Home » Bauwissen » Bautechnik » Hartes oder weiches Holz – die Holzhärte nach Brinell

Hartes oder weiches Holz – die Holzhärte nach Brinell

Die Holzhärte hat häufig entscheidenden Anteil an der Entscheidung, welches Holz zum Einsatz kommt. Für Parkett soll es in der Regel ein Hartholz an, für andere Fälle reicht ein weiches Holz aus. Ein wichtiger Maßstab ist hierbei die Brinellhärte. Wie sie gemessen wird und welche Holzart welche Härte besitzt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Holzstapel
Die Härte ist ein wichtiges Holzmerkmal (Foto: Wolfgang Brauner auf Pixabay)

So errechnet sich die Brinellhärte

Für eine erste Einschätzung, wie weich oder hart ein Holz ist, reicht die Fingernagelprobe. Lässt es sich mit dem Fingernagel einritzen, handelt es sich um weiches Holz, wenn nicht, ist das Holz härter. Doch wie hart ist das Holz wirklich? Da hilft ein vom Schweden Johan August Brinell erprobtes Verfahren.

Der Härtegrad variiert je nach Wuchsgebiet des Baumes und der Lage der Jahresringe. Auch der Feuchtigkeitsgehalt des Holzes spielt eine Rolle – feuchtes Holz ist weicher als trockenes Holz. Dies alles müssen Sie immer berücksichtigen, wenn Sie mit der Holzhärte zu tun haben. Die Werte in der Tabelle des zweiten Teils dieses Beitrags sind daher nur grobe Richtwerte.

Zurück zu Brinell und seinem Verfahren zur Ermittlung der Holzhärte. Das Prüfverfahren stammt bereits aus dem Jahr 1901 – wird aber noch heute genutzt. Wenn auch mit moderneren Prüf- und Auswertungsgeräten.

Bei der Prüfung wird eine Stahlkugel bestimmten Durchmessers mit steigender Belastung in das Holz gedrückt. Über den Abdruck, den die Kugel hinterlässt, kann die Holzhärte mit Hilfe einer Formel bestimmt werden:

Formel Brinellhärte

HBW steht hierbei für die Brinellhärte in N/mm². Die für die Berechnung benötigten Werte sind die Kraft F in Newton (N), der Durchmesser der Stahlkugel D sowie der Durchmesser des Abdrucks (d).

Gemessen wurde der Eindruckdurchmesser früher mit einem Fadenzähler (Prinzip starke Lupe), heute geht das vollelektronisch. Das Verfahren kommt übrigens nicht nur zur Bestimmung der Holzhärte zum Einsatz, auch die Stahlhärte lässt sich damit ermitteln.

Holzhärte verschiedener Holzarten

In der folgenden Tabelle sehen Sie in alphabetischer die Holzhärte verschiedener Holzarten. Es handelt sich dabei nur um Richtwerte, wie bereits an anderer Stelle geschrieben. Verschiedene Bedingungen sorgen dafür, dass die gleiche Holzart mal weicher und mal härter ist.

Holzart Ø Brinellhärte (N/mm²)
Abachi 13
Afzelia 35
Ahorn 27
Balsa 2
Birke 23
Birnbaum 32
Bongossi – Azobe 78
Brasilkiefer 18
Bubinga 38
Buche 34
Douglasie 20
Ebenholz 84
Eibe 30
Eiche 34
Erle 33
Esche 41
Fichte 12
Hemlock 14
Hickory 40
Iroko – Kambala 30
Kiefer 19
Kirschbaum 31
Kosipo 25
Koto 20
Lärche 19
Limba 22
Linde 16
Mahagonie amerik. 19
Mahagonie, Sapeli- 25
Mahagonie, Sipo- 16
Meranti 25
Nussbaum 52
Palisander, Rio 55
Pitch Pine 19
Pockholz 88
Ramin 25
Red Pine 19
Robinie 48
Roteiche 41
Sen 12
Tanne 16
Teak 31
Ulme 30
Wenge 44
Western Red Cedar 9
Zebrano 27
Zeder 10

Hartholz oder Weichholz – grafischer Überblick

Im vorigen Kapitel haben Sie die Holzhärte verschiedener Holzarten kennengelernt, hier erfolgt die Einteilung in Weichholz und Hartholz. Ich gehe davon aus, das Weichholz eine Brinellhärte bis 20 N/mm² besitzt, mittelhartes Holz ist zwischen 21 und 30 N/mm² hart, Hartholz fängt bei 31 N/mm² und kann ab einer Holzhärte von 43 N/mm² als sehr hart bezeichnet werden. Ich habe die Holzarten an dieser Stelle von sehr hart bis weich sortiert.

Holzhärte nach Brinell

2 Gedanken zu „Hartes oder weiches Holz – die Holzhärte nach Brinell“

  1. Ich habe den Eindruck, dass Linde vom Niederrhein härter scheint als die, die ich Internet bestellt habe. Ist so etwas denkbar? Wenn dort wirklich Unterschiede möglich sind, würde ich mich freuen, wenn die Tabelle um diese Angaben erweitert würde.
    Ich fange gerade an, das Schnitzen zu lernen. Das Lindenholz aus dem Internet ließ sich leichter schnitzen als das aus dem Sägewerk.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Koopmann

    Antworten
    • Hallo Herr Koopmann,

      keine Ahnung, ob Linden vom Niederrhein generell härter als woanders sind. Aber es kann durchaus sein, dass die Härte von Baum zu Baum variiert, auch die Holzfeuchte spielt eine Rolle. Die in der Tabelle angegebenen Werte sind lediglich Durchschnittswerte.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

      Antworten

Schreibe einen Kommentar