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Freistehende Badewanne: Vor- und Nachteile

Freistehende Badewannen gelten als die Königinnen unter den Wannen. Doch sind sie auch etwas für mein Bad? Diese Frage stellen sich sicherlich viele, die ein Badezimmer planen und davon träumen, bald in solch einer freistehenden Wanne zu plantschen. Hier erfahren Sie alles über die ihre Vor- und Nachteile.

Frau in freistehender Badewanne

Was macht eine freistehende Badewanne aus?

Der Name sagt eigentlich schon alles, diese Badewannen stehen frei im Raum. Sie sind also von allen Seiten sichtbar. Anders als Vorbau- oder Einbauwannen, die mit einer, zwei oder drei Seiten an der Wand stehen. Das macht dieses Wannen von vornherein zu etwas Besonderem.

Dadurch, dass freistehende Badewannen mit keiner Seite an der Wand stehen, benötigen sie natürlich besonders viel Platz. Es ist aber nicht so, dass Sie unbedingt auf allen Seiten gleich viel Raum einplanen müssen.

Bei freistehenden Badewannen ist eigentlich immer eine Schürze mit dabei. Sie brauchen sich daher keine Gedanken darüber machen, wie Sie die Wanne verkleiden soll. Die Wannen stehen entweder vollflächig auf dem Boden oder besitzen vier sichtbar Füße. Insbesondere nostalgische Wannen auf Klauenfüßen sind äußerst beliebt.

Wie viel Platz braucht eine freistehende Wanne?

Die DIN verlangt bei Badewannen eine Bewegungsfläche von 90 cm in der Breite und 75 cm in der Tiefe vor einer Badewanne. Wobei sich die Bewegungsflächen überlappen dürfen. Wenn auf der anderen Seite der Waschtisch hängt, braucht es nicht 2 x 75 cm, also 150 cm Bewegungsfläche. Die 75 cm gelten dann zusammen für beide Sanitärgegenstände. Mehr über Abmessungen im Badezimmer.

Diese 75 cm brauchen Sie auch nicht rund um die Wanne einhalten. Ein Streifen von 90 cm Breite reicht aus. An den übrigen Stellen können es auch 30, 40 oder 50 cm sein. Sie komplett an die Wand zu stellen, ist sicherlich möglich. Aber wahrscheinlich nicht besonders sinnvoll. Da gibt es günstiger Lösungen – zum Beispiel in Form von Vorwand- oder Einbauwannen.

moderne freistehende Badewanne
Moderne freistehende Badewanne mit ausreichend Platz ringsum

Bedenken Sie zudem: Gerade freistehende Wannen leben von ihrer Wirkung. Quetscht man sie in irgendeine Ecke, verlieren sie viel von ihrer imposanten Erscheinung. Denn das ist sicherlich einer der Hauptgründe, warum sich jemand für eine solche Badewanne entscheidet. Liegt man erst einmal drin, ist kein Unterschied zu einer herkömmlichen Wanne zu merken.

Badexperten empfehlen, dass rund um eine freistehende Badewanne mindestens 55 Abstand zu den Wänden eingehalten werden soll. Eine Standardwanne misst 170 x 80 cm, womit wir auf eine Grundfläche von 225 x 135 cm kommen. Das sind rund drei Quadratmeter. Und die meisten freistehenden Badewannen sind sogar noch größer – vor allem, weil sie häufig als Zweisitzer ausgeführt werden.

Kann man in einer freistehenden Badewanne duschen?

Sicher – in einer freistehenden Badewanne kann man auch duschen. Mit der Handbrause in der Hand und in der Wanne hockend. Und dann ganz vorsichtig, damit nicht das ganze Badezimmer nass wird bei dem Versuch, den ganzen Körper einzuseifen und gründlich zu reinigen.

Mangels Wand, lässt sich keine Duschpaneele, kein Duschsystem oder wenigstens Brausestange montieren. Und selbst, wenn das möglich wäre – zum Beispiel in Form einer bodenstehenden Duschsäule, ist immer noch das Problem mit dem Spritzschutz zu lösen. Hier bleibt eigentlich nur die Decke, um diesen zu befestigen. Geht sicherlich alles, ist aber ziemlich aufwändig und somit teuer.

Wie kommt das warme Wasser in die freistehende Wanne?

Was den Zulauf von warmem Wasser angeht, gibt es bei freistehenden Badewannen verschiedene Möglichkeiten. Optisch sehr schön anzuschauen, sind bodenstehenden Badewannenarmaturen. Mitunter sind diese aber auch etwas wackelig auf den Beinen, insbesondere wenn der Boden wenig tragfähig ist.

Bei einer alten Holzbalkendecke sollten Sie sowieso einen Statiker zurate ziehen, der einmal schaut, ob das Gewicht von Wanne plus Wasser nicht zu groß ist für das Holz. Aber das nur so nebenbei. Und auch der Transport der Wanne ins Badezimmer beim Einbau sollte vorher gut ausgemessen werden. Über eine enge Wendeltreppe in den zweiten Stock – das kann schiefgehen.

