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Fußbodenheizung bei Parkett und Holzboden – so funktioniert das

Gerade bei Neubauten möchte kaum jemand mehr auf den Komfort einer Fußbodenheizung verzichten. Gerne werden diese bei Sanierungsarbeiten auch nachgerüstet. Stellt sich die Frage: Wie gut vertragen sich Fußbodenheizungen mit einem Holzboden – wie zum Beispiel einem Parkett aber auch mit Massivholzdielen? Hier finden Sie die wichtigsten Antworten zu diesem Themenkomplex.

Fußbodenheizung und Parkett

Generelle Infos zu Holzböden und Fußbodenheizungen

Grundsätzlich lassen sich Holzböden und Fußbodenheizungen miteinander kombinieren – einige Holzarten sind jedoch besser als andere dafür geeignet. Wichtige Kennzahlen sind die Härte des Holzes, seine Dichte, das Quell- und Schwindverhalten oder die Wärmeleitfähigkeit. Dahingehend gibt es doch große Unterschiede zwischen den verschiedenen Hölzern.

Eine wichtige Kenngröße ist der Wärmedurchlasswiderstand. Dieser sollte maximal 0,17 m²K/W betragen, damit sich ein Holzboden bzw. Parkett für Verlegung auf einer Fußbodenheizung eignet. Eng damit verbunden ist die Dicke des Fußbodens, mehr als 24 mm sollten es nicht sein, damit genügend Wärme durch den Boden gelangt.

Generell sollten Parkett und Holzböden fest mit dem Untergrund verklebt werden, wenn Sie eine Fußbodenheizung nutzen wollen. Die Heizung darf auch nicht zu warm werden. Optimal sind eine Oberflächentemperatur von 26 oder 27 Grad Celsius – bis maximal 29 Grad Celsius sollten Sie mit Ihrer Heizung hochgehen.

Welche Holzarten eignen sich besonders gut für eine Fußbodenheizung?

Härte, Dichte, Quellverhalten oder Wärmedurchlasswiderstand des Holzes sorgen dafür, dass manche Holzarten sich besser mit der Fußbodenheizung vertragen als andere. In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht über gängige Parkett-Holzarten und ihre jeweilige Eignung für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung.

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Holzart

Für Fußbodenheizung geeignet?

Ahorn can.

schlecht

Bergahorn

mittel

Birke

mittel

Buche ged.

schlecht

Eiche dunkelbraun

sehr gut

Eiche mittelbraun

sehr gut

Eiche rotbraun

sehr gut

Eiche weiß

sehr gut

Eiche weiß

sehr gut

Esche

mittel

Iroko

mittel

Jatoba

mittel

Kirschbaum amer.

sehr gut

Kirschbaum eur.

sehr gut

Lärche

schlecht

Nussbaum amer.

mittel

Nussbaum eur.

mittel

Räuchereiche

sehr gut

Tali

mittel

Thermoesche

sehr gut

Wenge

mittel

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Eiche in allen Farben, Kirschbaum und Esche sich besonders gut für die Verlegung auf Fußbodenheizung eignen. Von Buche, Lärche oder Ahorn sollten Sie die Finger lassen, wollen Sie sich Ihre Füße wärmen lassen.

Parkett fest verkleben
Parkett auf Fußbodenheizung sollte fest verklebt werden

Vertiefende Informationen

Wie eingangs bereits geschrieben, haben Holzfeuchte, Quellverhalten oder Wärmeleitfähigkeit Einfluss auf die Wahl des Parketts oder Holzbodens. Hier kommen noch ein paar vertiefende Informationen dazu:

Einfluss der Holzfeuchte

Ist das Holz bei der Verlegung zu feucht, werden innerhalb kurzer Zeit Fugen sichtbar, die um einiges über dem Erlaubten liegen. Durch die Fußbodenheizung wird das Problem zusätzlich verstärkt.

Fugen an sich stellen bei Parkettböden nicht von vornherein einen Mangel dar, unschön sind sie aber auf jeden Fall. Sehr kleine Fugen sind während der Heizperiode unvermeidbar, dies liegt an der materialtypischen Eigenschaft des Holzes.

Durch die richtige Holzauswahl und die fachgerechte Verarbeitung lässt sich Fugenbildung jedoch positiv beeinflussen. Manche Holzarten wie Buche und Ahorn neigen beispielsweise zu stärkerer Fugenausbildung als Eiche. Auch die Größe der Parkettstäbe beeinflusst die Fugenbildung: Je kleiner die Stäbe, desto kleiner die Fugen. Daher sind auch große Einzelelemente oder Schiffsböden zur Verlegung ungeeignet.

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Einfluss des Quellverhaltens

Holz schwindet und quillt nicht in beide Richtungen gleich stark. Stehende Jahresringe im Parkett sind daher besser geeignet als liegende. Zusätzlich sollte Parkett auf Fußbodenheizung verklebt werden, um das Quellvermögen zu minimieren. Netter Nebeneffekt: Die Wärmeleitfähig ist dadurch wesentlich besser.

Besser ist es auch, das Parkett nicht mit Lack zu versiegeln. Der Lack verklebt die Fugen, durch das Schwinden reißt der Lack an der schwächsten Stelle. Statt lauter kleiner Fugen entsteht somit eine große Fuge. Öl- und Wachssysteme sowie Zweikomponentenlacke oder Öl- und Kunstharzsiegel sind daher besser geeignet.

Einfluss der Wärmeleitfähigkeit

Damit die Wärme aus der Fußbodenheizung nicht sinnlos verpufft, muss das Parkett eine gute Leitfähigkeit haben. Hartholz leitet die Wärme um einiges besser als Weichholz, das hingegen besser isoliert, weil es größere Luftporen besitzt. Um eine ausreichende Wärmeabgabe an den zu beheizenden Raum zu erreichen, soll der Wärmedurchlasswiderstand 0,17 m² K/W nicht übersteigen.

Der Wärmedurchlasswiderstand ist abhängig von der Dicke und der Wärmeleitzahl des Materials. Je dünner das Material, desto besser leitet es die Wärme. Bei Mosaikparkett, Eiche, 8 mm stark beträgt der Wärmedurchlasswiderstand 0,038 m² K/W, bei 22 mm starkem Stabparkett aus Eiche ist er hingegen mit 0,105 m² K/W fast dreimal so groß.

Einfluss der Betriebstemperatur

Nach Inbetriebnahme ist darauf zu achten, dass die Oberflächentemperatur des Fußbodens 29°C nicht überschreitet. Ist das Gebäude entsprechend der aktuellen Energieeinsparverordnung gebaut, reichen sogar noch niedrigere Temperaturen. Höher darf die Temperatur nicht steigen, weil sonst die Heizung nicht mehr bestimmungsgemäß betrieben wird.

Fußbodenheizung unter Parkett
Die Temperatur sollte bei Parkett nicht zu hoch gewählt werden

Teppiche sollten möglichst nicht auf Parkettböden mit Fußbodenheizung gelegt werden. Es besteht die Gefahr, dass es durch den Teppich zu einem Wärmestau kommt. Die Wärme wird nicht an den Raum abgegeben, das Thermostat reagiert entsprechend und erhöht die Temperatur des Wassers im System. Die Folge: Im günstigsten Fall steigen die Heizkosten unnötigerweise, im ungünstigsten Fall entstehen Schäden an Parkett und Unterkonstruktion.

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