Armaturen und glänzendes Chrom – das gehört einfach zusammen, ist aber nicht die einzig mögliche Farbgebung. Gerade in den vergangenen Jahren hat sich einiges in diese Richtung getan. Schwarz, Kupfer, Gold, Anthrazit sind nur einige der möglichen Farben, die momentan bei Armaturen im Trend liegen. Doch wie kommt die Farbe auf die Armatur? Hier erfahren Sie es.

Grohe Essence

Die Grohe Essence Familie in allen Größen und Farben (Foto: Grohe Holding GmbH)

Zum Einfärben von Armaturen kommen grundsätzlich zwei Techniken zum Einsatz:

  1. Galvanotechnik
  2. PVD-Beschichtung

Beides sind Techniken, mit denen Metall eine bestimmte Färbung und Glanzgrad gegeben werden kann. Bei beiden Varianten spielen Physik bzw. Chemie eine wichtige Rolle. Die PVD-Beschichtung baut auf die Galvanotechnik auf – sie funktioniert also nur, wenn das Metall zuvor galvanisiert wurde.

Galvanotechnik

Bei der Galvanotechnik sorgen zwei Tauchgänge in elektrolytischen Bädern dafür, dass aus einfachem Metall glänzendes Chrom entsteht.

Im ersten Tauchgang wird das Metall – in Falle von Armaturen der Armaturenkörper – mit Nickel überzogen. Das Material sorgt dafür, dass die Armatur korrosionsbeständig wird. Außerdem gibt Nickel der Armatur später den Glanzeffekt.

Im zweiten Tauchbad folgt der Chromüberzug. Die Armatur erhält den typischen Hochglanz, gleichzeitig wird sie aber auch widerstandsfähiger und hygienischer. Mit der Galvanotechnik lässt sich außerdem der Farbbereich von metallisch-weiß bis dunkelgrau abdecken.

PVD-Beschichtung

Um noch weitere Farben zu erhalten, kommt die PVD-Beschichtung zum Einsatz. Hier sind dann zum Beispiel Armaturen in folgenden Farbtönen möglich:

  • Kupfer
  • Gold (hell, rosé, dunkel..)
  • Anthrazit
  • Schwarz
  • Violett

Es sind noch viele weitere Farben möglich, mal schauen, mit was uns die Armaturenhersteller in den kommenden Jahren noch alles beglücken.

Wie erfolgt die Beschichtung?

Wie bereits geschrieben, baut die PVD-Beschichtung auf den Galvanisierungs-Prozess auf. Die verchromten Armaturenkörper werden dazu in eine Vakuumkammer gelegt und mit Metallionen bedampft. Übersetzt bedeutet PVD nichts Anderes als physikalische Metalldampfabscheidung (auf Englisch: physical vapour deposition).

Physikalisch betrachtet passiert im Vakuum das: Die Metallionen werden durch einen Lichtbogen verdampft. Diese reagieren mit einem zugegebenen Reaktivgas und setzen sich als farbige Metallschicht auf dem Armaturenkörper fest.

In diesem Video zeigt Hansgrohe, wie das funktioniert:

Wie entsteht eine Armatur? Teil 3: In der Hansgrohe Oberflächenbeschichtung

Mit Klick auf das Video werden Daten an Youtube übertragen, siehe Info

Wenn Sie eine goldene Armatur kaufen, ist die nicht mit echtem Gold beschichtet. Die Industrie verwendet hierfür das günstigere Titannitrid, das verdampft und zusammen mit dem Reaktivgas die Armatur vergoldet.

Mit einer PVD-Beschichtung lassen sich nicht nur viele neue Farben realisieren, sie hat auch sonst noch einige Vorteile gegenüber Chrom:

  • Sie ist widerstandsfähiger gegen Kratzer
  • Sie ist langlebiger
  • Sie ist korrosionsbeständiger
  • Sie lässt sich einfacher reinigen

Dadurch, dass bei der Beschichtung kein Wasser und keine Chemie zum Einsatz kommen, ist die Technik zudem äußerst umweltschonend. Sie müssen daher kein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie sich in eine Armatur in Schwarz, Roségold oder Kupfer verliebt haben.

Noch ein Hinweis

Die Dicke der Chrom- oder PVD-Schicht beträgt lediglich etwa 0,0002 mm – ist also mikroskopisch dünn. Wenn Sie ständig mit Ihrem Ehering über die Oberfläche reiben, kann es schon dazu kommen, dass sich die Schicht mit der Zeit auflöst und der Untergrund zum Vorschein kommt.

Das kann bei einer Edelstahlarmatur zum Beispiel nicht passieren, da diese keine Beschichtung besitzt. Diese ist also noch widerstandsfähiger und langlebiger.

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