Eine bröckelnde Fassade oder ein feuchter Keller sind der Albtraum vieler Hausbesitzer. Ein Sanierputz soll die marode Bausubstanz retten. Doch ist dieser Spezialputz wirklich das Allheilmittel? Und welche Alternativen zu Sanierputzen gibt es? Hier gibt es die Antworten zu den wichtigsten Fragen.

Keller Sanierputz

So schön kann ein sanierter Keller aussehen. Foto: Remmers

Was ist ein Sanierputz?

Sanierputz ist ein spezieller Putz, der zur Sanierung von feuchten und salzbelasteten Wänden im Innen- und Außenbereich Verwendung findet. In Abhängigkeit von der Salzbelastung sind verschiedene Sanierputzsysteme erhältlich. Sanierputze sind zugleich wasserabweisend gegen Wassereintritt von außen und diffusionsoffen gegen Wasserdampf von innen. Sie sind zudem in der Lage, schädliche Salze einzulagern, so dass diese keine weiteren Schäden mehr anrichten können.

Wirkungsweise Sanierputz

Abbildung: HECK Wall Systems GmbH

Wie funktioniert er?

Das Zauberwort bei Sanierputzen lautet „Porenhydrophobie“. Der Putz ist nicht nur an der Oberfläche wasserabweisend, sondern auch in seinem Inneren. Wasser hat dann keine Chance, innerhalb des Putzes aufzusteigen.  Dafür sorgt zudem ein großes Porenvolumen. Das braucht es auch, damit die Salze ein Plätzchen finden, an dem sie sich ablagern können. Kurz gesagt: die Feuchtigkeit verdunstet und zurück bleiben die Salze als kristalline Ablagerungen.

Wo kommt der Putz zum Einsatz?

Sanierputze kommen überall dort zum Einsatz, wo Feuchtigkeit das Mauerwerk schädigt. Ob drinnen oder draußen ist dabei egal. Naturgemäß sind Fassaden und Keller die Problemkinder, die am meisten unter feuchten Verhältnissen zu klagen haben. Aber auch Innenräume von Altbauten oder marode Sockelbereiche lassen sich mit Sanierputz sanieren.

Was kann ein Sanierputz?

Wenn hier von Sanierputz die Rede ist, handelt es sich dabei um komplette Systeme, zu denen außer verschiedenen Putzen noch Sanier-Vorspritzmörtel und Sanier-Ausgleichsputz gehören. Wichtig ist, für jeden Anwendungsfall das richtige System zu wählen. Dafür braucht es Erfahrung und Kenntnisse im Bereich Sanierung. Nur dann ist sichergestellt, dass das Gebäude langfristig schadensfrei bleibt und Feuchtigkeit keine Chance mehr hat.

Sanierputz Feuchtigkeit

Abbildung: HECK Wall Systems GmbH

Was kann er nicht?

Sanierputz kann nicht die Ursache der Feuchtigkeit beseitigen. Zunächst muss das Problem der Wasserzuführung gelöst sein. Funktioniert die Horizontalabdichtung nicht oder fehlt gar völlig, hilft der beste Putz nichts. Die Wand bleibt weiterhin feucht. Das gilt auch, wenn das Wasser von außen auf die Kellerwand drückt und ungehindert eindringen kann. Hier braucht es erst eine entsprechende Abdichtung, damit der Putz von innen seine Arbeit machen kann. Die verschiedenen Möglichkeiten des Feuchteintrags sind in der obigen Abbildung ganz gut zu erkennen.

Welche Fehler dürfen nicht passieren?

Sanierputz lebt davon, dass er diffusionsoffen ist und die Feuchtigkeit nach außen transportiert. Auf keinen Fall darf der Putz daher mit einer diffusionshemmenden oder absperrenden Schicht versehen werden. Daher Finger weg von der Latexfarbe, auch Fliesen sind tabu. Wer es trotzdem tut, braucht sich nicht zu wundern, wenn der ganze Sanieraufwand für die Katz war. Dann doch besser mit einem mineralischen, diffusionsoffenen Anstrich oder einem dünnschichtigen mineralischen Edelputz arbeiten. Auch damit lassen sich schöne gestalterische Ergebnisse erzielen.

Wie wird der Putz verarbeitet?

Die Verarbeitung von Sanierputz ist nicht viel anders wie bei anderen Putzen.  Wichtig ist, den Altputz rund um die Schadensstelle großzügig abzuklopfen und Schadstellen zu schließen. Das geschieht mit Sanier-Ausgleichsputz. Für eine bessere Haftung sorgt Sanier-Vorspritzmörtel. Nun kann es mit dem Verputzen losgehen. Der Sanierputz wird in der Regel in ein oder zwei Lagen aufgebracht. Je nach Anforderungen sind verschiedene Schichtdicken nötig. Bei ganz schwierigen Fällen kann eine Gesamtputzstärke von über 40 mm notwendig sein.

Welche Untergründe sind geeignet?

Sanierputze kommen auf den verschiedensten Untergründen zum Einsatz:

  • Beton
  • Ziegelsteine
  • Porenbeton
  • Hohlblocksteine
  • Schlackensteine

Wichtig ist es, auf ein von der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege (WTA) zertifiziertes Sanierputzsystem zurückzugreifen. Hier ist das Merkblatt „Sanierputzsystem 2-2.91“ zu nennen.

Welche Alternativen zu Sanierputz gibt es?

Manche Altbauexperten wie zum Beispiel Konrad Fischer sind keine Freunde von Sanierputzen. Er empfiehlt statt Zementmörtel die Verwendung von kalkgetünchtem Luftkalkputz. Für die Heimwerker-Zeitschrift „Selbst ist der Mann“ hat er etwas zu diesem Thema geschrieben. Hier kann sich jeder selbst ein Bild davon machen.