Wer liebt nicht die wärmenden Sonnenstrahlen auf seiner Haut. Mit einer Wandheizung zieht die Sonne in die Wohnung ein. Und damit auch ein gesundes Raumklima, denn Luftverwirbelungen gibt es bei dieser Heizung nicht, der Strahlungswärme sei Dank. Warme Wände verringern zudem die Schimmelgefahr, es lohnt sich, einmal einen etwas genaueren Blick auf Wandheizungen zu werfen.

Wandheizung

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Die verschiedenen Systeme

Es wird zwischen wasser- oder warmluftbetriebenen sowie elektrischen Wandheizungen unterschieden:

Elektrische Wandheizungen

Elektro-Wandheizungen haben dort ihre Stärken, wo Lücken in der Wärmeversorgung geschlossen werden sollen. Auch als Zusatzheizung haben sie ihre Daseinsberechtigung. Das ganze Haus nur mit Strom zu heizen, ist eher suboptimal. Der große Vorteil liegt in der einfachen Installation. Viel dieser elektrischen Wandheizungen lassen sich wie ein Bild an die Wand hängen. Dann noch den Stecker in die Steckdose und schon wird es warm.

Wasserführende Wandheizungen

Wasserführenden Wandheizungen sind daher eher angesagt. Hierbei werden die Rohre entweder in den Putz integriert oder mit einer Verkleidung in Trockenbauweise überdeckt. Was die Wärmeübertragung angeht, hat die Nassverlegung einige Vorteile. Der Einbau im Trockenbau lässt sich jedoch insbesondere in der Altbausanierung einfacher realisieren, da problemlos nachträglich möglich.

Warmluftbetriebene Wandheizungen

Eine bereits von den alten Römern verwendete Methode ist die Hypokaustenheizung. Hier wird warme Luft über Hohlräume in den Wänden über das ganze Haus verteilt. Die großen Heizräume im Keller wie früher, in denen die heiße Luft produziert wird, gibt es heutzutage eher seltener. Die Luft wird zum Beispiel nicht nur durch einen Ofen, sondern auch durch Solarenergie erwärmt. Diese Wandheizung eignet sich besonders gut für Neubauten.

Anordnung der Heizelemente einer Wandheizung

Anordnung der Heizelemente. Foto: epr/Sanha

Aufbau einer Wandheizung

Den einen Aufbau einer Wandheizung gibt es nicht, das dürfte jedem klar sein, der das Kapitel davor gelesen hat. Die Hypokaustenheizung sowie die elektrischen Systeme möchte ich hier einmal außen vorlassen und mich ganz den wasserbetriebenen Wandheizungen widmen.

Grob lassen sich vier Varianten unterscheiden:

Nassverlegung auf der Wand – ohne Dämmung
Nassverlegung auf der Außenwand – mit Dämmung
Trockenverlegung auf der Wand – ohne Dämmung
Trockenverlegung auf der Wand – ohne Dämmung

Um die Wärme gleichmäßig zu verteilen, werden meist Wärmeleitbleche mit verbaut, ganz gleich bei welcher der oben genannten Varianten. Eine Dämmung ist vor allem bei Außenwänden wichtig, um die Wärme nicht nach draußen, sondern in den Raum zu leiten. Ganz lässt sich das jedoch nicht verhindern, so dass die Heizschleifen möglichst auf Innenwänden verlegt werden sollten.

Vorteile einer Wandheizung
  • Behagliche Strahlungswärme
  • Keine Staubaufwirbelungen
  • Raumkühlung im Sommer
  • Vermindertes Schimmelrisiko
Nachteile einer Wandheizung
  • Große Wandflächen nötig
  • Möbel vermindern Wärmeleitung
  • Keine Schrauben und Nägel
  • Wärmeverluste durch Wände

Welcher Putz für Wandheizungen?

Über Wandheizungen eignen sich insbesondere Putze, die flexibel auf die Temperaturänderungen in der Wand reagieren und nicht zur Rissbildung neigen. Zu nennen sind hier zum Beispiel Lehmputze und Kalk-Gipsputze. Bei der Sanierung oder im Denkmalschutzbereich kommen zum Verputzen auch Kalk- oder Kalkzementputze zum Einsatz.

Lehmputze liegen voll im Trend, die Natur ist eben immer noch der beste Baustofflieferant. Ein Lehmputz ist diffusionsoffen, kann sehr gut Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben. Das tut dem Raumklima sehr gut. In Kombination mit einer Wandheizung heißt es aufatmen, alle Allergiker dürfen sich freuen.

Foto: epr/WEM

Anordnung der Heizrohre. Foto: epr/WEM

Kalk-Gipsputze neigen nicht zum Schwinden und besitzen darüber hinaus tolle feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften. Eine tolle Empfehlung für die Verwendung zusammen mit einer Wandheizung.

Das gilt im Prinzip auch für Kalkputze und Kalk-Zementputze, sie benötigen wegen der höheren Schwindneigung allerdings eine Gewebeeinlage. Zudem wird der Unterputz zweilagig ausgeführt. In der ersten Schicht ist das Heizsystem, in der zweiten Schicht die Armierung eingebettet. Dazu kommt zum Schluss noch der Oberputz.

Nachträglicher Einbau einer Wandheizung

Wandheizungen lassen sich mit Hilfe von Trockenbau-Systemen problemlos nachrüsten. Sie werden vor die bestehende Wand gesetzt und mit den im Trockenbau üblichen Materialien wie Gipsfaserplatten, Lehmbauplatten oder Gipskartonplatten verkleidet. Mitunter sind die Rohre bereits in den Platten integriert. Dann geht es noch schneller. Nur noch drüberstreichen oder tapezieren – fertig.

Wer nicht die ganze Wand mit Heizschlangen versehen will, kann als Alternative auch Sockelheizleisten verwenden. Die Leisten erwärmen nicht direkt die ganze Wand, sondern werden entlang des Sockels montiert. Von dort steigt die Wärme nach oben und erhöht die Oberflächentemperatur der Wand. Das lässt den Schimmel ziemlich alt aussehen.