Viren – die Gefahr schwebt in der Luft

In den Geschäften werden die Desinfektionsmittel knapp, bei Atemmasken sieht es nicht besser aus. Der Coronavirus schlägt heftige Wellen. Das ist manchmal wahrscheinlich etwas übertrieben, doch etwas mehr Hygiene steht uns in diesen Tagen gut zu Gesicht. Ans Waschen der Hände denken wir noch, auch dass wir unserem Gegenüber nicht die Hände geben sollten, doch die Gefahr schwebt auch in der Luft.

In geschlossenen Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten, sollten wir daher unbedingt auch regelmäßig zu lüften: Die Krankheitserreger – in diesem Fall die Coranaviren (gilt aber auch für Grippeviren) haften an winzigen Tröpfchen, die munter durch die Luft schwirren, wenn wir niesen, husten oder auch einfach nur ausatmen. Nicht umsonst heißt es Tröpfcheninfektion. Und das scheint der Hauptübertragungsweg des Coronavirus zu sein. So schreibt es zumindest das Gesundheitsministerium.

Hygienenotstand im Büro

Sollte es bei mir im Büro Coronaviren geben, feiern sie eine Partie. Hier brauchen sie keine Angst haben, dass sie von frischer Luft nach draußen in die Kälte bugsiert werden. Das Fenster bleibt zu, solange es draußen kälter als drinnen ist. Also so ungefähr 9 Monate im Jahr.

Die Kollegen sind der Meinung, dass nicht die Viren, sondern kalte Luft krankmacht. Kann man so sehen, entspricht allerdings keinen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie sind allerdings zu dritt und ich bin alleine. Also bleibt das Fenster geschlossen.

Ich bin mir sicher, dass es in anderen Büros so ähnlich ist. Es gibt immer diejenigen, die glauben, dass sie von frischer, kühler Luft krank werden. Sind sie in Überzahl, bleibt auch dort das Fenster zu.

Wissenschaftliches für alle Lüftgegner

Wissenschaftliche Studien des Virginia Polytechnic Instituts in den USA haben nachgewiesen, dass sich Grippe-Viren in der Luft einer Kindertagesstätte befanden, obwohl zum Zeitpunkt der Probenentnahme gar niemand im Raum war.

Jetzt kommt natürlich der Einwand, dass dies Grippe- und keine Coronaviren sind. Das stimmt, die Übertragung erfolgt dennoch auf gleiche Weise. Es ist also nicht damit getan, sich regelmäßig die Hände zu waschen und den Kontakt zu den Mitmenschen aufs nötigste zu beschränken.

Anstecken können wir uns auch, wenn wir in einen Raum gehen, in dem sich zuvor ein infizierter Mensch aufgehalten hat. Wir müssen ihm nicht einmal persönlich begegnen. Wir brauchen dazu auch keine Türklinke oder etwas anfassen. Es reicht aus, dass einfach nicht gelüftet wurde.

Was lässt sich dagegen tun? Eigentlich ganz einfach. Fenster auf, Viren raus und Fenster wieder zu. Toller Nebeneffekt: Wir sind weniger müde und können uns besser konzentrieren. Meine Kollegen dösen allerdings lieber im eigenen Mief vor sich hin.

Darum ist trockene Heizungsluft so gefährlich

Besonders ansteckend sind Grippe-Viren, wenn sie sich in einer trockenen Heizungsluft tummeln. Zu diesem Ergebnis kommt die bereits erwähnte Studie der Universität Virginia:

Laut der Studie sind bei einer geringen Luftfeuchtigkeit von 23 Prozent rund 77 Prozent der Viren infektiös, bei einer feuchteren Luft von 43 Prozent sinkt der Wert auf 14 Prozent.

Das macht deutlich, dass regelmäßiges Lüften keine Schikane ist und dazu dient, die Kollegen krank zu machen. Das Gegenteil ist der Fall. Dadurch wird die Gesundheit gestärkt.

Im Winter reichen vier, fünf Minuten aus, um die Luft auszutauschen. Das sollte machbar sein. Und danach hat die Raumluft ruckzuck wieder seine ursprüngliche Temperatur. Wobei es bei mir im Büro eh immer zu warm ist. Über 24 Grad Celsius sind optimal, wenn ich duschen möchte, bei der Arbeit sind sie eher ermüdend und wenig konzentrationsfördernd.

Stoßlüften besser als Kipplüften

Ich habe einen Kollegen, der dem Lüften nicht gänzlich abgeneigt ist. Wenn er lüftet, stellt er allerdings das Fenster nur auf Kipp. Das bringt für den Luftaustausch im Prinzip gar nichts, es kühlt nur den Raum aus.

Sorgen Sie beim Lüften für einen richtigen Durchzug. Je mehr es zieht, desto schneller verschwinden Viren und andere Giftstoffe, die sich in der Raumluft umhertreiben, nach draußen. Wer verständlicherweise nicht im Zug sitzen möchte, kann den Raum auch verlassen, solange das Fenster auf ist.

Um der trockenen Heizungsluft etwas entgegenzusetzen, verwenden Sie während der Heizperiode Raumluftbefeuchter und/oder Pflanzen. Ideal ist es, wenn sich die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent bewegt.

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