Solarboiler – warmes Wasser ohne Gas oder Strom

Gas und Strom werden immer teurer, da überlegen viele, wie sie künftig heizen oder warmes Wasser produzieren sollen. Solarboiler sind hier vielleicht eine Alternative, zumindest wenn es um Warmwasser geht. Mit Hilfe der Sonnenergie wird das Wasser in den 10 bis 80 Liter fassenden Boilern erwärmt und kann dann zum Duschen oder Händewaschen genutzt werden. Wir haben einmal genauer hingeschaut und möchten Ihnen verraten, ob sich solch ein Photovoltaik-Boiler wirklich lohnt.

Wasserboiler Dusche
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Das erwartet Sie in diesem Beitrag

Was bedeutet Solarboiler, für wen eignen sie sich?

Wenn Sie nach einem Solarboiler suchen, bekomen Sie in der Regel kleine, kompakte Anlagen gezeigt. Sie bestehen aus Solarmodulen mit einer Leistung zwischen 250 und 1000 Watt und einem Wasserboiler mit einem Wasserinhalt zwischen 10 und 80 Liter.

Zu den Kunden, die Solarboiler kaufen, gehören somit eher keine Großfamilien, sondern Singlehaushalte oder 2-Personenhaushalte. Auch Besitzer einer kleinen Werkstatt oder eines kleinen Geschäfts kommen somit günstig zu warmem Wasser. Gleiches gilt für Besitzer von kleinen Wochenendhäusern, von Gartenlauben oder auch Camper.

Wie funktionieren Solarboiler?

Solar-Wasserboiler nutzen die Kraft der Sonne, um das Wasser auf bis zu 65 Grad Celsius zu erwärmen. Die Solarmodule sind direkt mit dem Speicher verbunden, wo aus elektrischem Strom warmes Wasser wird. Die Nutzer sind somit völlig autark und nicht auf den Gas- oder Stromversorger angewiesen. Allerdings mit Einschränkungen. Die Sonne scheint bekanntlich nicht beständig, daher funktionieren Solarboiler in der Regel auch mit Strom aus der Leitung oder auch Akkus.

Prinzipiell unterscheiden sich Solarboiler nicht großartig von herkömmlichen Wasserboilern. Statt Gas oder Strom wird das Wasser jedoch über das mitgelieferte Solarmodul erwärmt. Sie benötigen daher auf jeden Fall einen sonnigen Platz, an dem Sie die Module installieren können. Die Wasseranschlüsse funktionieren wie bei jedem anderen Boiler. Es ist nicht einmal eine Meldung bei der Gemeinde notwendig. Und da Sie den Solarstrom nicht ins Netz einspeisen, braucht es auch hier keine Genehmigung.

Ähnliche Systeme sind häufig in südlichen Ländern zu finden. Hier sind die Wasserboiler allerdings neben den Solarmodulen auf dem Dach montiert. Das ist bei den hier vorgestellten Solarboilern anders, sie werden dort montiert, wo das warme Wasser benötigt wird – zum Beispiel an der Wand im Badezimmer oder der Küche. Es gibt auch Modelle, die sich im Campingwagen montieren lassen, dort passiert das allerdings meist nicht senkrecht an der Wand, sondern horizontal.

Wie wird der Boiler mit dem Trinkwassernetz verbunden?

Wie bereits geschrieben, funktioniert der Anschluss des Solarboilers ähnlich wie bei anderen Wasserboilern. Es gibt einen 1/2 Zoll Wasseranschluss für den Zulauf von kaltem Wasser und einen 1/2 Zoll Anschluss für den Auslauf des warmen Wassers.

Der Boiler arbeitet als Pufferspeicher, der das Wasser erhitzt und beim Öffnen des Wasserhahns entsprechend abgibt. In dem Moment, wenn Sie die Armatur öffnen und warmes Wasser entnehmen, fließt ganz automatisch wieder kaltes Wasser nach.

Wie groß sollte der Solarboiler sein?

