Das Entfernen von alten Silikonfugen ist recht mühsam und alleine mit mechanischen Methoden oft nicht zu bewältigen. Hier kommen dann Silikonentferner ins Spiel, denn sie helfen dabei, die Fuge komplett sauber zu bekommen. Der Entferner kommt aber auch noch für viele andere Anwendungen zum Einsatz, wo Silikon im Spiel ist oder andere hartnäckige Verschmutzungen wie Baumharz, Wachs oder Öl. Warum das so gut gelingt und wofür Silikonentferner überall verwendet werden kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Fenster Silikon erneuern

Vor dem Neuverfugen muss das alte Silikon sorgfältig entfernt werden

Richtiger Umgang mit Silikonentfernern

Silikon ist ein recht hartnäckiges Material, dem nur mit aggressiven Methoden beigekommen werden kann. Silikonentferner haben dementsprechend wenig gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie Ethylbenzol, Xylol, Erdöl und 2-Methoxy-1-Methylethylacetat.

Direkter Hautkontakt sollte daher unbedingt vermieden werden. Tragen Sie unbedingt Handschuhe, wenn Sie mit dem chemischen Mittel arbeiten. Eine Schutzbrille ist ebenfalls ratsam, denn Augenkontakt sollte ebenfalls keiner stattfinden. Nicht zuletzt: Arbeiten Sie stets in gut gelüfteter Umgebung, die Dämpfe sind ebenfalls nicht gesund.

Alles in allem sind Silikonentferner eines der schärfsten Reinigungsmittel überhaupt. Es wirkt stark entfettend, ähnlich wie Bremsenreiniger. Deshalb darf das Mittel auch keinesfalls mit allen Materialien in Berührung kommen. Kunststoffe sind absolut tabu. Verwenden Sie es also nicht, wenn Sie eine Badewanne aus Sanitäracryl besitzen. Auch Kabel und Schläuche kann das scharfe Reinigungsmittel anlösen.

Verwendung bei Fliesen

Die Silikonfugen im Badezimmer sollten regelmäßig erneuert werden. Die Fugen werden mit der Zeit bröckelig und undicht, es kann Wasser eindringen. Und das muss unbedingt verhindert werden.

Über die Erneuerung von Silikonfugen haben ich bereits an anderer Stelle ausführlich geschrieben, ich möchte mich hier daher auf die Anwendung des Silikonentferners beschränken.

Bevor dieser zum Einsatz kommen, müssen Sie erst das alte Silikon soweit wie möglich mechanisch entfernen. Das geschieht meist mit einem Cuttermesser. Ist das Silikon allzu hartnäckig, können Sie versuchen, es mit Universalverdünnung, Essigessenz oder Reinigungsbenzin anzulösen.

So oder so, bleiben meist kleine Reste von Silikon in den Fugen zurück, die sich mechanisch nicht mehr entfernen lassen. Hier kommen dann Silikonentferner zum Einsatz. Diese gibt es in flüssiger Form, aber auch als Spray. Damit die Silikonreste benetzen und einige Zeit warten. Jetzt sollten sich die Silikonreste mit einem Lappen ganz einfach entfernen lassen.

Aber Vorsicht: Haben Sie eine Duschwanne oder Badewanne aus Acryl und wollen dort die Silikonfugen entfernen, darf das Reinigungsmittel keinesfalls auf den Kunststoff kommen. Als Alternative können Sie hier Kältespray versuchen. Das härtet das Silikon soweit aus, dass es sich einfacher von den Fliesen lösen lässt.

Auch bei der Fugenfüllung hilfreich

Silikonentferner sind nicht nur praktische Helfer, um alte Silikonfugen zu entfernen, sie sollten auch beim Neuverfugen stets griffbereit sein. Sollten Sie beim Verfugen schludern, können Sie das noch frische Silikon am einfachsten damit entfernen.

Sie sollten jedoch nur so wenig Silikonentferner wie nötig zu verwenden, dafür ist das Mittel einfach zu aggressiv. Kleben Sie die Fugen daher besser vorher sorgfältig mit Kreppband ab – insbesondere, wenn Sie nicht so geübt im Umgang mit Silikon sind.

Verwendung bei Holz

Ein typischer Fall sind Silikonfugen bei Holzfenstern, die Sie ab und an erneuern sollten. Die Verwendung von Silikonentfernern ist bei Holz allerdings nur bedingt empfehlenswert. Das Reinigungsmittel zieht in das Material ein und kann zu Beschädigungen führen. Sie sollten vorher daher alles versuchen, das Silikon auf andere Weise zu entfernen.

Erst einmal kommt das unverzichtbare Cuttermesser zum Einsatz. Empfindliche Holzoberflächen lassen sich zudem mit einem Schmutzgummi bearbeiten. Wenn das alles nichts hilft, muss letztlich doch der Silikonentferner ran. Es kann allerdings zu Verfärbungen kommen. Es kann also sein, dass Sie danach die Stelle neu lackieren müssen.

Verwendung bei Metall und Autolack

Gerade beim Auto kommt Silikonentferner recht häufig zum Einsatz, um den Autolack zu säubern. Mit ihm lassen sich recht wirkungsvoll Verschmutzungen beseitigen, die mit herkömmlichen Methoden nicht weggehen. So funktioniert das Reinigungsmittel zum Beispiel bei Teer, Öl, Baumharz oder Gummiabrieb.

Tragen Sie dazu den Silikonentferner dazu auf die Verschmutzungen auf – entweder mit einem sauberen Tuch oder direkt aus der Sprühflasche. Einige Minuten einwirken lassen und den angelösten Schmutz mit einem fusselfreien und sauberen Tuch entfernen.

Kommen Sie aber nicht auf Idee, den Motorraum mit Silikonentferner zu reinigen. Wie bereits erwähnt, löst der aggressive Reiniger Kunststoffe an. Also auch die Elektrokabel oder Gummischläuche, die sich im Motor befinden.

Funktionieren Silikonentferner auf Kleidung?

Gelangt Silikon auf die Kleidung, ist das mehr als ärgerlich, da sich das Zeug kaum mehr entfernen lässt. Sie sollten daher auf keinen Fall ihre Lieblingsklamotten tragen, wenn Sie mit Silikon arbeiten. Lässt es sich wirklich nicht mit Silikonentferner reinigen? Ja, das funktioniert sogar ziemlich gut. Allerdings geht in den meisten Fällen auch die Farbe mit weg. Sie müssten es danach also neu einfärben.

Und welche Alternativen zu Silikonentferner gibt es? Sie können es zum Beispiel ganz vorsichtig mit Reinigungsbenzin oder Essigessenz versuchen. Oder aber mit Kälte, wie bereits an anderer Stelle einmal erwähnt. Legen sie den silikonverschmierten Pulli einfach einige Stunden ins Eisfach. Das nun harte Silikon lässt sich danach einfacher entfernen.