Ich arbeite leider in einem Büro, in dem es mindestens 25 Grad warm sein muss. Das ist das eine, gleichzeitig bleibt das Fenster generell zu, sobald es draußen weniger als 20 Grad hat. Frischer Sauerstoff Mangelware. Die Tür soll ebenfalls möglichst zu sein, denn da laufen Menschen daran vorbei. Ganz böse. So sitze ich dann insbesondere in der Heizsaison täglich 10 Stunden im Mief, habe häufig Kopfschmerzen, verspüre eine leichte innere Unruhe, bin gereizt und die Haut juckt. Interessiert nicht, die Kollegen sind vier gegen einen. Da bekomme ich dann nur zu hören, dass man sich ja nicht nach einer Person richten kann.

kranker Mensch

Ein schlechtes Raumklima im Büro macht viele Menschen krank

Wie hoch sollte die Temperatur im Büro sein?

Über die Raumtemperatur lässt sich sicherlich streiten, der eine ist eine Frostbeule, der andere friert nicht so schnell. Es gibt demnach nicht die eine Wohlfühltemperatur, mit der alle zufrieden sind. Klar ist aber auch, dass eine Raumtemperatur zwischen 21 und 22 Grad Celsius als behaglich und konzentrationsfördernd wirkt.

Da sind wir bei uns im Büro mit Minimum 25 Grad Celsius ein gutes Stück entfernt. So geht jede Menge Leistungspotenzial verloren, denn mit jedem Grad mehr sinkt die Konzentrationsfähigkeit. Und zwar überproportional hoch. Alles wissenschaftlich erwiesen, interessiert meine Kollegen nicht. Sie schieben ihr mangelndes Konzentrationsvermögen auf die Geräuschkulisse.

Dabei ist es bereits ein sehr ruhiges Büro. Geredet wird sowieso nur das Nötigste. Wenn ich aus dem Urlaub komme, wird nicht einmal gefragt, wie es denn gewesen ist. Und auch sonst gibt es kaum Lärm. Aber wenn bereits ein laufender Ventilator zu viel ist….

Warum lüften?

Durch das Lüften kommt frischer Sauerstoff in den Raum. Das ist jedoch nicht der einzige Grund, warum regelmäßig gelüftet werden sollte. Durch das geöffnete Fenster verschwindet zudem Feuchtigkeit, so dass Schimmelpilzsporen weniger Nahrung finden. Nicht zuletzt werden durch das Fenster außerdem mögliche Schadstoffe hinausbefördert. Wie zum Beispiel:

  • Formaldehyd
  • VOC (leichtflüchtige organische Verbindungen)

Bei uns im Büro habe ich zum Beispiel den Teppichboden im Verdacht, dass er irgendetwas ausgast. Hausstaubmilben finden sich darin sowieso pudelwohl. Ein Graus für mich als Hausstauballergiker. Außerdem kann in eschlossenen Räumen die Anzahl der Viren in der Luft stark ansteigen. Regelmäßiges Lüften wirkt dem entgegen und senkt so das Ansteckungsrisiko.

Wie oft und wie lange sollte gelüftet werden?

Jeder Arbeitsmediziner empfiehlt, den Büroraum regelmäßig zu lüften – und zwar mittels Stoßlüftung. Das heißt – alle Fenster aufreißen und Sauerstoff reinlassen – im Winter wie im Sommer. Als Mindestdauer der Stoßlüftung gelten folgende Werte:

  • Im Sommer: Etwa 10 Minuten
  • Im Herbst: Etwa 5 Minuten
  • Im Winter: Etwa 3 Minuten

Die Werte gelten nicht etwa für den ganzen Tag, sondern für eine Stunde. In vollbesetzten Büros und Besprechungsräumen sollte sogar noch häufiger gelüftet werden. Zum Beispiel alle 20 Minuten.

Bei mir im Büro sieht es so aus: Ich komme extra früh und reiße alle Fenster auf. Wenn dann der erste Kollege eintrifft, sind die Fenster wieder zu. Der dreht dann dafür die Heizung auf, schließlich sind 22 Grad eher frostig. Demonstriert wird das durch heftiges Händereiben. Ja, dann muss es wirklich eisig sein.

Ich mache dann auch frühzeitig Mittagspause, damit ich die Fenster nochmals öffnen kann, wenn die Kollegen Mittag machen. Hier wird dann also nur alle fünf Stunden gelüftet. Wenn ich Urlaub habe, wahrscheinlich gar nicht. Aber das ist dann nicht mein Problem.

Mögliche Auswirkungen mangelnder Lüftung

Ich habe eingangs einige Symptome genannt, die ich bei mir festgestellt habe und die ich der mangelnden Lüftung zuschreibe. Es gibt aber noch weitaus mehr mögliche Auswirkungen, die sich auf schlechte Raumluft zurückführen lassen. Als da wären:

  • Augenreizungen
  • Gereizte Atemwege
  • Schnelle Ermüdung
  • Schwindelanfälle
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Nervosität
  • Reizbarkeit
  • Allergische Reaktionen

Bei richtig schlechter Raumluft, wenn sich also giftige Substanzen oder Schimmelsporen in der Luft befinden, kann es noch wesentlich dramatischer werden. Hier drohen schwere Erkrankungen der Atemwege bis hin zu Krebs.

Sicherlich können die oben genannten Symptome auch eine andere Ursache haben. Es ist aber durchaus auffällig, dass viele dieser Auswirkungen im Urlaub wie weggeblasen sind. Ich habe kaum Kopfschmerzen, meine juckende Haut besser sich mit jedem Urlaubstag. Außerdem bin ich weniger gereizt.