Rotwein, Wasserränder, Kaffee – gerade unbehandelte oder lediglich mit Öl oder Wachs behandelte Hölzer sind empfindlich gegen Flecken. Ganz gleich ob Holzmöbel oder Holzboden – mit einem feuchten Lappen ist es da meist nicht mehr getan. Doch mit den richtigen Tipps, lassen sich die meisten Flecken auf Holz wieder entfernen.

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Wasserflecken

Wasserränder sind sicherlich die am häufigsten auftretenden Flecken auf Holz. Zunächst sollten Sie versuchen, den Fleck durch Abspülen der Oberfläche mit warmem Wasser zu entfernen. Wenn das nichts hilft, müssen Sie weitere Maßnahmen ergreifen.

So schwören manche zum Beispiel auf Zitronensäure. Geben Sie etwas Zitronensaft auf den Wasserrand, lassen ihn kurz einwirken und waschen Sie danach die Säure gut aus. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der säurehaltige Saft das Holz ausbleicht.

Ein weiterer Tipp: Sonnenblumenöl und Salz. Geben Sie einige Tropfen Öl und eine Prise Salz auf einen weichen Baumwolllappen und reiben Sie den Wasserrand damit ein. Nach dem Trockenwischen sollte der Wasserfleck verschwunden sein.

Rotweinflecken

Rotwein hinterlässt nachhaltige Spuren auf einem Holztisch, wenn man sie nicht sofort beseitigt. Solange der Wein nicht ins Holz eingezogen ist, lassen sich Flecken meist mit einem Schwamm oder saugfähigen Tuch entfernen.

Ist der Rotwein erst einmal getrocknet, lassen sich die Flecken ungleich schwieriger wieder entfernen. Mit allzu scharfen Reinigern sollten Sie aber nicht ans Holz ran, um bleibende Schäden zu vermeiden.

Eine Mischung aus Wasserstoffperoxid und drei Prozent Salmiakgeist bleicht den Rotweinfleck aus. Allerdings auch das Holz. Testen Sie das Gemisch daher besser vorher an einer unauffälligen Stelle. Vorsicht ist insbesondere bei dunklen Holzarten angesagt.

Als Geheimtipp gegen Rotweinflecken gilt handelsüblicher Rasierschaum. Er zieht den Fleck aus dem Holz und funktioniert wohl bei gewachsten Oberflächen besser als bei geölten.

Wenn gar nichts hilft, müssen Sie den Esstisch abschleifen. Zumindest im Bereich des Fleckes. Hier müssen Sie allerdings aufpassen, dass Sie keine Delle in den Tisch schleifen. Nach dem Schleifen wieder Ölen oder Wachsen – je nachdem, wie Ihr Tisch behandelt wurde.

Kaffeeflecken

Gerade auf Esstischen sind Kaffeeflecken ein häufig anzutreffendes Übel. Direkt nach der Entstehung mit einem feuchten Tuch entfernt, bleibt nichts zurück. Aber wehe, der Kaffee trocknet ein.

Nun können Sie zum Beispiel mit einem Putztuch, warmem Wasser und einigen Tropfen Geschirrspülmittel versuchen, den Kaffeefleck aus dem Holz zu entfernen. Vielleicht klappt es – vielleicht auch nicht. Wichtig ist auf jeden Fall, danach mit klarem, kalten Wasser nachzuspülen.

Zweite Möglichkeit: Verwenden Sie Spiritus, um die Kaffeeflecken zu entfernen. Dazu etwas Spiritus auf ein weiches Tuch geben und die Flecken vorsichtig abtupfen, bis nichts mehr zu sehen ist. Danach mit etwas klarem Wasser abspülen und gegebenenfalls neu einölen, wachsen oder polieren.

Und noch ein Geheimtipp: Mixen Sie eine Spülmittel-Wasserlauge und schlagen diese steif. Geben Sie den Schaum auf den Kaffeefleck und lassen ihn etwa eine halbe Stunde einziehen. Danach mit einem Tuch abwischen.

Stellt sich der Kaffeefleck als allzu hartnäckig heraus, bleibt als letzte Möglichkeit noch das Abschleifen. Bei geölten oder mit Wachs behandelten Holz-Oberflächen reicht es meist aus, nur den Bereich des Fleckes zu schleifen und danach wieder mit Öl oder Wachs zu versiegeln.

Fettflecken

Fett- und Ölflecken sind insbesondere auf Holztischen häufig zu finden. Nur mit reinem Wasser werden Sie hier nicht erfolgreich sein.

Als erstes können Sie es mit einer schaumig geschlagenen Wasser—Spülmittellauge probieren. Den Schaum auf die Flecken auftragen, eine halbe Stunde einwirken lassen und dann mit einem weichen Tuch entfernen.

