gesundheit. Allerdings werden immer wieder riesige Flächen mit Olivenbäumen gerodet, um immer wieder neue Hotelanlagen zu bauen. Schließlich machen wir gerne dort Urlaub, wo es wenig regnet und viel die Sonne scheint.

Schön ist das nicht, aber immerhin kann das Holz der gerodeten Olivenbäume gut für die Herstellung von Möbeln oder Parkett verwendet werden. Das ist schon seit den Zeiten Homers bekannt, schon damals war Olivenholz wegen seiner Härte und Haltbarkeit äußerst beliebt. Dazu sieht es mit seiner verschiedenfarbigen Färbung, die von Gelb über Braun bis Schwarz reicht, noch super aus. Drechseln und Schnitzen lässt sich das Holz ebenfalls bestens, manch einer hat sich eine solche Schnitzerei bereits aus dem Urlaub als Souvenir mit nach Hause gebracht.

Der Olivenbaum mit seinen Früchten liefert nicht nur Nahrungsmittel und Holz, sondern wird gerne im Bereich der Pflege und Gesundheit verwendet. Schon früher wurden aus Olivenöl Salben, Pasten oder Salböle hergestellt, mit denen blutende Wunden gestillt, Risse in der Haut geschlossen oder Juckreiz gelindert wurden. Das ist heute nicht viel anders es gibt Shampoos oder Hautlotions mit Olivenölanteil und vieles mehr. Und bei der innerlichen Anwendung schützt das Öl vor Herzerkrankungen oder trägt zur Entgiftung und Reinigung des Körpers bei.

Fotos: Dominik Hochwarth