Sanierung und Ausbau des Badezimmers erfolgt heutzutage häufig im Trockenbau. Dabei gibt es einiges zu beachten, insbesondere was Feuchteresistenz und Stabilität der Wände angeht. Doch keine Angst, bei fachmännischer Montage steht einem Bad im Trockenbau nichts im Wege.

Badezimmer Trockenbau

Badezimmer im Trockenbau – Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH

Vorteile des Trockenbaus

Trockenbau bedeutet, dass es ein Ständerwerk gibt, das mit Trockenbauplatten verkleidet wird. Der Vorteil: Es handelt sich um ein aufeinander abgestimmtes System, das sich einfach und schnell montieren lässt. Und gerade im Bad, lassen sich perfekt die Vorwandelemente für Waschtisch, WC und Co. integrieren. Zudem von Vorteil: Durch die Trockenbauweise fallen die Trockenzeiten von Mörtel, Estrich oder Putz weitgehend weg.

Gipskartonplatte für Feuchträume

Gipsplatten mit imprägniertem Gipskern fürs Bad. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH

Wandverkleidung mit Gipsplatten

Für die Wandverkleidung kommen in der Regel Gipskartonplatten zum Einsatz. Nun sind Gips und Feuchtigkeit nicht gerade die besten Freunde, denn das Material quillt unter direktem Wassereinfluss auf. Das muss verhindert werden. Das geschieht zum einen durch spezielle, feuchtraumgeeignete Bauplatten, zum anderen durch eine sorgfältige Abdichtung vor dem Verfliesen oder Verputzen.

Tipp: In normal genutzten Badezimmern mit ausreichender Entlüftung können auch herkömmliche Gipsplatten verwendet werden. Zumindest für Wände, bei Decken sollten auf jeden Fall die feuchtraumgeeigneten Platten zum Einsatz kommen. Wichtiger ist auf jeden Fall das fachgerechte Abdichten.

Doppelt beplankt hält besser

Für eine bessere Stabilität werden Trockenbauwände im Badezimmer in der Regel doppelt beplankt. Das ist insbesondere dann notwendig, wenn später Fliesen verlegt werden. Diese benötigen einen möglichst bewegungsfreien Untergrund, damit sich später keine Risse bilden. Die beiden Lagen Gipskartonplatten müssen versetzt zueinander montiert werden, damit sich keine durchgehenden Fugen bilden. Bei einer einfachen Beplankung müssen die Ständerabstände von 62,5 cm deutlich reduziert werden, um einen vergleichbar steifen Untergrund zu erhalten.

Verspachten von Gipsplatten

Verspachteln von Gipsplatten. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH

Gipskarton verspachteln

Die Fugen zwischen den Gipskartonplatten lassen sich mit einem imprägnierten Fugenspachtel schließen. Hierfür sollte die zum System gehörende Spachtelmasse verwendet werden – so ist man auf der sicheren Seite. Außerdem kommen je nach Kantenausbildung unterschiedliche Verspachtelungssysteme mit oder ohne Fugenstreifen zum Einsatz.

Vollflächige Abdichtung im Nassbereich

Im Bereich von Duschen oder Badewannen ist es mit Spachteltechnik alleine nicht getan, da braucht es eine vollflächige Abdichtung. Das geschieht zum Beispiel mit Dichtbändern und Flüssigdichtfolie. Auch Rohrdurchführungen müssen extra abgedichtet werden. Entweder mit speziellen Manschetten oder zugeschnittenen Dichtstreifen. Diese Dichtbänder kommen auch im Übergang von Wand zu Boden und in allen Raumecken zum Einsatz.

Badezimmer abdichten

Abdichtung des Nassbereichs mit Dichtmanschetten (links) und Dichtfolie (rechts). Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH

Vorwandelemente für Neubau und Sanierungen

Trockenbau im Badezimmer – da sind die Vorwandelemente nicht weit. Es gibt sie für die verschiedenen Sanitärgegenstände im Bad: für Toiletten und Bidets, für Waschbecken und Urinale. Auch für Badewannen und Duschwannen sind Montageelemente erhältlich. Mit ihrer Hilfe lässt sich die Sanitäreinrichtung sicher und vor allem stabil montieren. Zulauf und Ablauf des Wassers erfolgt verdeckt innerhalb der Elemente. Deswegen eignen sich solche Systeme besonders gut für Sanierungen.

Verkleiden der Vorwandelemente

Die Vorwandelemente werden ebenfalls mit Trockenbauplatten verkleidet. Auch sie müssen entsprechend abgedichtet werden, damit es später nicht zu Feuchtigkeitsschäden kommt. Die Fugen sind zu verspachteln und die Ecken mit dem Dichtband zu versiegeln. Es ist also alles so, wie beim Abdichten der Wände beschrieben.

Fliesen oder Putz?

Anschließend können die Gipsplatten verfliest oder mit geeignetem Putz versehen werden. Im Handel sind mineralische Putze erhältlich, die sich für Gipskartonplatten und für die Verwendung in Feuchträumen eignen. Wichtig ist vor allem die vorherige Behandlung mit Tiefengrund oder Sperrgrund, da die Platten sehr saugfähig sind. Anschließend kann ein Rollputz oder Streichputz aufgetragen werden. Beide Putzarten eignen sich gut für Anfänger, da sie sich leicht verarbeiten lassen.

Sollen die Gipskartonplatten mit Fliesen versehen werden, muss ebenfalls zuvor ein Tiefengrund als Haftvermittler aufgetragen werden. Im Badezimmer ist ein spezieller Fliesenkleber auf Epoxidbasis zu empfehlen. Er schützt die Gipsplatten vor eindringender Nässe und dichtet zusätzlich ab. Im Nassbereich des Bades ist solch eine Sperrschicht unbedingt erforderlich.