Wer ein echter Grillprofi ist oder sich bereits auf einen Gasgrill oder Holzkohlegrill festgelegt hat, kann sich diesen Beitrag schenken und die Zeit sinnvoller nutzen. Alle Anfänger finden hier jedoch interessante Informationen über die verschiedenen Grillmethoden und Grillarten. Und warum der Nachbar beim Grillen eigentlich immer mit von der Partie ist.

Fleischspieß Holzkohlegrill

Lecker Fleischspieß vom Grill. Foto: epr/Moesta BBQ

Das Internet ist überschwemmt mit Tests und Berichten, die entweder Gasgrills oder Holzkohlegrills in den Himmel heben. Ich bin kein solcher Fanatiker, was das Grillen angeht. Ich schaue eher darauf, was am Ende auf meinem Teller landet. Der Weg dorthin ist mir egal – Hauptsache es schmeckt. Ich kann daher ziemlich neutral an die Sache rangehen.

Verschiedene Grillmethoden

Das Prinzip des Grillens ist bei jeder Art von Grill sowieso gleich, es gibt eine Hitzequelle, durch die das Grillgut gegart und an der Oberfläche geröstet wird. Drei Varianten sind möglich:

  • Direktes Grillen
  • Indirektes Grillen
  • Barbecue in einem Smoker

Hierzulande wird als Barbecue alles bezeichnet, was irgendwie mit Grillen zu tun hat. Ganz die reine Lehre ist das nicht. Barbecue in einem Smoker bedeutet, dass das Grillgut bei niedriger Temperatur in heißem Rauch gegart wird. Das hat zwar nichts mehr mit dem ursprünglichen Grillen zu tun, zählt aber dennoch zu den offiziellen Grillmethoden. Besonders die Amerikaner stehen auf diese Art des Grillens, Barbecue gilt als eine Art Nationalsport.Klassisch ist hingegen das direkte Grillen, bei dem das Grillgut direkt über der Hitzquelle liegt. Allerdings tropft hier das Fett direkt in die Glut, was nicht gesund ist. Zudem verbrennen dicke Fleischstücke, bevor sie überhaupt gar werden.

Bei dickeren Portionen sollte daher das indirekte Grillen zum Einsatz kommen, bei dem sich das Gargut neben der Hitzequelle oder seitlich versetzt oberhalb der Hitzequelle befindet. Die Hitze erreicht somit das Fleisch oder Gemüse nicht direkt, sondern wird von der Innenseite des Grills reflektiert. Der Grill muss hierfür geschlossen sein, damit sich im Innern die erforderliche Hitze entwickeln kann.

Fleisch und Gemüse vom Holzkohlegrill

Fleisch und Gemüse vom Holzkohlegrill. Foto: epr/ProFagus

Die verschiedenen Grillarten

Die ursprünglichste Form des Grillens ist die über dem offenen Feuer, so haben es die Menschen gemacht, seit sie ein Lagerfeuer entfachen konnten. Die Jagdausbeute wurde damals auf einen Stock gesteckt und über die offene Flamme gehalten. Im Laufe der Jahrtausende hat sich die Technik des Grillens verfeinert und so kamen Grillroste und Holzkohle dazu. Später kamen dann noch Gasgrills und Elektrogrills dazu. Letztere wohl eher für Weicheier wie mich. Einem echten Profi kommt sicher kein strombetriebener Grill auf die Terrasse.

Holzkohlegrills

Holzkohlegrill – das bedeutet ein Becken für die Kohle und ein Rost. In der einfachsten Variante. Viele Kohlegrills besitzen außerdem einen Deckel, Luxusmodelle noch eine Aktivbelüftung oder einen Smoker. Das typische an einem Holzkohlegrill ist der Rauchgeschmack, den viele nicht missen wollen. Grundsätzlich lassen sich diese Grilltypen unterscheiden:

  • Schwenkgrill
  • Säulengrill
  • Kugelgrill
  • Grillkamin

Schwenkgrill

Für einen Schwenkgrill braucht es im Prinzip nur einen Rost, der an einer beweglichen oder festen Kette über einer Feuerstelle hängt. Das ist sicher die puristischste Art zu Grillen. Manche Grillmethoden wie indirektes Grillen oder Garen im Rauch sind hier nicht möglich.

Säulengrill

Ein klassischer Säulengrill arbeitet mit Kaminzugprinzip. Es wird von unten immer wieder frischer Sauerstoff nachgeführt, was zu einer schnellen Glutentfaltung führt. Der Grill ist also schnell einsatzbereit. Der Kamingrill eignet sich für direktes Grillen.

Kugelgrill

Der Kugelgrill ist vielseitig, was die Garmethoden betrifft – direktes und indirektes Grillen,  sogar Räuchern und Backen ist möglich. Durch Verwendung des Deckels lässt sich im Innern eine Umluftwärme erzeugen, wie sie ein Backofen nicht besser kann.

Grillkamin

Der Grillkamin ist ein fest auf der Terrasse oder im Garten montierter Grill. Es gibt sie aus Beton oder Edelstahl. Auf ihnen ist ein direktes Grillen möglich, manche besitzen zusätzlich einen Pizzaofen, dann kann in einem Gartenkamin auch gebacken werden.

