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Kochendes Wasser aus dem Hahn – lohnt sich das?

Wasserhahn auf – kochendes Wasser raus: Manch einer träumt sicherlich von einem Heißwasserhahn in seiner Küche. Sei es nun einem Quooker, der Grohe Red oder einer Heißwasserarmatur von Blanco oder Dornbracht. Die Kochendwasser- oder Heißwasserarmaturen sind aber auch wirklich praktisch, doch lohnt sich die Investition? Denn günstig sind sie nicht. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um Heißwasserhähne.

Grohe Red
Bei der Grohe Red kommt das Wasser mit 100°C aus dem Hahn

Wie funktioniert ein Kochend-Wasser-Hahn?

Sie haben sich vielleicht schon gefragt, wie das sein kann, dass aus einem Wasserhahn kochend heißes Wasser kommt. Die Antwort ist relativ einfach: Es wird in einem Tank unter der Spüle stets bereitgehalten. Das funktioniert im Prinzip wie bei einem Warmwasserboiler.

Je nach Heißwasserhahn ist der Tank mal größer oder kleiner – bis zu 8 Liter Wasser werden darin gespeichert. Und sobald oben kochendes Wasser entnommen wird, fließt unten wieder welches nach und wird auf eine Temperatur von 100 Grad Celsius erhitzt.

Damit der Energieverlust nicht zu groß ist, muss der Heißwassertank perfekt isoliert sein. Nur dann ist es möglich, das Wasser mit wenig Energie auf der notwendigen Temperatur zu halten. Gleichwohl entstehen natürlich bei einem Heißwasserhahn laufende Kosten. Dazu später mehr.

Noch ein Wort zu den Begrifflichkeiten Kochend-Wasser-Hahn und Heißwasserhahn. Bei ersterem liegt die Wassertemperatur bei bis zu 110 Grad Celsius und es ist ein Druckbehälter notwendig. Bei einem Heißwasserhahn ist die Wassertemperatur leicht unter 100 Grad Celsius und es genügt in der Regel ein normaler Boiler. Der technische Aufwand ist dann geringer.

Vorteile von Heißwasserarmaturen

Ein Heißwasserhahn oder Kochend-Wasser-Hahn hat verschiedene Vorteil. Die wichtigsten haben wir für Sie zusammengefasst:

  • Mit einer Kochendwasserarmatur bekommen Sie schneller heißes Wasser als mit einem Wasserkocher oder einem Topf auf dem Herd
  • Der Kochend-Wasser-Hahn oder Heißwasserhahn spart Platz, weil es keinen separaten Wasserkocher oder Teekessel benötigt
  • Das heiße bzw. kochende Wasser gelangt ohne Umwege dorthin, wo Sie es benötigen: Teetasse, Nudeltopf, Babyflasche usw.
  • Mit einer Heißwasserarmatur sparen Sie Zeit, denn das kochende Wasser steht jederzeit sofort zur Verfügung

Wie sieht es mit dem Energiebedarf aus?

Wasser zum Kochen zu bringen kostet immer Geld, egal mit welchem Gerät und auf welchem Herd sie es machen. Doch es gibt Unterschiede. Bei einem Wasserkocher oder mit einem Topf auf dem Herd erhitzen Sie das Wasser nur bei Bedarf, bei einem Heißwasserhahn wird es ständig auf Temperatur gehalten.

Dank perfekter Isolation des Tanks liegen die Kosten für den Stand-by-Modus zwischen 10 und 20 Watt pro Tag. Das entspricht Kosten zwischen 5 und 10 Cent. Das ist sicherlich noch einigermaßen überschaubar. Dennoch sollten Sie die Geräte abschalten, wenn Sie sie längere Zeit nicht benutzen, weil sie vielleicht im Urlaub sind.

Zu den Stand-By-Kosten gesellen sich die Kosten, um das Wasser auf 100 Grad zu erwärmen. Hier kommt es darauf an, wie häufig und wieviel heißes Wasser Sie am Tag aus dem Hahn zapfen.

