Glasbausteine für die Gestaltung von Bad, Wohnung oder Küche

Früher wurden aus Glasbausteinen ganze Treppenhäuser gebaut oder sie ersetzten die Kellerfenster. Diese Zeiten sind vorbei. Moderne Glassteine (so werden sie heute von den Herstellern genannt) sind eher Zier- als Funktionselemente. Sie kommen zudem im Bad oder die Küche sowie als Möbelelemente zum Einsatz. Und wenn es eine gebogene oder farbige Wand sein soll, ist dies mit speziellen Steinen aus Glas ebenfalls problemlos möglich.

Glasbausteine modern
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So modern lassen sich Glasbausteine verwenden

Das erwartet Sie in diesem Beitrag

Hohlglas oder Vollglas – Glassteine haben ein unterschiedliches Innenleben

Meist handelt es sich bei Glasbausteinen um Hohlglaskörper, bei der Herstellung werden zwei Glaskörper miteinander verschmolzen. Bei der Herstellung entsteht im Innern des Steins ein Vakuum, das die Wärmdämmfähigkeit erhöht.

Neben den Hohlglassteinen gibt es auch Vollglasziegel, die vollständig aus Glas sind. Bei ihnen verbinden sich die typischen Eigenschaften eines robusten Mauersteins mit denen des durchsichtigen, leuchtenden Glassteins. Da die Vollglasziegel kleiner sind, lassen sich damit noch filigranere Konstruktionen verwirklichen.

Glasbausteine Dusche
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Hier ist ein Teil der Duschabtrennung mit Glasbausteinen gemauert

Optisch wie Glassteine, aber wesentlich einfacher zu verarbeiten, sind diejenigen aus Kunststoff. Diese wurden eigens für die Innenraumgestaltung mit transparenten Wänden konzipiert. Das Verbindungssystem solcher „Glassteine aus Kunststoff“ kommt ohne Mörtel aus.

Das macht es für Selbermacher umso einfacher, damit klar zu kommen. Herkömmlicher Glassteine werden hingegen vermörtelt und es müssen Bewehrungsstäbe in die Fugen eingelegt werden. Hier sollten dann schon eher die erfahreneren Heimwerker oder gleich die Experten ran.

Schallschutz, Wärmeschutz und Brandschutz bei Glassteinen

Neben den reinen Dekorglassteinen gibt es noch welche, die erhöhten Anforderungen bezüglich Wärmeschutz, Schallschutz und Brandschutz gerecht werden. Der Wärmeschutz von Glassteinen lässt sich mit dem bei Zweischeiben-Isoliergläsern vergleichen.

Eine Schwachstelle sind die umlaufenden Stege und Mörtelfugen, durch die Wärme entweichen kann. Für die Fassadengestaltung sind jedoch spezielle Energieglassteine erhältlich, bei denen die Wärmeverluste halbiert werden. Glassteine und Energieeinsparung schließen sich also nicht von vorneherein aus.

Glasbausteine
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Glasbausteine gibt es in verschiedenen Größen und Formen

Das gilt auch für den Schallschutz, der wegen der hohen Glasmasse und dem luftgefüllten Zwischenraum sowieso schon gut ist. Mit speziellen Schallschutz-Glassteinen lässt sich noch mehr Lärm aussperren oder drinnen halten – wie zum Beispiel in Diskotheken oder Fabrikhallen.

Mit einem Schallschutzwert von etwa 50 dB lässt sich bereits einiges anstellen. Und wenn es um den Brandschutz geht, brauchen sie Glassteine ebenfalls nicht zu verstecken. Normalerweise haben sie eine Feuerwiderstandsfähigkeit der Klasse R 30, spezielle Brandschutz-Glassteine werden allerdings den Anforderungsklassen F 30, F 60 oder F 90 zugeordnet.

Montage einer Wand aus Glassteinen – so funktioniert das

Im folgenden Video wird gezeigt, wie Glassteine verarbeitet werden, welche Werkzeuge benötigt werden und eben alles, was zu einem erfolgreichen Abschluss der Arbeiten führt.

Verschiedene Verlegesysteme bei Glasbausteinen

Nochmal zu den Verlegesystemen und dem Maurer-System bei Glassteinwänden. Diese werden mit Dehnungs- und Gleitfugen ausgeführt, die eine freie Beweglichkeit bei Temperaturschwankungen sicherstellen. Zusätzlich wird die Glassteinwand durch die Dehnungsfugen auch vor unzulässigen Belastungen geschützt.

Die Fugen dürfen nicht zugeputzt oder mit Wandplatten eingespannt werden. Die eingelegten Bewehrungsstäbe dürfen nicht mit den Glassteinen in Berührung kommen, müssen also voll im Mörtel liegen. Nach dem Verlegen der Glassteine muss noch mit Fugenmörtel verfugt werden.

Als Alternative zum Maurer-System kommen bei Glassteinen das Trockenverlege-System und das Fertigelement-System zum Einsatz. Beim Trockenverlege-System wird kein Mörtel oder Beton benötigt, es handelt sich dabei um vorgefertigte Profile, die mit Ausgleichselementen in die Bauwerksöffnung gestellt und montiert werden.

Besonders hohe Festigkeiten lassen sich mit dem Fertigelement-System erzielen. Das liegt daran, dass die Glassteine bereits in der Werkstatt mit wärmedämmendem Leichtbeton ausgegossen und mit der benötigten Bewehrung versehen. Auf der Baustelle muss nur noch montiert werden.

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