Grillkamin

Ein Grillkamin für die große Party im Garten. Foto: epr/Buschbeck

Gasgrills

Gasgrills sind eine Erfindung der Amerikaner, bei denen etwa jeder dritte Grill mit Gas befeuert wird. Da ist es kein Wunder, dass die besten Geräte aus Übersee stammen, von Barbecue verstehen sie in den Staaten oder Kanada einfach etwas. Hierzulande nehmen die Freunde des Gasgrills ständig zu, es gibt sogar Clubs, die sich nur mit diesem Thema beschäftigen. Es gibt sie als:

  • Kugelgrill
  • Grillstation
  • Lavasteingrill
  • Tischgrill

Kugelgrill

Den Kugelgrill habe ich bei den Kohlegrills bereits beschrieben. Er funktioniert mit Gas im Prinzip genauso wie mit Kohle. Alle Garmethoden sind möglich. Ein Vorteil: Durch die besondere Form des Kugelgrills ist ein Fettbrand ausgeschlossen.

Grillstation

Eine Grillstation zeichnet sich durch eine besonders große Grillfläche aus. Wer viele Leute verköstigen will, ist mit einem Grillwagen am besten bedient. Er eignet sich für direktes und indirektes Grillen, durch die Haube ist zudem ein sanftes Garen möglich.

Lavasteingrill

Beim Lavasteingrill wird das Gas dazu benutzt, Lavasteine oder Steine aus Keramik zu erhitzen. Das Grillgut hingegen wird durch die Hitze der Steine gegart. Herabtropfendes Fett und Fleischsaft tropfen auf die Lavasteine und geben ein zusätzliches Aroma.

Tischgrill

Beim Camping oder zuhause für das schnelle Steak zwischendurch kommen häufig Tischgrills zum Einsatz. Diese kleinen Gasgrills eignen sich trotz Deckels eigentlich nur zum normalen Grillen. Die Temperatur im Innern lässt sich einfach nicht weit genug runterregeln.

Zu wenig Raucharoma?

Gegner des Grillens mit Gas bemängeln immer wieder, dass der typische Rauchgeschmack fehlt. Bei Tests können allerdings häufig nicht einmal Experten ganz genau sagen, welches Stück Fleisch über einem Gasgrill oder einem Holzkohlegrill gegart wurde. Das liegt vielleicht auch daran, dass das Raucharoma mit Hilfe von Aroma-Hölzern und Smokerboxen ganz gut simuliert werden kann.

Elektrogrills

Da wir hier in der Anfänger-Abteilung sind, möchte ich Elektrogrills nicht verschweigen. Die Profis werden sie zwar niemals anrühren, doch wer nur ab und zu mal grillen möchte, der sollte sie nicht von vornherein verdammen. Denn erstens sind sie relativ ungefährlich – von der Hitze abgesehen, doch offenes Feuer und Gas fehlen nun mal.  Zweitens sind sie sofort und immer einsatzbereit. Gasflasche leer oder keine Holzkohle mehr da gibt es nicht.

Den schlechten Ruf haben Elektrogrills sicher den billigen Exemplaren aus dem Baumarkt oder Supermarkt zu verdanken. Mangels Leistung dauert es ewig, bis das Fleisch gar ist. Und dann ist es auch noch blass. Bei den hochwertigen Modellen, die es zum Beispiel von Weber oder Outdoorchef gibt, ist das anders. Mit ihnen ist von Niedertemperaturgaren bis zum Backen fast alles möglich, was Kohle- oder Gasgrills auch können. Fleisch und Würstchen gelingen natürlich ebenfalls.

Gemüse in Grillschale vom Gasgrill

Gemüse in Grillschale vom Gasgrill. Foto: epr/Villeroy & Boch

Was sagt der Nachbar

Grillen ist häufig Gegenstand erbitterte Nachbarschaftsstreit, denn es ist durchaus nicht angenehm, wenn zu jeder Tages- und Nachtzeit die Grillgerüche des Nachbarn in die Wohnung wabern.

Eine einheitliche gesetzliche Regelung gibt es allerdings in den meisten Bundesländern nicht. Manchmal darf einmal im Monat, manchmal dreimal pro Saison grillen, es gibt aber auch Gerichtsurteile, nach denen das Grillen in der warmen Jahreszeit geduldet werden muss. In Mehrfamilienhäuser steht zudem manchmal, dass Grillen generell untersagt ist.

Man muss also immer individuell schauen, was möglich ist. Generell sollten Sie sich gut mit Ihren Nachbarn stellen, wenn Sie häufiger grillen möchten. Dauergrillern sollten zudem eher zu Gas- als zu Holzkohlegrills tendieren.

Gas oder Holzkohle?

Bei einem Holzkohlegrill ist die Rauchentwicklung erheblich. Bereits beim Anzünden des Grills ziehen die ersten Rauchschwaden gen Himmel oder eben rüber in Nachbars Schlafzimmer. Dann dauert es zudem recht lange, bis der Grill einsatzbereit ist. Denn die Holzkohle muss komplett durchgeglüht sein.

Die Anlaufzeit ist bei einem gasbetriebenen Grill wesentlich kürzer, zudem braucht es keine chemischen Grillanzünder, die jede Menge Rauch produzieren. Solche Grills sind also wesentlich freundlicher zu den Nachbarn und auch für Sie bedeuten sie eine große Erleichterung, da das Entsorgen der Asche entfällt.