Das Thema ist sicherlich nicht hochglanzverdächtig, doch beim Kauf eines neuen WCs müssen Sie sich entscheiden: Tiefspüler oder Flachspüler. Ich möchte Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen. Und da wir schon einmal bei der Toilette sind, erfahren Sie außerdem, was es sonst noch zu diesem Thema zu sagen gibt.

edle Toilette

Foto: epr/Mepa

Kleiner Wissenstest

Wissen Sie was Tiefspüler oder Flachspüler bedeutet? Ja. Dann können Sie diesen Abschnitt überspringen. Für alle, die nicht wissen, was ein Tiefspül- oder Flachspül-WC ist, hier eine kurze Erklärung:

Was bedeutet Tiefspüler?

Ein Tiefspül-WC ist eine Toilette, bei der die Ausscheidungen direkt in ein mit Wasser gefülltes Siphon fallen. Tiefspüler besitzen also keine Stufe in der Keramik, auf der die Exkremente liegen bleiben. Die meisten verkauften WCs sind heutzutage so ausgestattet. Der größte Nachteil ist, dass es beim Stuhlgang spritzen kann. Das empfinden viele als unangenehm. Der nichtspritzende Tiefspüler ist bislang noch nicht erfunden worden, wobei die Markenhersteller stets daran arbeiten, die Form zu verbessern. Letztlich kommt es aber immer auch darauf an, wie jemand auf der Toilette sitzt.

Was ist ein Flachspüler?

Ein Flachspüler ist ein WC mit einer Stufe. Das bedeutet, dass die Exkremente nicht direkt in einen mit Wasser befüllten Siphon fallen. Früher war die Bauweise Standard, heute werden meistens Tiefspüler verwendet. Das liegt vor allem daran, dass sich Gerüche wesentlich heftiger ausbreiten, wenn die Hinterlassenschaften nicht von Wasser umgeben sind. Warum in Krankenhäusern oder Arztpraxen dennoch häufig Flachspül-WCs bevorzugt werden, erfahren Sie im direkten Vergleich.

Der direkte Vergleich

Welche Vorteile hat ein Tiefspül-WC? Welche Nachteile? Und natürlich – wie sieht es umgekehrt beim Flachspül-WC aus. Hier ein kurzer Überblick:

Flachspüler

Flachspüler

  • Spritzt nicht
  • Braucht mehr Wasser
  • Für Stuhlproben geeignet
  • Gerüche breiten sich aus
Tiefspüler

Tiefspüler

  • Kann Spritzen
  • Braucht weniger Spülwasser
  • Stuhl lässt sich nicht untersuchen
  • Weniger Geruchsentwicklung

Stand- oder Wandmontage?

Sowohl Flach- als auch Tiefspüler sind für die Montage auf dem Boden als auch an der Wand erhältlich. Wenn Sie Ihr altes Stand-WC einfach gegen ein Wand-WC austauschen möchten, geht das nicht so ohne weiteres. Das liegt zum Beispiel am eventuellen Bodenablauf, vor allem aber daran, dass Wand-WC an sogenannte Vorwandelemente geschraubt werden. Sie müssen daher größere Umbauten vornehmen, wenn Sie die Montageart von Boden auf Wand wechseln wollen.

Wandhängende Toiletten werden heutzutage weitaus häufiger verkauft als die traditionellen bodenstehenden WCs. Sie wirken einfach wesentlich luftiger und das Bad lässt sich außerdem noch einfacher Putzen, wenn der Boden frei ist.

Manche entscheiden sich dennoch lieber für ein stehendes Modell – insbesondere weil sie sich eine höhere Stabilität erhoffen. Es soll schon vorgekommen sein, dass sich das WC aus der Wand gelöst hat, während jemand sein Geschäft erledigte. Das ist aber nicht der Normalfall. In der Regel können auch Schwergewichte solch eine Toilette nutzen. Geberit gibt für seine Vorwandelemente zum Beispiel eine Belastbarkeit von bis zu 400 kg an.

Mit oder ohne Spülrand?

Früher hatten Toiletten alle einen Spülrand, unter dem sich Schmutz und Bakterien sammelten und der nur schwer zu reinigen war. Seit einigen Jahren liegen daher die spülrandlosen Toiletten im Trend. Sie lassen sich wesentlich einfacher reinigen, sind dafür etwas teurer. Dafür sparen Sie Zeit und Putzmittel. Es gibt sowohl Tiefspüler als auch Flachspüler mit oder ohne Spülrand. Für welches System Sie sich entscheiden, bleibt ganz Ihnen überlassen. Bei den spülrandlosen WCs kommt es darauf an, dass die Wasserspülung korrekt eingestellt wird, da es sonst über den Rand hinaus spritzen kann.

Mit oder ohne Beschichtung

Wer putzt schon gerne? Beim Kauf einer Toilette müssen Sie sich entscheiden, ob Sie eine Keramikbeschichtung haben wollen oder nicht? Wer den Lotuseffekt wählt, muss zwar etwas mehr bezahlen braucht aber weniger putzen. Schmutz und Wasser perlen einfach ab. Bei der Beschichtung handelt es sich um eine Spezialglasur, die besonders glatt ist. Wer jetzt Angst hat, dass sie sich zu schnell abnutzt: Viele Markenhersteller geben auf die Klobeschichtung eine Funktionsgarantie bis etwa 30 Jahre.

Erhöhte Toiletten

Wer schon ein gewisses Alter erreicht hat (wie ich), wird wissen – das Aufstehen fällt nicht mehr so leicht wie früher. Ich habe mir daher bereits ein erhöhtes Bett zugelegt. Eine erhöhte Toilette zwar noch nicht, aber wer weiß… Ein erhöhtes WC ist in der Regel sechs bis zehn Zentimeter höher als eine normale Toilette. Es eignet sich nicht nur für ältere Menschen, sondern auch für Rollstuhlfahrer, die vom Rollstuhl bequemer übersetzen können. Wer ein erhöhtes WC benötigt, hat drei Möglichkeiten. Erstens mit einem erhöhten Toilettensitz, zweitens mit einem erhöhten Stand-WC oder drittens mit einem Wand-WC, das in der erforderlichen Höhe montiert wird.

Toiletten für kleine Räume

In kleinen Räumen fehlt vor allem eines – genügend Stell- und Lauffläche. Bei der Einrichtung kommen daher bevorzugt Gegenstände mit geringeren Ausmaßen zum Einsatz – wie beispielsweise verkürzte Toiletten. Es gibt sie als Tiefspüler oder Flachspüler, als Wand-WC oder Stand-WC. Sie können alles, was andere WCs auch können, sind aber einfach etwas weniger ausladend. Viele beliebte Toiletten wie das Duravit ME by Starck, das Villeroy & Boch Subway 2.0 oder das Keramag iCon sind in kurzer Ausführung erhältlich. Auf schickes Design müssen Sie daher auch im kleinen Bad oder Gäste-WC nicht verzichten.