Hat das nicht oder nicht vollständig geholfen, dann müssen Sie in die Apotheke: Kaufen Sie dort Schlämmkreide, Magnesium und hochprozentigen Alkohol. Mischen Sie die Zutaten tragen Sie die Mischung auf die Fettflecken auf. Der Alkohol verdunstet, den Rest können Sie wegfegen. Der Fleck sollte nun verschwunden sein-

Wachsflecken

Advent, Advent – ein Lichtlein brennt. Einmal nicht aufgepasst und das heiße Wachs tropft auf den teuren Holztisch. Respektabler Fleck inklusive. Nun ist guter Rat teuer. Hier lohnt sich ein Blick ins Badezimmer – den Föhn sollten Sie ins Auge fassen.

Zunächst entfernen Sie jedoch das Wachs vom Holz – seien Sie aber vorsichtig, sonst haben Sie neben dem Fleck noch unschöne Kratzer in Ihrem Tisch.

Besorgen Sie sich nun ein Stück Küchenrolle oder Löschpapier und legen Sie es über den Fleck. Nun kommt der Föhn zum Einsatz. Er verflüssigt das Wachs, das daraufhin aufgesogen wird. Abschließend können Sie die Stelle mit etwas Olivenöl und einem weichen Lappen nachbearbeiten und letzte Spuren beseitigen.

Blutflecken

Es muss ja nicht gleich jemand ermordet worden sein – es gibt noch genügend andere Gründe für Blutflecken auf Holz. Vom einfachen Nasenbluten bis hin zum Arbeitsunfall in der Küche. So oder so ist ein Blutfleck eine ärgerliche und hartnäckige Sache, insbesondere wenn das Blut erst einmal getrocknet ist.

Hier kann wie beim Rotwein Wasserstoffperoxid helfen. Mischen Sie etwas Salmiakgeist dazu und tupfen Sie das getrocknete Blut vorsichtig ab. Bedenken Sie allerdings, dass dabei das Holz ausbleichen kann.

Blutbefleckte Holzoberflächen sind wirklich schwierig zu reinigen – mitunter hilft da nur noch Abschleifen. Je nachdem, wie tief das Blut eingedrungen ist, müssen Sie mehr oder weniger Holz entfernen. Hier gilt es insbesondere darauf zu achten, dass dies gleichmäßig geschieht. Sonst ist danach zwar kein Blut mehr zu sehen, dafür eine leichte Delle im Holz.

Kugelschreiberflecken

Bekommen kleine Kinder einen Kugelschreiber in die Finger, kann es schon einmal passieren, dass sie den Tisch damit verschönern anstatt ihr Kunstwerk auf ein Blatt Papier zu bannen.

Hier ist es gut, wenn Sie einen Bimsstein zuhause haben. Mit ihm können Sie versuchen, das Kuli-Kunstwerk zu beseitigen. Drücken Sie den Stein dabei nur ganz leicht auf.

Entfernen lässt sich die Malerei zudem mit 90 % – Alkohol aus der Apotheke. Den Alkohol auf ein weiches, sauberes Tuch geben und ganz vorsichtig den Kugelschreiber entfernen.

Filzstiftflecken

Filzstift statt Kugelschreiber – die Kleinsten sind nicht wählerisch, wenn es darum geht, ihre Kunstwerke überall zu hinterlassen – auch auf den edlen Holzmöbeln oder auf Parkett. Außer Abschleifen, eignen sich gegebenenfalls folgende zwei Fleckentipps:

Nehmen Sie eine handelsübliche, weiße Zahnpasta (ohne Zahnweißeffekt) und tragen sie auf den Filzstiftfleck auf. Verreiben Sie sie mit einem feuchten, weichen Tuch und wischen Sie mehrmals nach. Diese Methode muss eventuell einige Male wiederholt werden.

Mit Reinigungsalkohol oder Aceton bekommen Sie die Filzstiftflecken eventuell ebenfalls entfernt. Hier kann es allerdings passieren, dass das Holz dabei ausbleicht. Danach sollten Sie die Oberfläche wieder einölen oder wachsen, um sie zu schützen.

Fazit

Sie wissen jetzt, wie sich Flecken auf Holz beseitigen lassen. Doch insbesondere bei Möbel gilt: sie müssen nicht makellos sein. Gebrauchsspuren machen Holzmöbel erst interessant und geben ihnen eine eigene Ausstrahlung. Sie sollten sich unbedingt überlegen, ob Sie diese Patina durch übertriebenes Aufarbeiten zerstören möchten.

 

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