Wie bereits geschrieben: Bei den Solar-Wasserboilern, über die wir hier sprechen, handelt es sich um kleinere Geräte mit einem Fassungsvermögen bis 80 Litern. Damit kommt keine größere Familie aus. In der Regel sollten Sie bei einer 4-köpfigen Familie mit einem 300-Liter-Boiler planen, eine 6-köpfige-Familie braucht sogar 400 Liter. Hierfür gibt es aber natürlich auch Lösungen, die fallen allerdings etwas größer und kostspieliger aus.

In einem sparsamen Haushalt ohne Badewanne, sollten Sie mit einem 80-Liter-Solarboiler jedoch hinkommen. Auch in Tiny-Häusern, in kleineren gewerblichen Objekten wie Werkstätten oder Geschäften kommen sie gerne zum Einsatz.

Die kleinsten Solarboiler haben ein Fassungsvermögen von 10 Litern, sie eignen sich perfekt für Gartenhäuser oder Lauben mit geringem Bedarf an Warmwasser. Die mittelgroßen Boiler mit einem Fassungsvermögen von 30 Litern eignen sich zum Beispiel für Ferienhäuser, fürs Camping oder Berghütten. Sicherlich kommen auch Singlehaushalte mit geringem Warmwasserbedarf damit aus.

Vorteile von Solarboilern

Wie bereits mehrfach erwähnt, tankt der Boiler seine Kraft fast ausschließlichaus der Sonne und gilt damit als besonders umweltfreundlich. Auch der eigene Geldbeutel wird durch einen effizienten Wasserboiler geschont.

Es ist besonders empfehlenswert, den effizienten Photovoltaik Boiler bereits in der Bauplanung zu berücksichtigen. Dies macht die Umsetzung wesentlich einfacher und zugleich auch kostengünstiger. Aber es ist natürlich auch möglich, den Solar-Wasserboiler auch nachträglich zu installieren.

Wie schwierig ist die Montage?

Insbesondere die Montage des Solaranschlusses ist nicht besonders kompliziert, das bekommt jeder mit etwas handwerklichen Fähigkeiten hin. Anders sieht es beim Wasseranschluss aus, den sollten Sie von einem Fachhandwerker machen lassen.

Hier spielt außerdem hinein, dass der direkte Umgang mit Trinkwasser stets sehr sensibel ist, da hier Faktoren wie Hygiene eine wichtige Rolle spielen. Schon aus Gründen der eigenen Gesundheit, sollten Sie hier nicht selbst tätig werden, selbst wenn Sie sich das zutrauen.

Bleibt das Wasser auch über Nacht warm?

Normalerweise sind die Boiler so gut gedämmt, dass Sie auch mitten in der Nacht, wenn die Sonne nicht schein, ausreichend warmes Wasser zur Verfügung haben. Zumal es selten mit einer Temperatur von 65 Grad Celsius benötigt wird. Zum Duschen reichen zum Beispiel 36 bis 38 Grad Celsius aus, und auch zum Geschirrspülen braucht es kaum wärmer sein.

Klar ist aber natürlich, dass es über Nacht etwas abkühlt. Scheint am nächsten Tag wieder die Sonne, ist das aber auch gar kein Problem, denn dann wird das Wasser ruckzuck wieder auf die benötigte Temperatur gebracht. Und will die Sonne so gar nicht scheinen, kann das Wasser immer noch mit Strom erwärmt werden, kalt duschen braucht keiner.

Was kosten die kleinen Solarboiler?

Das hängt davon ab, ob es ein Einzelgerät oder Komplettsystem sein soll. Komplettsysteme mit Solarmodulen und Wasserboiler fangen bei rund 700 Euro an. Soll die Leistung der Module etwas größer sein und mehr Wasser produziert werden, müssen Sie mit Kosten über 1.000 Euro rechnen.

Es geht aber noch teurer: Ein Solarboiler mit 80 Liter Fassungsvermögen und Solarmodulen mit 1.000 Watt Leistung kostet auch schon einmal 2.000 Euro und mehr. Oft gehört das Netzteil, das benötigt wird, um warmes Wasser mit dem vorhandenen Stromnetz zu produzieren, nicht zum Lieferumfang dazu. Das kostet dann noch einmal um die 100 Euro.

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