Hartes oder weiches Holz – die Holzhärte nach Brinell

Die Holzhärte hat häufig entscheidenden Anteil an der Entscheidung, welches Holz zum Einsatz kommt. Für Parkett soll es in der Regel ein Hartholz an, für andere Fälle reicht ein weiches Holz aus. Ein wichtiger Maßstab ist hierbei die Brinellhärte. Wie sie gemessen wird und welche Holzart welche Härte besitzt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Die Härte ist ein wichtiges Holzmerkmal

Das erwartet Sie in diesem Beitrag

So errechnet sich die Brinellhärte

Für eine erste Einschätzung, wie weich oder hart ein Holz ist, reicht die Fingernagelprobe. Lässt es sich mit dem Fingernagel einritzen, handelt es sich um weiches Holz, wenn nicht, ist das Holz härter. Doch wie hart ist das Holz wirklich? Da hilft ein vom Schweden Johan August Brinell erprobtes Verfahren.

Der Härtegrad variiert je nach Wuchsgebiet des Baumes und der Lage der Jahresringe. Auch der Feuchtigkeitsgehalt des Holzes spielt eine Rolle – feuchtes Holz ist weicher als trockenes Holz. Dies alles müssen Sie immer berücksichtigen, wenn Sie mit der Holzhärte zu tun haben. Die Werte in der Tabelle des zweiten Teils dieses Beitrags sind daher nur grobe Richtwerte.

Zurück zu Brinell und seinem Verfahren zur Ermittlung der Holzhärte. Das Prüfverfahren stammt bereits aus dem Jahr 1901 – wird aber noch heute genutzt. Wenn auch mit moderneren Prüf- und Auswertungsgeräten.

Bei der Prüfung wird eine Stahlkugel bestimmten Durchmessers mit steigender Belastung in das Holz gedrückt. Über den Abdruck, den die Kugel hinterlässt, kann die Holzhärte mit Hilfe einer Formel bestimmt werden:

Formel Brinellhärte
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HBW steht hierbei für die Brinellhärte in N/mm². Die für die Berechnung benötigten Werte sind die Kraft F in Newton (N), der Durchmesser der Stahlkugel D sowie der Durchmesser des Abdrucks (d).

Gemessen wurde der Eindruckdurchmesser früher mit einem Fadenzähler (Prinzip starke Lupe), heute geht das vollelektronisch. Das Verfahren kommt übrigens nicht nur zur Bestimmung der Holzhärte zum Einsatz, auch die Stahlhärte lässt sich damit ermitteln.

Holzhärte verschiedener Holzarten

In der folgenden Tabelle sehen Sie in alphabetischer die Holzhärte verschiedener Holzarten. Es handelt sich dabei nur um Richtwerte, wie bereits an anderer Stelle geschrieben. Verschiedene Bedingungen sorgen dafür, dass die gleiche Holzart mal weicher und mal härter ist.

HolzartØ Brinellhärte (N/mm²)
Abachi13
Afzelia35
Ahorn27
Balsa2
Birke23
Birnbaum32
Bongossi – Azobe78
Brasilkiefer18
Bubinga38
Buche34
Douglasie20
Ebenholz84
Eibe30
Eiche34
Erle33
Esche41
Fichte12
Hemlock14
Hickory40
Iroko – Kambala30
Kiefer19
Kirschbaum31
Kosipo25
Koto20
Lärche19
Limba22
Linde16
Mahagonie amerik.19
Mahagonie, Sapeli-25
Mahagonie, Sipo-16
Meranti25
Nussbaum52
Palisander, Rio55
Pitch Pine19
Pockholz88
Ramin25
Red Pine19
Robinie48
Roteiche41
Sen12
Tanne16
Teak31
Ulme30
Wenge44
Western Red Cedar9
Zebrano27
Zeder10

Hartholz oder Weichholz – grafischer Überblick

Im vorigen Kapitel haben Sie die Holzhärte verschiedener Holzarten kennengelernt, hier erfolgt die Einteilung in Weichholz und Hartholz. Ich gehe davon aus, das Weichholz eine Brinellhärte bis 20 N/mm² besitzt, mittelhartes Holz ist zwischen 21 und 30 N/mm² hart, Hartholz fängt bei 31 N/mm² und kann ab einer Holzhärte von 43 N/mm² als sehr hart bezeichnet werden. Ich habe die Holzarten an dieser Stelle von sehr hart bis weich sortiert.

Holzhärte nach Brinell
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3 Gedanken zu „Hartes oder weiches Holz – die Holzhärte nach Brinell“

  1. Ich habe den Eindruck, dass Linde vom Niederrhein härter scheint als die, die ich Internet bestellt habe. Ist so etwas denkbar? Wenn dort wirklich Unterschiede möglich sind, würde ich mich freuen, wenn die Tabelle um diese Angaben erweitert würde.
    Ich fange gerade an, das Schnitzen zu lernen. Das Lindenholz aus dem Internet ließ sich leichter schnitzen als das aus dem Sägewerk.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Koopmann

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    • Hallo Herr Koopmann,

      keine Ahnung, ob Linden vom Niederrhein generell härter als woanders sind. Aber es kann durchaus sein, dass die Härte von Baum zu Baum variiert, auch die Holzfeuchte spielt eine Rolle. Die in der Tabelle angegebenen Werte sind lediglich Durchschnittswerte.

      Viele Grüße
      Dominik Hochwarth

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  2. Die Härteunterschiede sind aus meiner Erfahrung heraus auch abhängig von der Enge der Jahresringe. Da ich selbst relativ viel aus Holz herstelle kann ich sagen, je enger die Maserung um so härter. Ich habe selbst bei Linde unterschiedliche Härte erlebt. Allerdings habe ich keine Messungen durchgeführt, aber habe schon die unterschiedlichsten Holzarten geschnitzt.

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