Prinzipiell lässt sich sagen: Wer nur wenig kochendes Wasser benötigt, fährt mit einem Wasserkocher besser, was die reinen Energiekosten angeht. Das kippt zugunsten des Heißwasserhahns, sobald die benötigte Heißwassermenge ansteigt. Die Anschaffungskosten ausgeklammert.

Ein Beispiel: Ein Wasserkocher mit einer Leistung von 2000 Watt benötigt für eine Wassermenge von 1 Litern ca. 4 Minuten. Wir rechnen 2000 Watt = 2 kW/60 = 0,033 kWh pro Minute * 4 Minuten = 0,133 kWh Stromverbrauch für 1 Liter Wasser. Bei einem Strompreis von aktuell (2021) 31,89 Cent pro kWh kommen wir auf etwas über 4 Cent für eine Zubereitung. Für 2 Liter sind es entsprechend dann 8 Cent.

Bei einer Heißwasserarmatur und täglich durchschnittlich 2 Litern Wasserentnahme ist ein Energiebedarf von etwa 0,45 kWh zu erwarten. Sie haben demnach tägliche Kosten von knapp über 14 Cent pro Tag. Es ist für den „normalen“ Gebrauch also teurer, mit einem Heißwasserhahn das Wasser zu erwärmen.

Wie sicher sind Heißwasserhähne?

Kochendes Wasser stellt immer eine Gefahr dar – insbesondere, wenn Kinder im Haus sind, sollten Sie genau überlegen, ob ein Heißwasserhahn eine gute Wahl ist. Wobei insbesondere bei den Markengeräten sehr auf Sicherheit geachtet wird:

  • Meist funktioniert der Bedienknopf nach dem Druck-und-Dreh-Prinzip: Der Wasserfluss stoppt, sobald Sie den Knopf loslassen
  • Im Heißwasserhahn sind mehrere Rohre verbaut, so besteht keine Verbrühungsgefahr, wenn nach dem heißen Wasser sofort kaltes Wasser benutzt wird
  • Damit die Armatur nicht zu heiß wird, ist der Heißwasserhahn doppelwandig
  • Das kochende Wasser kommt als Sprühstrahl aus dem Hahn, der aus vielen kleinen Tröpfchen besteht. So können Sie die Hand schnell zurückziehen, bevor Sie sich wirklich verbrühen

Was kostet ein Heißwasserhahn?

Die Anschaffungskosten für einen Kochend- oder Heißwasserhahn schlagen so richtig ins Budget. Ganz gleich ob Quooker, Grohe Red, Blanco Tampera Hot oder Dornbracht Hot & Cold – für unter 1.000 Euro ist hier nichts zu holen.

Je nach Ausstattung kosten die Heißwasserhahne gerne auch einmal zwei- oder dreitausend Euro. Für dieses Geld können Sie natürlich einige Wasserkocher oder Teekessel für Ihre Küche kaufen. Sie müssen selbst entscheiden, ob Sie sich diesen Luxus gönnen möchten?

Viele Besitzer einer Heißwasserarmatur möchten den Komfort und Platzgewinn jedoch nicht missen.

Sparen Heißwasserarmaturen Geld?

Wie Sie aus den bisherigen Ausführungen sicherlich herauslesen können, lässt sich mit Heißwasserarmaturen nicht wirklich Geld einsparen. Die Vorzüge solcher Armaturen liegen auf anderen Gebieten.

Viele Besitzer einer Heißwasserarmatur möchten den Komfort und Platzgewinn trotz des hohen Preises nicht mehr missen. Wie bereits geschrieben: Ein Heißwasserhahn ist ein Luxusprodukt, das nicht unbedingt zur alltäglichen Küchenausstattung gehört.

Sind die Armaturen ihren Preis wert?

Dafür, welcher Aufwand betrieben wird, um Heißwasserarmaturen sicher zu machen und das kochende Wasser ohne größere Energieverluste auf Temperatur zu halten, ist der Preis sicherlich angemessen. Die Frage ist aber natürlich, ob Sie bereit sind, den Preis zu bezahlen, wo es mit einem Wasserkocher oder Teekessel doch wesentlich günstiger ist, sein kochendes Wasser zu produzieren. Dagegen stehen ein enormer Komfortgewinn und ein Zuwachs an Sicherheit.

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