Es gibt so Tage, an denen man sein Leben geben würde für einen kühlen Raum. Arbeiten, geschweige denn schlafen ist unmöglich. Insbesondere unter dem Dach ist die Hitze im Sommer manchmal unerträglich. Wo ist die Klimaanlage, wenn man eine braucht? Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, für Abkühlung in der Wohnung zu sorgen. Generell lassen sich mit den richtigen baulichen Maßnahmen gute Ergebnisse beim sommerlichen Wärmeschutz erzielen. Doch manchmal ist auch schnelle Hilfe angesagt.

Der richtige Baustoff sorgt für erträgliche Temperaturen im Hochsommer. Foto: epr/BetonBild

Der richtige Baustoff sorgt für erträgliche Temperaturen im Hochsommer. Foto: epr/BetonBild

Bauliche Maßnahmen für den sommerlichen Wärmeschutz

Generell ist bei der Planung eines Hauses auf den sommerlichen Wärmeschutz zu achten. Dabei sind die Vorgaben der DIN 4108-02 und der Energieeinsparverordnung (EnEV) einzuhalten. Im Detail möchte ich mich an dieser Stelle nicht damit beschäftigen. Hier nur einige Stichwort, auf was es ankommt:

  • Große Fensterflächen ohne Sonnenschutzmaßnahmen sorgen schnell für eine Überhitzung der Räume.
  • Ein wirksamer Sonnenschutz ist insbesondere bei Fenstern und Dachflächen in südlicher und westlicher Richtung notwendig.
  • Je speicherfähiger die Bauteile, desto geringer ist die Erwärmung der Räume infolge Sonneneinstrahlung und interne Wärmequellen (Menschen, technische Geräte)
  • Außenliegende Wärmedämmungen und innenliegende speicherfähige Bauteile wirken sich positiver auf das Raumklima aus als umgekehrt.

Schnelle Hilfe bei überhitzten Räumen

Die baulichen Maßnahmen aus dem Kapitel davor – schön und gut. Doch was ist, wenn die Hitze sich dennoch in die Räume geschlichen hat und der Schweiß in Strömen rinnt? Dann ist schnelle Hilfe angesagt. Den Planer können Sie später immer noch verklagen und zur Verantwortung ziehen.

Abkühlung Hitze Räume

Manchmal hilft nur noch die Eistonne. Foto: Juergen Jotzo / pixelio.de

Kühle Räume ohne Klimaanlage

Die meisten von uns besitzen keine Klimaanlage in der Wohnung, hier kommt es darauf an, kreativ zu sein und einige Dinge zu beachten:

Nur morgens und abends lüften

Während der größten Hitze sollten die Fenster geschlossen bleiben, insbesondere wenn draußen sich kein Lüftchen regt. Ist die warme Luft erst mal drinnen, lässt sie sich nicht mehr so einfach vertreiben. Lüften ist also nur morgens und abends angesagt. Gerne darf das Fenster auch über Nacht offen bleiben.

Ventilator verwenden

Ein Ventilator sorgt nicht direkt für kühlere Räume, doch er ist bei Hitze dennoch unverzichtbar. Durch seinen stetigen Luftstrom sorgt er für Abkühlung auf der schweißnassen Haut. Die berühmte Verdunstungskälte. Mit dem Rücken zum offenen Fenster gestellt sorgt er abends außerdem dafür, dass sich die kühlere Luft von draußen schneller im Raum verteilt.

Mit Hilfe von Eiswürfeln und einem Ventilator lässt sich zudem eine kleine Klimaanlage basteln. Einfach das Gebläse auf das Eis richten und verteilt sich die Kälte über dem Raum. Auf gutefrage.net hat sich sogar jemand die Mühe gemacht, das auszurechnen.

