Photovoltaikanlage optimal nutzen: So schöpfen Eigenheimbesitzer das Potenzial aus

Photovoltaikanlagen sind aktuelle gefragter denn je, können sie doch den Strom für die Wärmepumpe generieren, die Betriebskosten des E-Autos geringhalten oder eigenständig das Haus warmhalten. Doch damit die Investition in eine Photovoltaikanlage sich lohnt, muss diese optimal genutzt werden. Warum es nicht genügt, einige Paneele auf dem Dach zu installieren und welche Zusätze optimal sind, verrät dieser Artikel.

Photovoltaikanlage Dach
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Auf die richtige Planung kommt es an

Um die richtige Photovoltaikanlage zu wählen, ist ein wenig Vorarbeit notwendig. Immerhin soll die Anlage am Ende rentabel sein und sich für den Besitzer lohnen. Aber worauf kommt es an?

  • Stromverbrauch: Die meisten Anlagenbesitzer wünschen sich einen gewissen Grad an Selbstversorgung durch die eigene Anlage. Um diese zu erreichen, kommt es mit auf den eigenen Stromverbrauch an. Eine Anlage mit einer Gesamtgröße von 25 Quadratmetern kann im Jahr bis zu 4.500 Kilowattstunden Strom generieren.
  • Verbrauchszeiten: Besonders rentabel sind Photovoltaikanlagen, wenn auch tagsüber ausreichend Strom verbraucht (oder wenigstens gespeichert) wird. Plakativ gesagt: Wer tagsüber jedes Gerät vom Netz nimmt und keinen Strom verbraucht, der wird durch die Anlage nicht zum Selbstversorger, da in den Abend- und Nachtstunden normaler Strom genutzt wird. Wer hingegen von zu Hause aus arbeitet und somit auch Nebenverbraucher wie Geschirrspüler, Waschmaschine oder sonstige Geräte nutzt, der nutzt die Anlage rentabel. Dasselbe gilt für diejenigen, die tagsüber den Wagen laden oder eine Wärmepumpe haben.
  • Beratung: Grundsätzlich sollten sich Interessenten vielseitig beraten lassen. Es gibt mittlerweile die unterschiedlichsten Anlagen und Modelle, sodass die Beratung mit einem Vergleich wichtig ist. Was viele nämlich nicht wissen ist, dass Photovoltaikanlagen nicht unbedingt gekauft werden müssen. Es gibt auch Mietlösungen.
Photovoltaikanlage montieren
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Eine Photovoltaikanlage erfreut sich immer größerer Beliebtheit – doch wie lässt sich eine solche Anlage weiter optimieren? Bildquelle: @ AHatmaker – 444090303 / Adobe Stock

Die Größe der Anlage muss wahlweise mit dem eigenen Verbrauch oder aber mit den Wünschen übereinstimmen. Nicht jeder ist an einem hohen Grad an Selbstversorgung interessiert, sondern möchte die Last des Stromkaufes nur abmildern und einige Verbraucher im Haus über den selbst erzeugten Strom betreiben. Eine gute Beratung muss auch auf diese Punkte mit eingehen.

Einen Stromspeicher nutzen

Ein Problem mit dem selbstproduzierten Strom ist, dass der Verbrauch der Produktion nicht immer gleichsteht. An einem traumhaften Sonnentag produziert die Anlage viel und lange Strom, doch bringt es natürlich nichts, jetzt alle Geräte im Haus anzuschalten, um den Strom auch zu verbrauchen.

Eine Lösung muss her, denn die schöne Mittagssonne soll schließlich am späten Abend im Haus genutzt werden. Energiespeichermöglichkeiten stehen mittlerweile in verschiedenen Ausführungen und Arten zur Verfügung:

  • Stromspeicher: Lithium-Speicher lassen sich im Haus fest installieren. Je nach Schaltung wird nun der aktuell produzierte Strom erst im Haus verbraucht (meist Wärmepumpe), dann zwischengespeichert und, sollte der Speicher voll sein, eingespeist. Stromspeicher bieten sowohl Anbieter von Photovoltaikanlagen an als auch Stromanbieter selbst. Die meisten Stadtwerke stellen mittlerweile Tarife eigens für Anlagenbesitzer zur Verfügung, die einen Stromspeicher beinhalten. Diese Variante ist besonders geeignet, für Haushalte, die möglichst autark bleiben möchten.
  • Virtueller Speicher: Die Cloud am Strommarkt. Bei dieser Speicherlösung speichert der Kunde seinen Strom nicht im Haus, sondern virtuell in einem Speicher. Das ist jedoch kein echter Speicher, denn der produzierte Strom wird ins Netz eingespeist und wird zu einem späteren Zeitraum nutzbar für den Haushalt. Verbraucht der Nutzer das eingespeiste Strom aus dem Netz, so wird das Guthaben zuerst angegriffen, bevor Strom vom Stromlieferanten berechnet wird. Bei einem Netzausfall besteht kein Zugriff auf das Stromguthaben.

