Gipskartonplatten für Decke und Wand – Unterschiede & Einsatzgebiete

Von Dominik Hochwarth

Wenn es um den trockenen Innenausbau geht, sind Gipskartonplatten in der Regel erste Wahl. Die Platten sind einfach zu verarbeiten und vergleichsweise günstig zu haben. Mit ihnen werden Dachschrägen verkleidet oder nicht tragende Innenwände in Leichtbauweise verkleidet.

Auch als Trockenputz oder Trockenestrich kommen sie zum Einsatz. Sie zum Beispiel mit aufkaschierte Dämmung oder Dampfsperre erhältlich. Zudem gibt es spezielle Gipsplatten für Feuchträume und Feuerschutzplatten für den Brandschutz. Manche können sogar den Elektrosmog abhalten oder verbessern den Schallschutz.

Gipskartonplatte

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Gipskartonplatten haben erst nach dem zweiten Weltkrieg ihren Siegeszug durch die deutschen Wohnungen angetreten. Sie bestehen aus einem Gipskern und einer Karton-Ummantelung, die als Armierung der Zugzone dient. So können die Platten den Erfordernissen am Einbauort hinsichtlich Biegesteifigkeit und Festigkeit trotzen.

Das „Karton“ haben viele Hersteller übrigens aus dem Namen gestrichen, sie schreiben nur noch von Gipsplatten. Den Käufern ist dies egal, die sprechen sowieso meist von Rigipsplatten – ganz gleich, ob die Platten tatsächlich von Rigips stammen oder nicht. Das ist so ähnlich wie beim Tesafilm, hier spricht ebenfalls kaum einer von Klebefilm oder Klebeband.

Bandgefertigte Gipskartonplatten in verschiedenen Größen erhältlich

Gipskartonplatten werden auf riesigen Bandanlagen hergestellt, die durchaus mehrere hundert Meter lang sein können. Der Gips hat somit genügend Zeit, bis zum Ende des Herstellungsprozesses vollständig abzubinden.

Am Ende des Bandes kommen viele Gipsplatten an, die meist 1.250 mm breit und 2.000 bis 4.500 mm lang sind. Für Heimwerker, die alleine unterwegs sind, gibt es jedoch auch sogenannte „Einmannplatten“, die sind lediglich 600 bis 1.000 mm breit und ab 1.200 mm lang. Damit lässt sich dann wesentlich besser arbeiten. Die Dicke der Gipskartonplatten variiert zwischen 9,5 und 25 mm.

Gipskarton Dachgeschossausbau
Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH

Die Maßgeblichen Normen für Gipskartonplatten sind die DIN EN 520 und die DIN 18180. Diese unterscheiden fünf Plattenarten von GKB und GKBI über GKF und GKFI bis hin zu GKP. Das GKB steht für Gipskarton-Bauplatte, das ist die Standard-Gipskartonplatte, die zum Befestigen auf flächiger Unterlage, zum Beplanken von Montagewänden, als Wand-Trockenputz oder für die Wand- und Deckenbeplankung zum Einsatz kommt.

In Feuchträumen wie Küche oder Badezimmer sind die Gipskartonplatten mit dem Kurzzeichen GKBI erste Wahl, wobei das „I“ für imprägniert steht.

Gipskarton-Feuerschutzplatten und werkmäßig bearbeitete Gipskartonplatten

Werden besondere Anforderungen an den Brandschutz gestellt, sind Gipskartonplatten mit dem Kurzzeichen GKF erste Wahl. Die Gipskarton-Feuerschutzplatten erhöhen die Feuerwiderstandsdauer der Bauteile und kommen zum Beispiel im Dachgeschossausbau zum Einsatz.

Die Platten sind auch imprägniert erhältlich, so dass auch der Feuchteschutz bei Feuerschutzplatten nicht zu kurz kommt. Schließlich gibt es noch die Putzträgerplatten mit dem Kurzzeichen GKP. Hier ist der Name Programm, werden diese Gipsplatten doch hauptsächlich als Putzträger verwendet.

War bisher lediglich von bandgefertigten Gipskartonplatten die Rede, so dürfen die werkmäßig bearbeiteten Platten nicht verschwiegen werden. Man spricht hierbei auch von Zuschnittplatten, da sie allseitig oder nur entlang der Längskanten zugeschnitten werden.

Es gibt sie rechteckig oder auch quadratisch, dann werden sie als Gipsplattenkasetten bezeichnet. Mit Gipskarton-Zuschnittplatten werden zum Beispiel Wände und Decken verkleidet. Auch Lochplatten fallen unter die werkmäßig bearbeiteten Gipskartonplatten. Sie können mit Faservlies oder einer Dämmstoffauflage versehen sein und im Bereich der Raumakustik zum Einsatz kommen.

Beschichtet oder kaschiert: die besonderen Gipskartonplatten

Wie eingangs bereits erwähnt, sind Gipskartonplatten auch beschichtet oder kaschiert erhältlich. Die Beschichtung erfolgt zum Beispiel mit Kunststoff- oder Aluminiumfolien, die als Dampfsperren fungieren. Es sind aber auch dekorative Beschichtungen erhältlich.

Neben Kunststofffolien sind noch Kupferbleche oder plastische Massen denkbar, wobei letztere noch die Oberflächenhärte verbessern. Mit solchen beschichteten Gipskartonplatten kann ein Arbeitsschritt entfallen, was natürlich eine enorme Zeitersparnis mit sich bringt. Zudem können weniger Fehler bei der Verarbeitung passieren.

spezielle Gipskartonplatten
Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH

Praktisch ist es auch, wenn bereits Dämmmaterialien auf die Gipskartonplatten aufkaschiert sind, man spricht dann von Verbundplatten. Solche Gipsverbundplatten bestehen zum Beispiel aus einer 9,5 oder 12,5 mm dicken Gipskartonplatte und einer 20 bis 60 mm starken Schaumkunststoffplatte aus PUR-Hartschaum oder Polystyrol-Hartschaum.

Die Platten werden meist zur Wandverkleidung eingesetzt, wobei sie auf einer Unterkonstruktion mit Hilfe von Nägeln oder Schrauben befestigt werden. Zudem können die Verbundplatten bei senkrechten Bauteilen auch mit Kleber (Ansetzgips) befestigt werden.

Videoanleitung; Wände und Decken mit Gipskartonplatten verkleiden

Ob Verkleidung der Dachschräge oder Beplankung einer von Ständerwänden – in der folgenden Anleitung von Hornbach wird genau erklärt, wie die Verarbeitung von Gipskartonplatten funktioniert

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