Räume abdunkeln

Je weniger Sonnenstrahlen in den Raum kommen, desto kühler bleibt es dort. Also Rollladen runter oder Vorhang zugezogen. Generell ist es besser, wenn der Sonnenschutz außen am Fenster angebracht ist. Ist kein Rollladen vorhanden, lässt sich das Fenster nachträglich zum Beispiel mit einem Rollo ausstatten. Auch eine Markise kann hilfreich sein.

Als wirkungsvoll gegen Hitze haben sich Fensterschutzfolien erwiesen. Sie werden auf das Fenster geklebt und verringern den Durchgang der Sonneneinstrahlung. Allerdings auch im Winter – die Räume sind das ganze Jahr über dunkler.

Feuchte Tücher aufhängen

Feuchte Tücher oder Bettlaken an den Türrahmen hängen – das hört sich erst einmal komisch an, hilft aber trotzdem. Für die Abkühlung ist die Verdunstungskälte verantwortlich, die beim Trocknen entsteht. Es ist allerdings zu beachten, dass es im Raum nicht nur kühler, sondern auch feuchter wird.

Überflüssige Elektrogeräte ausschalten

Elektronische Geräte erzeugen immer Wärme – seien es Kühlschrank, Fernseher oder Computer. An heißen Tagen sollten daher alle Geräte, die nicht unbedingt benötigt werden, ausgeschaltet werden. Netter Nebeneffekt: Die Stromabrechnung für das nächste Jahr fällt nicht mehr ganz so hoch aus.

Übrigens: Auch Lampen erzeugen Wärme. Räume sollten daher nur soweit abgedunkelt werden, dass kein Licht benötigt wird. In Räumen wie dem Schlafzimmer, die eh den ganzen Tag nicht genutzt werden, kann es jedoch durchaus auch zappenduster sein.

Eiskalte Wärmflasche

Mit einer eiskalten Wärmflasche ins Bett? Warum nicht. Bei großer Hitze müssen alle Möglichkeiten ausgenutzt werden. Und dazu gehört eben auch eine kalte Wärmflasche, die in diesem Fall eher als Kühlflasche bezeichnet werden müsste.

Schlafanzug aus dem Eisfach

Not macht erfinderisch und so wandert so mancher Schlafanzug und manches Nachthemd an heißen Sommertagen ins Eisfach. Das sorgt zumindest vorübergehend für Abkühlung und hilft hoffentlich bei schnellerem Einschlafen. Ist der Schlaf erst einmal da, macht auch die Hitze nichts mehr aus. Zumindest denjenigen unter uns, die Durchschlafen können. Ich gehöre leider nicht zu den Glücklichen.

Lauwarm Duschen vorm Zubettgehen

Eine lauwarme Dusche am Abend hilft, den Körper runterzukühlen. Lauwarm deshalb, weil eine eiskalte Dusche den Kreislauf anregt mehr Hitze zu produzieren. Nach dem Duschen nur leicht abtrocknen, ein leichter Wasserfilm auf der Haut entwickelt Verdunstungskälte.

Wohnung mit der Klimaanlage kühlen

Eine Klimaanlage ist ein tolle Sache, sorgt sie doch nicht nur für eine angenehme Temperatur, sondern schafft auch die Luftfeuchtigkeit nach draußen. Das ist gerade im Sommer eine tolle Sache. Zu unterscheiden sind zentrale Klimaanlagen, die das gesamte Gebäude kühlen und mobile Anlagen für einzelne Räume.

Wenn schnelle Hilfe gefragt ist, kann solch eine mobile Klimaanlage die Rettung in der Not sein. Stecker in die Steckdose und Schlauch aus dem Fenster – schon wird es kalt. Aber: Solche Kühlmaschinen sind erstens teuer in der Anschaffung und zweitens wahre Stromfresser.

Wer sein Geld zusammenhalten muss, sollte besser die Finger von solch einem Gerät lassen. Raumklimageräte fressen in einem Monat so viel Strom wie eine Kühl-Gefrierkombination im ganzen Jahr.