Zurück zum warmen Wasser und wie es in die freistehende Wanne gelangt. Wannenrandarmaturen sind ebenfalls möglich, sofern der Wannenrand breit genug ist. Daran wird es häufig scheitern. Eine Füllfunktion über den Überlauf oder Ablauf ist eine dezente Lösung, die immer beliebter wird.

Passt eine freistehende Badewanne in die Dachschräge?

Viele Badezimmer werden mittlerweile unter dem Dach eingerichtet. Auch dort wollen wir nicht auf den schönen Komfort einer freistehenden Wanne verzichten. Doch wie sieht es mit dem Platz nach oben aus? Wie weit darf ich die Badewanne unter die Dachschräge rücken, damit ich sie noch komfortabel nutzen kann?

Ganz einfach: Beim Ein- und Aussteigen sollten Sie sich nicht bücken müssen, sondern sollten aufrecht stehen können. Die Vorderkante der Wanne sollte daher eine Stehhöhe von etwa 2,00 Meter haben, der hintere Rand kann ruhig auch niedriger sein.

Ein toller Platz für die freistehende Badewanne unter dem Dach ist übrigens ein Dachfenster. Hier ist wegen der Laibung sowie etwas mehr Luft nach oben. Außerdem ist der Ausblick unbezahlbar. Nachts unter dem Sternenhimmel – ein Glas Sekt oder die Liebste / den Liebsten im Arm. Was kann es romantischeres geben?

Aus welchen Materialien werden freistehende Wannen hergestellt?

Wie andere Badewannen auch, gibt es freistehende Badewanne aus Sanitäracryl, Stahlemail oder Mineralstein. Exoten wie Holz oder Naturstein einmal ausgeklammert. Die gehen natürlich auch, gehören aber nicht unbedingt zur Standardware eines Sanitärhändlers. Sie sollen daher nicht näher erläutert werden.

Freistehende Badewanne aus Stahlemail sind besonders stabil und kratzfest. Sie brauchen jedoch etwas länger bis sie sich aufheizen. Sie fühlen sich anfangs daher immer etwas kühl an. Sind sie erst einmal warm, speichern sie hingegen sehr gut die Wärme. Stahl lässt sich jedoch nicht so gut formen wie Beispielsweise Mineralguss oder Sanitäracryl.

nostalgische Badewanne
Nostalgisch und romantisch: Freistehende Badewanne auf goldenen Klauenfüßen

Wer ausgefallene Designs liebt und samtige Oberflächen mag, der findet unter den freistehenden Badewannen aus Mineralwerkstein sicher etwas, das seinen Ansprüchen genügt. Solche Wannen werden entweder gegossen – man spricht dann von Mineralguss. Oder aus Platten geformt – ähnlich wie bei den Stahlwannen. Hier sind dann die Designmöglichkeiten ebenfalls etwas eingerschränkt.

Kommen wir zum dritten beliebten Werkstoff für freistehende Badewannen: Sanitäracyl. Hier gefällt vor allem die warme Oberfläche. Zusammen mit einem Wannenträger aus Schaumstoff bleibt das Badewasser ziemlich lange warm. Kleinere Kratzer lassen sich recht einfach rauspolieren. Allerdings ist der Werkstoff von Haus aus nicht besonders stabil – auch wenn die Hersteller ihn mit Holz und anderen Werkstoffen verstärken.

Auf einen Blick: Die Vor- und Nachteile

Die Vor- und Nachteile einer freistehenden Badewanne haben wir in den vorigen Abschnitten schön in Text verpackt. Vielleicht hatten Sie aber gerade keine Zeit, sich diesen komplett durchzulesen. Daher hier noch einmal kurz und kompakt:

Vorteile

Nachteile

  • Unvergleichliche Optik und Designvielfalt
  • Lassen sich frei im Raum aufstellen
  • Funktioniert sogar im Dachbad
  • Reinigung um in der Wanne einfacher
  • Toll für Nostalgie-Freunde

 

  • Benötigen sehr viel Platz
  • Sind teuer in Anschaffung und Montage
  • Keine Ablagen für Shampoo und Co.
  • Es gibt mehr zu putzen
  • Manche finden es ungemütlich, mitten im Raum zu baden
  • Duschen ist nur bedingt möglich

Auf den Geschmack gekommen? Hier können Sie kaufen

Wer genügend Platz im Badezimmer entsprechend viel Kleingeld auf dem Konto hat, für den gehört eine freistehende Badewanne sicherlich zur Grundausstattung. Nichts macht mehr Eindruck und wertet den Raum mehr auf als solch eine Wanne.

Es gibt aber auch einige Nachteile, die manchen sicherlich einen Strich durch die Rechnung machen. Aber zum Glück gibt es einige Alternativen – von der Vorbauwanne über Eckbadewannen bis zur großzügigen Walk-In-Dusche, die mindestens ebenso viel Spaß bringt.

Sie wollen wissen, wo Sie eine freistehende Badewanne kaufen können? Ganz sicherlich über Ihren Sanitärinstallateur des Vertrauens und auch in dem einen oder anderen Baumarkt. Und natürlich bei meinem Arbeitgeber Reuter. Dort finden Sie freistehende Badewannen in über 2.000 Ausführungen. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Schauen Sie hier.

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