Schwere Lasten lassen sich mit einfachen Dübeln und Schrauben nicht mehr sicher in Mauerwerk und Beton befestigen. Das können Markisen, Wintergärten, die Terrassenüberdachung oder auch Pfosten von Gartenzäunen sein. Erfahren Sie hier, wie sich die sogenannten Schwerlasten befestigen lassen und auch wie es bei WDVS funktioniert.

Schwerlastbefestigung

Montage mit Plan und System

Bei schweren Lasten kommt es ganz besonders darauf an, das richtige Befestigungsmittel zu wählen. Dabei müssen Sie insbesondere wissen, um welches Material es sich handelt. Beton ist in der Regel unproblematisch, hier lassen sich Schwerlasten besonders gut befestigen.

Anders sieht es bei Mauerwerk an, hier gibt es doch ziemliche Unterschiede. Bei verputzten Wänden ist es manchmal nicht so einfach herauszufinden, um welche Art von Mauerstein es sich handelt. Wenn Sie nicht wissen, um was es sich handelt, hilft nur eine Probebohrung. Wie Sie richtig bohren, erfahren sie hier.

Schauen Sie sich das Bohrmehl an:

  • Rotes Bohrmehl = Ziegelstein
  • Helles, sandiges Bohrmehl = Beton
  • Weißes, feinkörniges Bohrmehl = Kalksandstein
  • Hellgraues, grobkörniges Bohrmehl = Porenbeton

Darüber hinaus kommt es bei der Befestigung von Schwerlasten noch darauf an, ob es sich um Vollsteine oder Lochsteine handelt. Hier muss dann noch zwischen dichtem und porigem Gefüge unterschieden werden. Je fester und dichter ein Baustoff, desto einfacher lassen sich schwere Lasten an ihm befestigen. Deshalb ist es auch bei Beton besonders einfach.

Eine Sache für sich sind gedämmte Fassaden. Der Dämmstoff kann und darf hier keine Tragwirkung übernehmen. Hier braucht es dann besondere Dübelsysteme. Diese überbrücken mit besonders langen Ankerstangen die Dicke des Dämmstoffes. Dazu später mehr.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Die Befestigung von Schwerlasten erfolgt zum Beispiel mit Schwerlastdübeln oder mit Hilfe von chemischen Befestigungssystemen. In diesem Fall sorgen Ankerstangen und Kunstharzmörtel für einen sichern Halt an Fassade oder Decke.

1. Mechanische Befestigung mit Schwerlastdübeln

Schwerlastdübel funktionieren anders als herkömmliche Dübel. Sie sind auch nicht aus Kunststoff, sondern aus Metall. Sie bestehen aus einer Dübelhülse, in der sich eine Maschinenschraube mit Gewinde befindet. Diese mündet in einen kegelförmigen Spreizaufsatz (siehe Zeichnung).

Durch Festdrehen der Mutter wird die Metallhülse aufgespreizt und presst sich an das Bohrloch. Der Fachmann spricht hier von Kraftschluss. Je weniger nachgiebig das Material ist, desto größer ist die Klemmwirkung. Bei Beton funktionieren Schwerlastdübel wunderbar, bei Mauerwerk aus Lochsteinen hingegen weniger gut. Der Untergrund muss daher vor der Montage von schweren Lasten unbedingt sorgfältig geprüft werden.

Funktionweise Schwerlastdübel

Damit das mit dem Kraftschluss funktioniert, darf das Bohrloch natürlich nicht zu groß sein. Auf die Bohrung kommt es daher ganz besonders an. Schwerlastdübel kommen insbesondere bei Betonuntergründen zum Einsatz, zum Beispiel zum Befestigen von Zaunpfosten oder Wintergärten auf einem Betonfundament.

Nach dem Bohren müssen Sie das Bohrloch sorgfältig vom Bohrstaub befreien. Treiben Sie anschließend der Bolzenanker mit dem Hammer in den Beton. Man spricht daher auch von Einschlagankern. Anschließend können Sie die Mutter anziehen. Dadurch breitet sich der Spreizclip aus und verkrallt sich mit dem Untergrund.

2. Chemische Befestigung mit Verbundankern

Bei dieser Methode wird der Anker im Prinzip mit dem Untergrund verklebt – und zwar mit Hilfe von Kunstharzmörtel. Sie werden daher auch als Klebeanker bezeichnet. Diese Methode eignet sich insbesondere für Mauerwerk unterschiedlicher Art – aber natürlich auch für Beton. Im Handel gibt es die unterschiedlichsten Systeme. Wichtig ist hierbei, sich exakt an die Herstellerangaben zu halten.
Schwerlastanker Kunstharzmörtel

Wie bei der mechanischen ist auch bei der chemischen Verbindung zunächst ein Bohrloch notwendig. Da die Verbindung aber nicht über Kraftschluss erfolgt, ist ein exaktes Bohren nicht ganz so wichtig. Wichtig ist es aber hingegen, den Bohrstaub danach sorgfältig zu entfernen.

Anschließend wird der Mörtel in das Bohrloch injiziert, meist folgt danach noch eine Dübelhülse. In das vorbereitete Loch schiebt man die Ankerstange. Diese ist erst nach dem Abbinden des Kunstharzmörtels belastbar. Das unterscheidet die chemische von der mechanischen Schwerlastbefestigung.

Schwerlastbefestigung in WDVS

Ich habe anfangs bereits geschrieben, dass es bei gedämmten Fassaden nicht so einfach ist, schwere Bauteile daran zu befestigen. Wintergärten Vordächer, Klimageräte oder Markisen müssen sicher und dauerhaft an der Fassade befestigt werden. Es sind daher auf jeden Fall bauaufsichtlich zugelassene Befestigungsmittel zu verwenden.

Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist weder statisch tragfähig, noch kann es auf Druck belastet werden. Jalousien werden daher häufig mit Distanzhülsen oder einer Unterkonstruktion aus Holz an der Fassade befestigt. Das ist aber nicht ganz optimal. Zum einen aus statischer Sicht, es kommt außerdem auch zu Wärmebrücken.

Bei Befestigungssystemen wie dem Fischer thermax besteht diese Gefahr nicht. Mit dem Montageset lassen sich unterschiedliche Lasten sicher an Wänden befestigen, die mit WDVS verkleidet sind. Dabei lassen Dämmstärken zwischen 60 mm und 200 mm überbrücken. Das System hält in allen gängigen Baustoffen und funktioniert auch auf unebenen Flächen.

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