Richtig lüften im Büro und zuhause

Sauerstoff ist das wichtigste Lebensmittel für unseren Körper. Noch viel wichtiger als Wasser und allemal wichtiger als Essen. Das Gute daran –Sauerstoff ist kostenlos. Es besteht keine Notwendigkeit, damit sparsam umzugehen. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie richtig lüften. Und zwar sowohl im Büro als auch zuhause.

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Fenster auf, Frischluft rein – so sollte es sein

Das erwartet Sie in diesem Beitrag

Ergonomie am Arbeitsplatz – lüften gehört dazu

Theoretisch gehört das Lüften im Büro zur Arbeitsplatzergonomie – so wie richtiges Licht, die passenden Schreibtischstühle oder eine korrekte Tischhöhe. Spätestens seit Corona weiß jeder, wie wichtig Fensterlüftung ist, um regelmäßig frischen Sauerstoff in den Raum zu bekommen und Viren nach draußen zu befördern.

Gibt es verwertbare Grundlagen zum Lüften im Büro. Schwierig. Dabei steht sogar etwas in den Arbeitsschutzregeln (ASR) zum Thema Lüften. Die Formulierung ist zwar etwas schwammig, in ASR A3.6 „Lüftung“ steht etwas von „gesundheitlich zuträglicher Atemluft“. Das freut alle Miefepeter, denn sie können argumentieren, dass es ihnen gut geht.

Fensterlüftung Büro
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Selbst bei niedrigen Temperaturen im Herbst und Winter muss ab und an gelüftet werden

CO2 als Lüftungsindikator

Ein Indikator, wann im Büro oder auch zuhause gelüftet werden sollte, ist der CO2-Gehalt in der Raumluft. Dieser wird in ppm angegeben, das bedeutet „parts pro million“. Etwa 1.000 ppm, sollten nicht überschritten werden, das entspricht einem Anteil von 1 Promille oder 0,1 Prozent. Als obere Grenze gelten 1.400 ppm. Noch mehr Kohlendioxid in der Luft kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Spätestens jetzt muss das Fenster geöffnet werden. Über die gesundheitliche Auswirkung von mangelndem Lüften im Büro habe ich bereits ausführlich geschrieben. Hier geht es zum Beitrag.

Hier ein kurzer Überblick:

ppmLuftqualitätHandlung
350-700gutEmpfehlenswerte Raumluft
> 1.000grenzwertigWohlbefinden gestört
⇒ Mehr Lüften
1.400schlechtGrenzwert im Büro
⇒ Dringend Lüften
1.400-3.500belastendWert nach einer Stunde Meeting ⇒ Intensives Lüften
> 3.500inakzeptabelMaximalwert nach einer Kinovorstellung

Gefahren einer CO2-Vergiftung:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Atemnot
  • Bewusstseinsstörungen
  • Atemstörungen bis Atemstillstand

Hier ein paar Zahlen

In der frischen Luft ist etwa 21 Prozent Sauerstoff und 0,04 Kohlendioxid (CO2) enthalten. In unserer Atemluft sind es hingegen 16 Prozent Sauerstoff und 4 Prozent Kohlendioxid. Der CO2-Gehalt hat sich verhundertfacht. Der Sauerstoffgehalt der Atemluft wird zwischen Ein- und Ausatmen also nicht mal halbiert, während sich der CO2-Anteil verhundertfacht.

Ein normaler Erwachsener atmet pro Tag mindestens 10.000 Luft ein und aus. Wir sind zu fünft im Raum und sitzen dort etwa von 8 Uhr bis 17:30. Da kann sich jeder ausrechnen, wie es mit dem Gehalt an Sauerstoff und Kohlendioxid am Ende des Tages aussieht. Immer weniger Sauerstoff, dafür ein dicker Batzen Kohlendioxid.

Bereits bei einem Kohlendioxidgehalt von einem Prozent bekommen einige Menschen Kopfschmerzen und  es wird ihnen übel. Ich gehöre dazu – meine Kollegen scheinbar nicht. Dabei ist erwiesen – bei steigendem CO2-Gehalt in der Luft atmen wir schneller und tiefer – und produzieren noch mehr von dem unsichtbaren Gas als unbedingt nötig. Mangelnde Lüften wirkt sich daher doppelt kontraproduktiv auf das Raumklima aus.

Erschwerend kommt bei uns im Büro dazu, dass die Temperatur stets über den Optimalwerten von 20 bis 23 Grad liegt. Dadurch verlieren wir mehr Flüssigkeit über die Haut und durchs Atmen. Das Gehirn bekommt weniger Sauerstoff und wir werden müde. Doppelt müde sozusagen – durch hohe CO2-Werte und hohe Raumtemperaturen.

Fensterlüftung
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So sollte Fensterlüftung praktiziert werden

Querlüften, Stoßlüften oder Kipplüften?

Prinzipiell können Sie auf drei Arten lüften:

  • Querlüftung
  • Stoßlüftung
  • Kipplüftung

Am schnellsten geht der Luftaustausch mit der Querlüftung mit vollständig geöffnetem Fenster und einer geöffneten Tür gegenüber. Es herrscht voller Durchzug. Im Winter reichen zwei bis vier Minuten aus, im Frühjahr und Herbst können Sie bis zu zehn Minuten und im Sommer sogar bis zu 20 Minuten auf diese Weise lüften.

Ist das Fenster nur gekippt und die gegenüberliegende Tür geöffnet, erhöht sich die erforderliche Lüftungsdauer. Im Winter auf vier bis sechs Minuten, im Herbst und Frühling auf bis zu 15 Minuten und im Sommer auf 25 bis 30 Minuten.

Querlüftung
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Bei der Stoßlüftung ist das Fenster komplett geöffnet, die gegenüberliegende Tür jedoch geschlossen. Der Vorteil: es zieht nicht so stark. Der Nachteil: Sie müssen länger lüften. Im Winter auf vier bis sechs Minuten, im Herbst und Frühling auf bis zu 15 Minuten und im Sommer auf 25 bis 30 Minuten.

Stoßlüftung
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Am längsten mit dem Luftaustausch dauert es, wenn Sie das Fenster nur auf Kipp stellen. Bei der Kipplüftung dauert es im Winter 30 bis 75 Minuten, bis die Luft ausgetauscht ist, im Frühjahr und Herbst sollten Sie ein bis drei Stunden lüften und im Sommer drei bis sechs Stunden.

Kipplüftung
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Das CO2 muss raus aus dem Raum

Die Lösung gegen einen zu hohen CO2-Gehalt in der Luft ist ganz einfach: Fenster auf und frische Luft rein. Und zwar regelmäßig. Auch wenn es draußen eisig kalt ist. Dann eben nicht so lange. Aber dennoch mindestens drei Minuten. Und nicht nur das Fenster auf Kipp – ganz auf das Teil. Am besten noch für Durchzug sorgen, damit der ganze Mief schnell draußen ist?

Und wenn ich doch dann friere? Dann eben kurz aufs Klo oder Kaffee holen. Oder eben schnell die Jacke überziehen. Dabei immer im Kopf behalten – nicht die frische Luft macht einen krank. Die verbrauchte Luft ist es. Dort tummeln sich die Viren und Bakterien. Außerdem kann es nicht schaden, sich etwas abzuhärten. Dann schnieft man nicht mehr ganz so häufig.

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1 Gedanke zu „Richtig lüften im Büro und zuhause“

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