Meine Eltern wohnten einst neben der weltbekannten Violinistin Anne-Sophie Mutter in Wehr. Ich wurde leider erst später geboren, doch etwas verfolge ich ihren Weg dann doch. Womit wir beim Thema dieses Beitrages sind – dem Tonholz. Als Tonholz wird das Holz bezeichnet, aus dem Holzinstrumente hergestellt werden. Wie auch die Violine der Stargeigerin. Erfahren Sie hier, welches Holz sich für welches Instrument am besten eignet und auf was es bei der Auswahl des Tonholzes sonst noch ankommt

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Das Foto stammt von Pixabay und steht unter der Creative Commons CC0 Lizenz

Die richtige Lagerung

Ein ganz wichtiges Kriterium für Tonholz ist auch die Lagerung. Getreu dem Motto für Wein „je älter, desto besser“, muss – je nach Holzart – die Lagerzeit mindestens 5 bis 8 Jahre betragen. Frisches Holz enthält viel Feuchtigkeit.

Dies allein wäre kein Problem, wenn Holz nicht die „blöde“ Angewohnheit hätte zu schrumpfen oder sich auszudehnen. Wasser aufnehmen kann es „dummerweise“ auch. Dies ist natürlich schlecht für ein Instrument, das aus vielen verschiedenen Einzelteilen besteht.

Wer will schon, dass sich der Hals mit der Zeit wölbt oder sich Risse bilden? Bei längerer Lagerung „beruhigt“ sich das Holz und es neigt immer weniger zum Verziehen. Daher bringt es auch nichts, das Holz innerhalb weniger Wochen maschinell zu trocknen, das Holz wölbt sich dennoch.

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Holz für Geigen und Violinen

Geigen und Violinen werden in der Regel nicht aus einer Holzart, sondern mehreren Holzarten hergestellt. Meist aus Ebenholz sind beispielsweise Griffbrett und Schnecke, die Decke besteht aus Fichte und der Boden aus Ahorn.

Damit die Violine jedoch meisterhaft klingt, muss auch der Bogen aus einem besonderen Holz geschnitzt sein. Hölzer mit exotischem Namen wie Grenadill, Lionwood, Greenhart oder Pernambuco werden hierfür verwendet.

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Holz für Holzblasinstrumente

Auch bei den Holzblasinstrumenten gilt: „Das Tonholz macht die Musik“, zumindest bei den talentierten Musikern. Fast jeder hat in der Kindheit mit mehr oder weniger großer Begeisterung Blockflöte gespielt.

Bei Manchem hätte jedoch das beste Tonholz nichts gebracht: Mehr als ein undefinierbares Gekrächze wäre der Flöte nicht zu entlocken gewesen.

Flöten, aber auch Oboen oder Klarinetten für den professionellen Einsatz bestehen beispielsweise aus Bergahorn, Hardmaple, Birnbaum, Grenadill, Buchsbaum oder Ebenholz.

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Holz für Xylophone

Ein Instrument, bei dem man den unterschiedlichen Klang von Tonhölzern unmittelbar nachvollziehen kann, ist das Xylophon. Dies ist griechisch und heißt übersetzt nichts anderes als Klangholz.

Beim Xylophon macht die Länge des Stabes die Musik – je kürzer der Stab, desto höher der Ton. Doch auch jede Holzart hat ihre eigene Klangfarbe: Ein weiches Holz mit gleichmäßiger Struktur, z.B. Pappel oder Erle, tönt sanft.

Ein hartes Holz wie Ahorn oder gar ein exotisches Holz (Jacaranda, Wengè etc.), hat einen obertonreichen, langanhaltenden Klang.

Beim Xylophon kann man weniger falsch machen, wie beispielsweise bei der Violine oder der Flöte. Das Instrument wird daher schon im Vorschulalter bei Kleinkindern gerne verwendet. Aber auch völlig unmusikalische Menschen können diesem Instrument keine schiefen Töne entlocken.

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Holz für Gitarren

Kommen wir noch einmal zu den Saiteninstrumenten und dabei speziell zu den Gitarren. Auch hier gilt wie bei Violinen und Geigen: Die Mischung macht’s, das heißt jedes Teil besteht aus einem anderen Material.

Das traditionelle europäische Deckenholz ist Fichte. Auch die kanadische Rotzeder oder die amerikanischen Fichtenarten wie Sitka-Spruce oder Oregon-pine entlocken dem Instrument eine angenehme Klangfarbe. Boden und Zarge sind aus einem härteren Material. So wird das Instrument stabiler.

In erster Linie ist das Holz aber natürlich für den Klang zuständig und deshalb verwendet man für Zarge und Boden gerne Ahorn oder Palisander.

Nicht ganz so hart ist das Material für den Gitarrenhals. Hier kommt es vor allem darauf an, daß sich das Holz nicht so leicht verzieht und sich nicht so einfach verbiegen lässt. Mahagoni, das mittelamerikanische Cedro oder das einheimische Erlenholz haben diese Eigenschaften.

Sehr hart muss hingegen das Griffbrett sein, da es von einigen doch arg malträtiert wird. Schwarze Ebenholzarten sind seit jeher für hochwertige Instrumente die erste Wahl.

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Holz für Klaviere

Klaviere und Flügel bestehen ebenfalls größtenteils aus Holz – zu rund 70 Prozenz – um genau zu sein. Wie bei anderen Holzinstrumenten kommt es auch hier auf sorgfältige Lagerung und schonende Trocknung an. Zum Einsatz kommen zum Beispiel für die Tasten Fichte, Linde oder Pappel. Mechanikteile des Klaviers werden gerne aus Rotbuche oder Ahorn, Hammerstiele auch aus Buche gerfertigt. Für die Hammerkerne verwendet der Klavierbauer Weißbuche, Mahagoni oder Nussbaum, für die Raste Fichte, Buche oder Eiche.

Der Resonanzboden wird auch als Seele des Klaviers bezeichnet und wird natürlich aus Holz gefertigt. Er besteht aus einer etwa acht Millimeter dicken Fichtenholzplatte. Diese wird leicht konvex gewölbt unter Spannung auf die Zarge geleimt. Durch die Saiten und den Steg wird der Resonanzboden zum Schwingen angeregt und verstärkt so den Ton. Je hochwertiger das Tonholz, desto besser ist der Klang. Bei Billigklavieren kommt gerne auch schichtverleimtes Sperrholz zum Einsatz.

 

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