Kurz erklärt: Bezeichnungen am Dach

Jeder Beruf hat seine eigenen Begriffe, da ist es ganz natürlich, dass man nicht immer versteht, was der andere sagen will. Und so gibt es auch rund ums Dach einige Fachbegriffe, die wir hier kurz erläutern möchten. Und da Bilder bekanntlich mehr sagen alles tausend Worte, wollen wir diese Anhand einer Zeichnung erklären. Hier kommen die gängisten Dachbegriffe.

Dachbegriffe

① First

Der Dachfirst bezeichnet die obere Kante eines Daches. Er ist meist waagerecht, kann aber auch mit einem leichten Gefälle versehen sein. Der Fachmann spricht dann von einem steigenden bzw. fallenden First.

Bei einer Dachdeckung mit Ziegeln oder Betonpfannen besteht der First aus Firstziegeln oder Firststeinen. Sie werden in Mörtel gesetzt oder als Trockenelemente verschraubt werden (Trockenfirst)

Aus planerischer Hinsicht ist die Firsthöhe ein wichtiger Fixpunkt. In vielen Fällen darf eine bestimmte Höhe nicht überschritten werden. Aus der Firsthöhe werden Abstandsflächen für die Giebelseiten eines Gebäudes errechnet.

Traufe

Die Dachtraufe bezeichnet die Tropfkante des Daches, hier fließt bei Regen das Wasser zusammen. In regenreichen Gebieten wird hier daher in der Regel eine Dachrinne montiert.

Die Länge der Traufe entspricht der Dachflächenbreite. Steht das Dach über die Seitenwand des Gebäudes, wird diese Fläche als Dachüberstand bezeichnet.

Der Schnittpunkt zwischen der senkrechten Außenfläche und Dachhaut ist der Traufpunkt. Der Abstand zwischen Traufpunkt und dem Terrain bezeichnet die Traufhöhe. Sie kann im Bebauungsplan festgelegt sein.

Wird eine traufständige Bauweise gefordert, bedeutet das, dass die Traufe und somit auch der Giebel parallel zur Straße stehen müssen. Das Gegenteil davon ist giebelständig.

Ortgang

Als Ortgang bezeichnet der Fachmann den seitlichen Abschluss der Dachfläche am senkrecht stehenden Giebel. Er verbindet das Ende der Traufe mit dem des Firsts.

Der Ortgang schneidet sich mit keinen anderen Dachschrägen und wird auch als Stirn des Hauses bezeichnet. Mitunter wird er mit besonderem Schmuck versehen.

Das dem Ortgang folgende Gesims wird auch als Giebelgesims oder Ortganggesims bezeichnet.

Grat

Der Dachgrat bezeichnet den Außenstoß zweier geneigter Dachflächen. Wie beim First kommen auch beim Grat besondere Dachdeckungssteine zum Einsatz. Die Gratziegel verhindern das Eindringen von Tau- und Regenwasser.

Der Stoßpunkt der beiden Grate und des Firstes wird mit einer dreiseitigen Walmkappe verschlossen. Womit wir beim nächsten Begriff wären.

Die dreieckige Dachfläche, die entsteht, wenn sich zwei geneigte Dachflächen treffen, wird als Walm bezeichnet. Bei einem Walmdach gibt es keinen Dreieckgiebel wie bei einem Satteldach.

Kehle

Die Dachkehle bezeichnet den Innenstoß zweier geneigter Dachflächen. Im Grundriss haben diese Ecken auf der Innenseite einen Winkel von über 180°.

Die Kehle ist immer eine Schwachstelle in der Dachhaut, sie muss sorgfältig abgedichtet werden. Meist wird sie vom Spengler mit einem Blech verkleidet, damit das Wasser abfließen kann und nicht ins Innere des Daches gelangen kann. Die Ziegel oder Dachpfannen werden auf die entsprechende Form geschnitten.

Walm

Wie unter bereits kurz erklärt, bezeichnet Walm die dreieckige Fläche, die entsteht, wenn zwei geneigte Dachflächen aufeinander treffen.

Das Walmdach besteht komplett aus geneigten Dachflächen, also nicht nur auf der Traufseite, sondern auch auf der Giebelseite ist das Dach geneigt.

Vom Walmdach gibt es einige Abwandlungen, wie zum Beispiel Krüppelwalm, Schopfwalm oder Halbwalm. Hier ist dann nicht der komplette Giebel abgeschrägt, sondern nur teilweise. Meist ist es der obere Teil. Ist der untere Teil des Daches abgewalmt, spricht der Fachmann von einem Fußwalm.

Gaube

Als Dachgaube wird ein Dachaufbau im geneigten Dach eines Gebäudes bezeichnet. Sie ermöglicht den Einbau senkrechter Fenster und wird daher gerne bei ausgebauten Dachböden verwendet. Auch ein nachträglicher Einbau ist möglich.

Sie dient zur Belichtung und Belüftung des Dachraumes. Die Stirnseite der Dachgaube ist von der Traufe des Daches in Richtung des Firstes zurückgesetzt und hat keine konstruktive Verbindung zur darunter liegenden Außenwand.

Gauben können ganz unterschiedlich geformt sein. In der Zeichnung sehen Sie eine Satteldachgaube, es gibt aber auch Walmgauben, Schleppgauben, Fledermausgauben oder Spitzgauben.

Erker

Der Erker ist strenggenommen kein Teil des Daches, sondern ein Gebäudeanbau, der ein eigenes kleines Dach besitzt.

Der Vorbau an der Fassade eines Hauses kann über ein oder mehrere Geschosse reichen. Im Gegensatz zur Auslucht steigt der Erker nicht vom Boden auf, sondern wird von einer auskragenden Balkenlage oder Konsolen getragen.

Setzt sich der Erker über die Dachkante hinaus fort, wird er auch als Dacherker bezeichnet. Die Grundfläche eines Erkers kann rund, viereckig, sechseckig oder wie auch immer gewünscht sein.

Loggia

Die Loggia bezeichnet einen Dacheinbau. So entsteht ein mehr oder weniger großer Balkon im Dachgeschoss.

Im Gegensatz zum Balkon, springt die Loggia hinter die Bauflucht zurück, liegt also innerhalb des Gebäudes. Die Dachloggia wird mitunter auch als Freisitz bezeichnet.

 

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