Richtig duschen bei großer Hitze

Möglichst oft und möglichst kalt – so lautet die Devise fürs Duschen bei großer Hitze. Zumindest bei den meisten unter uns. Doch hilft das wirklich und was sagt unser Körper dazu? Hier erfahren Sie es.

Frau unter der Dusche

Das passiert mit dem Körper bei großer Hitze

Beschäftigen wir uns zunächst etwas mit der Biologie unseres Körpers und was die Hitze mit uns macht. Problematisch ist große Wärme vor allem für unser Herz-Kreislauf-System. Unsere Gefäße weiten sich aus, wodurch der Blutdruck absackt. Dieser Effekt erhöht sich durchs Schwitzen, da wir dadurch Flüssigkeit verlieren.

Schwitzen ist allerdings lebenswichtig, denn durch die Verdunstungskälte bleibt unser Körper unter der magischen Grenze von 42 Grad Celsius. Bei Werten darüber gerinnt das Blut und wir sterben. Problematisch wird es bei schwülwarmer Umgebungstemperatur. Ist die Luft sehr feucht, kühlt der Schweiß unseren Körper nicht mehr, weil die Verdunstung fehlt.

Jetzt kommt natürlich Ihr Einwand: Dann nichts wie ab unter die kalte Dusche und vorher noch ein eisgekühltes Getränk. Warum das nicht die allerbeste Idee ist, dazu im nächsten Kapitel mehr.

Was spricht gegen eine eiskalte Dusche?

Trifft eiskaltes Wasser auf unsere Haut, ist das für den Körper das Signal: „Vorsicht Kältewelle im Anmarsch“. Er macht daraufhin alle Schotten dicht, das heißt, die Gefäße ziehen sich zusammen. So sorgt der Körper dafür, dass die Wärme im Innern bleibt. Ein cleverer Schachzug – zumindest wenn es draußen wirklich kalt ist.

Ist es aber nicht. Die Folge: Sobald wir die Dusche verlassen, rinnt der Schweiß noch mehr als zuvor. Durch die kalte Dusche wurde die Durchblutung der Haut angeregt. Auch ein cleverer Zug unseres Körpers. Er hat im Laufe der Evolution gelernt, dass eine schlecht durchblutete Haut bei Frost zu Erfrierungen an Händen und Füßen führt.

Was ist die Alternative zur kalten Dusche?

Um dem Körper keine falschen Signale zu vermitteln, sollten Sie die eiskalte Dusche besser sein lassen. Besser ist es, lauwarm zu duschen. Die Temperatur des Wassers sollte nur leicht unter der Köpertemperatur liegen – so um die 30 Grad Celsius sind ideal.

So provozieren Sie keine Gegenreaktionen Ihres Körpers und dieser kühlt dennoch leicht ab. Eventuell können Sie die Wassertemperatur während des Duschens leicht absenken, wenn er sich etwas daran gewöhnt hat.

Haben Sie etwas mehr Zeit, können Sie sich auch in die Badewanne legen. Fangen Sie auch hier nicht gleich mit kaltem Wasser an. Lassen Sie lauwarmes Wasser ein und legen Sie sich in die Wanne. Nun können Sie nach und nach – und vor allem ganz langsam – kaltes Wasser dazugeben.

So senkt sich die Körpertemperatur ganz langsam ab, ohne danach einen sofortigen Schweißausbruch befürchten zu müssen. Wenn es Ihnen in der Wanne unangenehm kalt wird, sollte Sie diese sofort verlassen. Es macht keinen Sinn, dann noch länger drin liegen zu bleiben.

Und wie sieht es mit häufigem Duschen im Sommer aus?

Bei großer Hitze ist die Versuchung natürlich groß, mehrmals am Tag zu duschen. Irgendwie fühlen wir uns immer unwohl, wenn der Schweiß auf unserem Körper klebt. Von den Gerüchen ganz zu schweigen. Was sagen die Ärzte dazu, wenn wir zwei, drei, viermal am Tag unter die Dusche springen?

Die Hautärzte sind auf jeden Fall strikt dagegen. Ist irgendwie auch klar, schließlich trocknet unsere Haut beim Duschen aus. Und je öfter wir duschen, desto trockener wird sie. Wer sowieso schon unter trockner Haut leidet, für den kann bereits eine tägliche Dusche zu viel sein. Aber das ist vom Einzelfall abhängig.

Die gute Nachricht: Im Sommer ist eine Dusche weniger strapaziös für unsere Haut als im Winter. Hier sorgt trockene Heizungsluft noch zusätzlich für Ärger. Sie brauchen daher nicht gleich ein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie ein zweites oder gar drittes Mal am Tag unter die Dusche hüpfen.

Ratschläge für mehrmaliges Duschen am Tag:

  • Schweiß, Staub und Hautschuppen lassen sich auch mit reinem Wasser entfernen
  • Wenn Duschgel, dann frei von Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen
  • Schützen Sie den Körper nach dem Duschen durch rückfettende Maßnahmen
eiskaltes Getränk
Ein eiskaltes Getränk erfrischt – aber wie lange? (Foto: Colin Behrens auf Pixabay)

Wie sieht es mit kalten und heißen Getränken im Sommer aus?

Ich hatte am Anfang etwas von kalten Getränken geschwärmt, die bei großer Hitze so herrlich erfrischen. Wenn Sie den Text bisher aufmerksam gelesen haben, können Sie sich bereits selbst beantworten, warum das keine so gute Idee ist.

Es ist wie beim Duschen – die Gefäße verengen sich schlagartig, weil Sie denken, es wäre Winter. Merken Sie, dass es in Wirklichkeit heißer Sommer ist, öffnen sie ihre Schleusen noch umso stärker. Der Schweiß rinnt daraufhin noch stärker als sowieso bereits.

Und wie ist das bei heißen Getränken? Unser portugiesischer Malermeister schwört bei Hitze auf kochend heißen Kaffee. Er muss es wissen, schließlich machen es seine Landsleute in Lissabon oder an der Algarve ebenso. Hier muss ich ihm widersprechen, denn die wirklich ganz tolle Idee ist es nicht.

Wie kalte Getränke provozieren auch zu heiße Getränke eine Reaktion des Körpers. Dieser überhitzt dann noch schneller. Die ideale Temperatur für alle Getränke liegt im Sommer bei rund 30 Grad Celsius. Ich weiß, das ist wirklich nur schwer zu akzeptieren. Aber wir schwitzen eh schon genug, da müssen wir es nicht noch steigern.

 

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