Generell kann nur jedem Interessenten dazu geraten werden, eine der Speicherlösungen zu nutzen. Sie hilft dabei, die Anlage effektiv zu betreiben und möglichst autark zu bleiben. Besonders gut ist diese Lösung in folgenden Fällen:

  • Abwesenheit: Wer regelmäßig tagsüber aus dem Haus ist und somit wenig Strom verbraucht, für den sind Stromspeicherlösungen ideal, um das meiste Potenzial aus der Photovoltaikanlage zu schöpfen.
  • Wärmepumpen: Die Heizung arbeitet optimal mit einer Photovoltaikanlage zusammen. Doch auch andere, teils mit Strom betriebene Heizungsarten lassen sich gut als Dauerverbraucher kombinieren.
  • Warmwasser: Photovoltaikanlagen werden zwar meist mit der Stromerzeugung gleichgesetzt, können aber im Zuge der Solarthermie auch Warmwasser und Heizenergie generieren.

Natürlich ist es auch bei Stromspeichern wichtig, den eigenen Verbrauch zu kennen und gut einschätzen zu können. Vielen ist beispielsweise gar nicht bewusst, wie viel sie tagsüber auch in der Abwesenheit verbrauchen. Um diesen Verbrauch einschätzen zu können, hilft mitunter ein Strommesser. Ausgehend vom Verbrauch lässt sich somit berechnen, welche Größe der Stromspeicher haben sollte.

PV-Anlagen und Wärmepumpe – gute Kombi für den Heizbereich

Oft wird zwar von Öl-, Gas- oder Pelletheizung gesprochen, doch die meisten modernen Heizungsanlagen verbrauchen zugleich Strom, da der Brennkessel elektrisch gesteuert wird. Die Wärmepumpe benötigt die Elektrizität, um überhaupt Wärme zu generieren und entsprechend weiterzuleiten. Somit eignet sie sich perfekt, um mit einer PV-Anlage kombiniert zu werden.

Je nach dem, ob die PV lediglich den Hausstrom decken oder zusätzlich auch eine Wärmepumpe betreiben soll, variiert die benötigte Größe der Anlage. Wer bereits eine PV-Anlage hat, der kann mitunter nachrüsten.

Um die Wärmepumpe aber dauerhaft mit Strom zu versorgen, ist ein Stromspeicher für diesen Einsatz wichtig. Immerhin muss die Wärmepumpe in den meisten Fällen in der Nacht wesentlich stärker arbeiten als in den Tagesstunden.

Die Anschaffung einer Wärmepumpe wird unter Umständen sogar gefördert. Von den Kosten der Anschaffung sollte sich niemand zu sehr abschrecken lassen, denn die Wärmepumpe hat nach der Installation starke Vorteile:

  • Wartungsarm: im Regelfall muss die Pumpe nur einmal jährlich gewartet werden. Reparaturarbeiten sind recht selten.
  • Kein Schornsteinfeger: sollte im Haus nicht noch ein Ofen oder Kamin betrieben werden, entfallen die Kosten für die Schornsteinüberprüfung.
  • Autark: mit einer Wärmepumpe, gerade in Verbindung mit der PV-Anlage, ist der Nutzer wärmetechnisch autark. Gas, Öl oder Holz müssen nicht angeschafft oder gelagert werden. Der Besitzer ist somit relativ unabhängig von dem, was in der Welt geschieht.
Wärmepumpe
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Insbesondere in Verbindung mit einer Wärmepumpen-Heizung, lohnt sich die Kombination der Photovoltaikanlage mit einem Stromspeicher. Bildquelle: @ napa74– 515491885 / Adobe Stock

Dennoch darf nicht vergessen werden, dass Wärmepumpen nicht ohne Weiteres in jedem Haus genutzt werden können. Das Gebäude muss gut gedämmt sein, bestenfalls Flächenheizung besitzen, zumindest sind aber Heizkörper notwendig, die für die Wärmepumpe geeignet sind.

Diese Kosten kommen auf Hausbesitzer mitunter zusätzlich zu, wenngleich sie eine Wertsteigerung und Kostenersparnis auf lange Sicht darstellen. Die Installation einer PV-Anlage spart ebenfalls auf lange Sicht Kosten, stellt aber zuerst eine Ausgabe dar.

Fazit – die Photovoltaikanlage gut planen

Die Anschaffung einer Photovoltaikanlage scheint im ersten Moment kompliziert. Die Kosten sind markant, teilweise sind zuvor noch Dacharbeiten notwendig. Schon aus diesen Gründen muss die Anlage gut geplant werden. Damit sie künftig einen guten Teil des genutzten Stroms produziert und zuverlässig die Wärmepumpe versorgt, sind weitere Überlegungen wichtig. Wie hoch ist der eigene Strombedarf, wie verteilt sich dieser Verbrauch?

Im Regelfall lohnt es sich, die PV-Anlage mit einem Stromspeicher zu verbinden, damit tagsüber produzierter und nicht genutzter Strom in den Abend- und Nachtstunden abgerufen werden kann, anstatt einfach im Netz zu verschwinden. Da immer mehr Menschen die Selbstversorgung wichtig ist, schließt die Überlegung auch die Art des Stromspeichers an.

Im Haus installierte Akkus kosten Platz, bieten aber auch bei Stromausfall den direkten Zugriff. Virtuelle Speicher sind praktischer, doch liegt das Stromnetz lahm, können Nutzer nicht ihr produziertes Stromguthaben abrufen. Grundsätzlich gilt, sich vor der Anschaffung der Anlagen viele Gedanken zu machen und mehrere Angebote samt Beratungen einzuholen.

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